Ryoyu Kobayashi im exklusiven Eurosport-Interview: 291-m-Sprung in Island war "definitiv eine Herausforderung"
VonLukas Fegers
Update 29/11/2024 um 08:42 GMT+1 Uhr
Sieben Monate ist es her, dass Ryoyu Kobayashi in Island Skisprung-Geschichte schrieb: Auf einer provisorischen Schanze segelte der Japaner auf unglaubliche 291 Meter und damit fast 40 Meter über den offiziellen Weltrekord. Jetzt reflektierte der Olympiasieger seinen Monsterflug im exklusiven Eurosport-Interview und sprach dabei von einer "echten Herausforderung" und einer "tollen Erfahrung".
Kobayashi jumps INCREDIBLE record distance of 291m in Iceland
Quelle: Eurosport
"Das war etwas ganz anderes", sagte Kobayashi: "Der Hügel war natürlich geformt und der Wind war wild."
Damit sprach der dreimalige Gewinner der Vierschanzentournee die optimalen Bedingungen an, die er an jenem Tag im isländischen Skigebiet Hlidarfjall vorgefunden hatte. Für seinen Rekordflug war extra ein "Monsterbakken" mit enorm langem Anlauf in einen Hang gebaut worden.
Bei blauem Himmel sprang Kobayashi dann zunächst auf 259 und 282 Meter, ehe er bei 291 Metern landete. Mit dieser Weite übertraf er den offiziellen Weltrekord des Österreichers Stefan Kraft (253,5 m) deutlich.
"Der Landeplatz war von den Mitarbeitern gut geglättet worden, sodass die Landung selbst nicht vereist war und es keine Probleme gab", erklärte der 28-Jährige, der mit seinem historischen Flug für großes Aussehen nicht nur bei Eurosport-Experte Martin Schmitt gesorgt hatte.
Stärkere Belastung im Zielbereich
Gleichzeitig betonte Kobayashi allerdings auch, dass "das Anhalten danach meine Beine stärker belastet" habe.
Zudem sei es bei seinem Rekordversuch "definitiv eine Herausforderung" gewesen, keinen Testspringer zu haben.
"Hätten wir einen gehabt, hätten wir von ihm nützliche Informationen erhalten können und der ganze Plan wäre doppelt so schnell vorangekommen", erklärte der japanische Skisprung-Star: "Ich denke, es wäre ideal, wenn wir für ein solches Projekt etwa zehn Mitglieder hätten und es in eine Art Wettbewerb verwandeln könnten."
FIS erkennt Sprung nicht als Weltrekord an
Da Kobayashis 291-m-Flug außerhalb regulärer Wettkampfbedingungen stattfand, erkennt der Weltverband FIS diesen nicht als neuen Rekord an. Damit hat die offizielle Bestmarke von Kraft aus dem Jahr 2017 weiterhin Bestand.
Ende April hatte die FIS skeptisch reagiert und die Hoffnung ausgedrückt, dass "die notwendigen Vorkehrungen getroffen wurden, um die Sicherheit des Athleten zu gewährleisten". Gleichwohl hob der Weltverband "die Leistung eines außergewöhnlichen Athleten unter ganz besonderen Bedingungen" hervor.
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(mit SID)
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Quelle: Eurosport
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