Andreas Goldberger über Anzugskandal bei Nordischer Ski-WM: Weltverband FIS war "zu leichtgläubig"
Update 19/04/2025 um 12:17 GMT+2 Uhr
Andreas Goldberger glaubt, dass der Weltverband FIS früher auf die Gerüchte um einen Betrug rund um die Anzüge des norwegischen Skisprungteams hätte reagieren können. "Die verantwortlichen Personen der FIS waren auch zu leichtgläubig. Man dachte immer noch: 'Wir sind die Skisprungfamilie, man hält zusammen. Da gibt es Fairplay'", sagte der Österreich im Podcast bei Eurosport Polen.
Andreas Goldberger kann die Leistungen von Stefan Kraft nicht nachvollziehen
Fotocredit: Eurosport
Der dreimalige Gesamtweltcupsieger ist sehr enttäuscht über die Geschehnisse. Schließlich habe es schon zuvor Gerüchte über eine mögliche Manipulation gegeben.
"Man hat schon länger im Athletendorf Sachen gehört, dass da etwas ist, das man nicht nachweisen kann. Leider muss es so ein Video geben, damit man das überhaupt entdeckt. Wenn es das Video nicht gegeben hätte, hätte man das nie entdeckt", so der 52-Jährige.
Zudem glaube er nicht, dass die Norweger erst beim WM-Wettbewerb von der Großschanze damit begonnen haben. "Was Norwegen gemacht hat, ist eine Manipulation gewesen. Das probiert man nicht von heute auf morgen. Da war System dahinter", vermutet Goldberger.
Das Aus von Cheftrainer Thomas Thurnbichler bei der polnischen Mannschaft bedauere er. "Es ist schon irgendwie schade. Thomas ist ein sehr guter Trainer, aber natürlich waren die Ergebnisse die letzten ein, zwei Jahre nicht da", meinte der Olympiadritte von Lillehammer 1994.
Goldberger: "Thurnbichler sehr ehrgeizig"
"Ich glaube trotzdem, dass er gut arbeitet, aber vielleicht nicht so den Zugang zu den Athleten bekommen hat. Ich dachte, vielleicht geben sie ihm noch die Chance Richtung Olympia, aber dann war doch die Geduld zu Ende", fügte er hinzu.
"Er hat immer neuen Input gebracht", analysierte der Oberösterreicher die Arbeit seines Landsmannes.
Goldberger weiter: "Vielleicht wurde das als 'unruhig' empfunden. Er ist sehr ehrgeizig, das muss man auch sagen. Er will Erfolg. Er lebt das alles vor, aber das verlangt er auch von seinen Athleten."
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Quelle: Eurosport
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