Ausblick auf die neue Snooker-Saison - diese Unwägbarkeiten bleiben bestehen

In der nächsten Woche geht es los: Mit der Ranglisten-Version der Championship League startet die World Snooker Tour in die neue Saison. Das Wichtigste zur neuen Spielzeit: Es wird weitere Schritte in Richtung Normalität geben, aber so wie vor Corona wird es nicht sein. So ist derzeit nicht abzusehen, wann wieder Turniere in China möglich sein werden. 2022/23 wird daraus wohl noch nichts.

Ronnie O'Sullivan

Fotocredit: Getty Images

Für die Spielerinnen und Spieler ist das natürlich keine gute Nachricht. Schließlich waren einige der Turniere in China ziemlich hoch dotiert. Da fehlen jetzt natürlich noch immer Verdienstmöglichkeiten.
Außerdem bedeutet das Fehlen dieser Events auch, dass der Terminkalender auch in der kommenden Saison noch größere Lücken aufweist.
Dieser Start-Stopp-Modus macht ja vielen durchaus Probleme.
Apropos Spielerinnen und Spieler: 130 sind derzeit für die Tour qualifiziert. Melden also alle bei einem Turnier, dann muss es eine Vorqualifikation geben. Das allerdings wäre kein Problem und hat es ja auch schon gegeben.
Aber für ambitionierte Sportlerinnen und Sportler, die keinen Tourplatz haben, ist das keine gute Nachricht. Denn es wird bei den Turnieren weniger Plätze für sogenannte Top-Up-Spieler geben, also Amateure, die das Feld auf 128 Spieler auffüllen.

Schwere Zeiten für Amateure

Das macht es für ambitionierte Amateure auch schwerer, sich an das Profi-Niveau heranzuarbeiten. Erfahrung ist da unbezahlbar, und es gibt nun weniger Möglichkeiten, diese Erfahrung zu sammeln. Dabei kann das für Amateure ja sogar der Fahrstuhl zur Maintour sein, so wie das Michael White in der vergangenen Saison gelungen ist.
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O'Sullivan schwärmt nach WM-Sieg: "Mein großartigstes Ergebnis"

Quelle: Eurosport

Mit Michael White hat also ein ehemaliger Turniersieger die Rückkehr auf die Maintour geschafft. Dafür haben andere Prominente wie Michael Holt, Sunny Akani, Nigel Bond, Kurt Maflin und andere ihren Platz auf der Tour verloren. Während Nigel Bond seine Karriere beendet hat, scheiterten andere auf der Q School und schafften es nicht, sich umgehend neu zu qualifizieren.

Rauer Wind auf der Q School

Das zeigt, was für ein rauer Wind auf der Q School weht. Das ist Überlebenskampf pur unter höchstem Druck. Niemand kann da irgendetwas als selbstverständlich voraussetzen. Trotzdem hat sich auch in diesem Jahr wieder gezeigt, dass Spieler mit Maintour-Erfahrung im Vorteil sind.
Das hat mir auch Lukas Kleckers bestätigt, der ja zu den Glücklichen zählt, die die direkte Rückkehr geschafft haben. Mit Jenson Kendrick hat sich nur ein einziger echter Neuling durchgesetzt. Die anderen elf Plätze gingen allesamt an alte Bekannte auf der Maintour. Über Amateur-Meisterschaften haben sich aber vielversprechende Talente wie Anton Kazakov, Ben Mertens oder Andres Petrov einen Tourplatz gesichert. Auf deren Leistungen bin ich sehr gespannt.
Die letzte Saison war ja durch eine Reihe überraschender Turniersieger gekennzeichnet. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. Ersten wird die Leistungsdichte ja immer größer, und zweitens fördert der Start-Stopp-Charakter des Kalenders derartige Ergebnisse. Einen Wachwechsel markiert das aber meiner Meinung nach nicht. Die üblichen Verdächtigen werden auch in der kommenden Saison eine herausragende Rolle spielen.

Fragezeichen bei Selby und Murphy

Bei einigen der üblichen Verdächtigen gibt es aber auch Fragezeichen. So hat Mark Selby den Frühsommer über wohl viel Abstand zum Snooker gewonnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er selber zunächst einmal nicht allzu viel von sich erwarten wird. Auch Shaun Murphy ist derzeit ja eher ein Sorgenkind.
Eurosport wird natürlich wie gewohnt auch die neue Snooker-Saison eng begleiten. Das erste Turnier, das wir auch im linearen TV übertragen werden, wird das European Masters im August aus Fürth sein. Ich freue mich schon auf die neue Saison.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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World Championship : Sheffield - Top shots O'Sullivan

Quelle: Eurosport

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