Andreas Wellinger braucht Weltcup in Willingen als Boost für Olympische Spiele - Goldmedaillengewinner sucht Topform

Hinter Andreas Wellinger liegt eine Saison voller Rückschläge. Der anstehende Weltcup in Willingen soll als Olympia-"Booster" für den Goldmedaillengewinner von Pyeongchang 2018 dienen - in der Vergangenheit ein gutes Pflaster. Im Jahr 2025/26 befindet sich der DSV-Adler in der ungewohnten Rolle, hinterher zu springen - oder zuzuschauen, wie zuletzt bei der Skiflug-WM in Oberstdorf

Wellinger blickt trotz Krise positiv auf Olympia

Quelle: Eurosport

Nun hat Wellinger keine Lust mehr aufs Zuschauen. In Ruhpolding feuerte er zuletzt Biathletin Franziska Preuß von der Tribüne aus an, wie schon in Oberstdorf bei seinen Teamkollegen. "Nicht einfach" sei diese ungewohnte Rolle für ihn gewesen, sagte der zweimalige Skisprung-Olympiasieger später, "aber das gehört zum Sport dazu."
Nun startet er ab Freitag in Willingen. Es wird die letzte Chance, vor Olympia unter Wettkampfbedingungen an der Form zu feilen. Und wo sollte das gelingen, wenn nicht auf der Mühlenkopfschanze? Schon 2013 flog der damals 17 Jahre alte Wellinger dort mit der Mannschaft aufs Podest, 2017 und 2024 gewann er im Einzel. Die Fans tauften Willingen kurzerhand in "Wellingen" um.
Ein Sieg ist in diesem Jahr nicht zu erwarten. Genau genommen wäre es schon ein Erfolg, wenn Wellinger in die Nähe der Top 10 springen würde. Denn bislang liegt eine verkorkste Saison hinter ihm: Im Gesamtweltcup belegt der 30-Jährige derzeit den 37. Platz, bei der Vierschanzentournee war er nur auf dem 36. Rang gelandet.
Die Skiflug-WM am vergangenen Wochenende, bei der er weder im Einzel noch im Team aufgestellt wurde und am Sonntag als Vorspringer zum Einsatz kam, war der nächste Tiefpunkt. Und doch gibt Wellinger nicht auf. "Ich werde weiter pushen, jedes Detail verbessern und mich auf das konzentrieren, was als nächstes kommt. Ich weiß, wozu ich fähig bin, und ich arbeite jeden einzelnen Tag hart, um dorthin zurückzukehren", schrieb er bei Instagram.

Eurosport-Experte Schuster: Wellinger braucht Erfolgserlebnis

Aber reicht die Zeit, um bis zu den Olympischen Spielen wieder in Form zu sein? Sein ehemaliger Coach Werner Schuster ist da skeptisch. "Andi hat sich rangekämpft. Aber ob er wirklich aus dieser Position eine Medaille machen kann - dann müsste er einen Orden kriegen", sagt der ehemalige Bundestrainer, der Wellinger 2018 in Pyeongchang zu Gold geführt hatte.
Willingen könnte aber durchaus als "Booster" dienen, sagt Eurosport-Experte Schuster. Er selbst habe das vor Olympia 2010 erlebt. "Damals hatten wir auch keine einfache Situation. Viele haben Willingen ausgelassen, aber wir sind hingefahren und ziemlich gut gesprungen. Danach haben wir in Vancouver angesichts unserer Vorleistung tolle Spiele geliefert, mit Silber im Team", so Schuster. Seine Hoffnung: "Ein Erfolgserlebnis schadet nie."
Immerhin: Wellinger weiß, wie es geht. Vor genau einem Jahr war er ebenfalls auf Formsuche, im Weltcup meilenweit vom Podest entfernt. Dann flog er zur WM nach Trondheim - und holte Silber.
(SID)
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Highlights: Ein denkwürdiger Tag in Oberstdorf

Quelle: Eurosport


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