Nordische Ski-WM 2025: Selina Freitag gehört zu den Großen ihres Sports - die Lehren aus dem Einzel der Frauen

Selina Freitag springt im verkürzten Wettkampf der Frauen von der Großschanze bei der Nordischen Ski-WM 2025 zu Silber. Eurosport-Experte Martin Schmitt lobt die 23-Jährige nach ihrer insgesamt dritten Medaille in Trondheim, ist aber auch begeistert von Dominatorin Nika Prevc. Zudem erklärt der viermalige Weltmeister, wieso der schnelle Abbruch durch die Jury die richtige Entscheidung war.

Schmitt-Analyse zum Abbruch: "Wäre gefährlich geworden"

Quelle: Eurosport

Selina Freitag erfuhr im Warteraum der windumtosten Schanze von ihrem nächsten silbernen Glück, fiel Weltmeisterin Nika Prevc um den Hals und schunkelte sich dann schon im Sessellift nach unten in Partylaune.
Im zur Halbzeit wegen gewaltiger Böen abgebrochenen WM-Springen vom großen Bakken hat die Skisprung-Überfliegerin erneut ihren "Stammplatz" zwei belegt und mit ihrer dritten Medaille in Trondheim herausragende Titelkämpfe gekrönt.
"Keine Frage: sie hat gute Bedingungen gehabt, aber sie hat das mit einem fantastischen Sprung super genutzt", befand auch Eurosport-Experte Martin Schmitt in seiner Analyse für Eurosport.de nach dem Wettkampf und schob hinterher: "Sie hat verdient die Silbermedaille gewonnen."
Erstmals bei den Wettkämpfen in Trondheim sei der kleinen Schwester des früheren DSV-Stars Richard Freitag ein Versuch "von der Großschanze richtig gut gelungen ist. Sie konnte wieder ihre Stärken ausspielen, war gleich in der Flugposition und kam dann schön ins Gleiten", lobte Schmitt.
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131 Meter: Freitag segelt zu Silber von der Großchance

Quelle: Eurosport

  • Die Nordische Ski-WM 2025 in Trondheim live und auf Abruf auf discovery+

Schmitt: Abbruch die richtige Entscheidung

Kleine "Schwierigkeiten mit dem Rhythmus" der Anlage seien zwar zu beobachten gewesen, dennoch sei ersichtlich gewesen, dass Freitag die Granaasen Großschanze nun besser beherrschte.
Mit Silber von der Normalschanze, Bronze im Team von der Normalschanze und nun Silber von der Großschanze gehört Freitag endgültig zu den Großen ihres Sports, auch wenn der erste Sieg nach wie vor fehlt. Die Frage nach dem "Was-wäre-wenn" stellt sich aufgrund des Abbruchs allerdings nicht.
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Prevc krönt sich zur Doppelweltmeisterin - dritte Medaille für Freitag

Quelle: Eurosport

Der schnelle Schlussstrich der Jury nach einer längeren Windunterbrechung war schließlich die richtige Entscheidung, wie Eurosport-Experte Schmitt erklärte: "Der Wind hatte in der Spitze über sechs Meter pro Sekunde und kam nicht konstant aus einer, sondern aus verschiedenen Richtungen. Da wäre ein regulärer Wettkampf nicht mehr möglich gewesen."
Im ersten Durchgang war Freitag auf starke 131,0 m (136,7 Punkte) geflogen, nur Prevc war wieder deutlich stärker und sicherte sich mit 134,5 m (150,9) als erste Frau Einzel-Gold auf Normal- und Großschanze bei einer WM.
Vor der zurückhaltenden Slowenin, die im Sessellift nach dem Abbruch Freudentränen vergoss, zog dementsprechend auch Schmitt den Hut.
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"Sie zaubert förmlich": Prevc gewinnt Gold auf Großschanze

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Prevc beeindruckt Schmitt

"Sie war in einer schwierigen Situation. Sie saß bis 59 Sekunden oben und hat dann noch Grün gekriegt. Da denkt man dann schon drüber nach, ob man nicht noch mal zurückgeht, aber sie ist konzentriert geblieben und hat einen Supersprung gemacht", sagte der viermalige Weltmeister.
Unschlagbar sei die erst 19-Jährige zwar nicht, wie einzelne Weiten in Trondheim gezeigt hätten, doch die gegenwärtige Siegesserie der Überfliegerin, die inklusive des Weltcups die letzten acht (!) Springen gewinnen konnte, bleibe "absolut beeindruckend", führte Schmitt weiter aus.
Bei Eirin Maria Kvandal aus Norwegen, die trotz der Tagesbestweite von 136 m auf dem Bronzerang landete, geriet der 47-Jährige regelrecht ins Schwärmen: "Sie ist eine fantastische Skispringerin. Ihr Versuch mit dieser Dynamik vom Absprung weg, im Übergang, dann die Flugpositon, die sie einnimmt – das war große Skisprung-Kunst."
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Kvandal springt mit Tagesbestweite zu Bronze

Quelle: Eurosport

Schmitt sieht kein Problem bei Männern

Dass der 23-Jährigen der Telemark nicht gelang, was sie letztlich wohl Silber kostete, war für Schmitt angesichts "ihrer Verletzungsgeschichte aber kein Wunder". Kvandal war 2021 in Hinzenbach schwer gestürzt und hatte sich Kreuzband, Meniskus und Seitenband im rechten Knie gerissen.
Schmitt blickte zudem auf das für Samstag angesetzte Springen der Männer von der Großschanze. Die Zusammenlegung von Qualifikation (14:15 Uhr) und Wettkampf (15:45 Uhr, jeweils live bei Eurosport und discovery+) aufgrund der Wetterkapriolen der letzten Tage sei für die Athleten kein Problem.
Derartige Gemengelagen kennen die Starter aus dem Weltcup, schloss Schmitt, der von "einer gewohnten Situation" sprach.
(mit SID)
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Freudentränen im Sessellift: Prevc weint nach Abbruch

Quelle: Eurosport


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