Skisprung-WM 2023 in Planica: Andreas Wellinger schürt deutsche Medaillenhoffnungen - DSV-Adler wieder spitze

Andreas Wellinger springt pünktlich zur WM in Planica in der Weltspitze mit - und schürt nach einer für die DSV-Adler verkorksten Saison plötzlich Medaillenhoffnungen. "Ich habe die letzten Jahre oft auf die Fresse gekriegt", blickte Wellinger im Vorfeld der Skisprung-Weltmeisterschaften auf die vergangenen Monate und Jahre zurück. In Planica will der Olympiasieger nun wieder den Ton angeben.

Mega-Flug bei schwierigem Wind: Wellinger segelt aufs Podium

Quelle: Eurosport

Bestens gelaunt saß Andreas Wellinger im spartanisch eingerichteten Hotelzimmer und konnte seine Vorfreude auf die Goldjagd nur schwer verstecken.
"Das Ambiente in den Bergen ist absoluter Wahnsinn", schwärmte der 27-Jährige kurz vor der Abfahrt zur am Dienstag eröffneten Nordischen Ski-WM im slowenischen Skisprung-Mekka Planica. "Das mit Sonnenschein", sagte Wellinger, "dann steht geilen Wettkämpfen nichts mehr im Weg."
Noch hält das Wetter, was es verspricht. Doch die Wettkämpfe im Tal der Schanzen, sie könnten für Wellinger so oder so zu goldenen werden.
Denn nachdem er wie der Rest des DSV-Teams der Weltspitze monatelang nur hinterhergeflogen war, hat Wellinger ausgerechnet zum Höhepunkt des Winters die Lücke geschlossen - und gilt plötzlich als Medaillenkandidat.

Wellinger meldet sich zurück: "Nie die Leidenschaft verloren"

"Ich habe die letzten Jahre oft auf die Fresse gekriegt", sagte der Ruhpoldinger, der nach seinem Olympiasieg 2018 immer wieder von Verletzungen ausgebremst worden war, "aber ich habe nie die Leidenschaft fürs Skispringen verloren". Das scheint sich spätestens jetzt auszuzahlen.
Beim Weltcup im amerikanischen Lake Placid war Wellinger vor etwas über einer Woche völlig überraschend zu seinem ersten Weltcup-Sieg seit über fünf Jahren geflogen, tags darauf ließ er einen zweiten Platz folgen. Am vergangenen Wochenende siegte Wellinger in Abwesenheit der nahezu gesamten Weltelite dann auch bei der WM-Generalprobe im rumänischen Rasnov.
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Andreas Wellinger

Fotocredit: Getty Images

Für Bundestrainer Stefan Horngacher kam die Leistungsexplosion seines Schützlings "nicht überraschend". "Er hat Ende des letzten Winters schon deutlich ansteigende Form gehabt", sagte der Österreicher, im Sommer habe Wellinger zudem "zu 99 Prozent den Ton in der Mannschaft angegeben" - wie auch jetzt. Wellinger, so sieht es auch Horngacher, ist zum Leader geworden: "Er ist momentan unser aussichtsreichster Springer für Planica."

Horngacher hofft auf Aufwärtstrend bei Geiger

In den vergangenen Jahren war diese Rolle meist Karl Geiger zugeteilt. Für den in dieser Saison schwächelnden Oberstdorfer sei es "extrem hilfreich, wenn ein Teamkollege eine solche Konstanz an den Tag legt". Vielleicht, so Horngacher, könnten beim ersten Wettkampf von der Normalschanze am Samstag (17:00 Uhr live bei Eurosport und discovery+) dann sogar "zwei im edlen Kreis mitspringen".
Geiger sei dabei "auf dem besten Weg", lobte der Trainer und nahm ein wenig Druck raus: "Er kann, aber er muss nicht", schließlich habe man mit Wellinger nun "einen anderen, der vorausgehen muss".
Der gab sich entsprechend angriffslustig. "Die Form stimmt, ich springe konstant, klar will ich um die Medaillen mitkämpfen", sagte Wellinger, "alles andere wäre gelogen".
(SID)
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"Weiß nicht, was ich sagen soll": Wellinger nach Sieg überglücklich

Quelle: Eurosport

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