Eurosport
Rolf-Kalb-Blog: Magier Shaun Murphy zaubert sich zur Wiederauferstehung beim Masters gegen Weltmeister Kyren Wilson
Von
Publiziert 20/01/2025 um 11:30 GMT+1 Uhr
Der Magier zaubert wieder: Shaun Murphy krönte eine starke Woche beim Masters in London mit dem 10:7-Sieg über Weltmeister Kyren Wilson im Finale. Der "Magician" holte den zweiten Triple-Crown-Titel der Saison damit zum zweiten Mal nach 2015. Hinzu kommt sein Maximum aus dem Halbfinale. Eurosport-Experte Rolf Kalb schreibt in seinem Blog über die Wiederauferstehung von Murphy.
Endlich am Ziel: Murphy jubelt mit Masters-Trophäe
Quelle: Eurosport
Mit Shaun Murphy hat der beste Spieler der letzten Woche am Ende auch den Titel beim Masters im Alexandra Palace geholt. Murphy faszinierte die Fans nicht nur mit seinem Fast-Maximum im Viertelfinale und seiner 147 im Halbfinale, sondern spielte in allen vier Matches überragend.
Das Endspiel gegen Kyren Wilson war ein Spiegelbild dessen, was er die ganze Woche über gezeigt hatte: eine phasenweise dominante Leistung, und auch wenn er unter Druck geriet war Verlass auf ihn.
Den Grundstein zum Sieg hatte er natürlich in der ersten Session gelegt, als er mit 6:2 in Führung ging. Die beiden Centuries in den letzten beiden Frames des Nachmittages waren dabei entscheidend. Klar: Wilson hatte sich da, vielleicht auch wegen seines kräftezehrenden Halbfinales, eine Auszeit genommen. Aber darauf kommt es an: Wenn der Gegner einen Moment der Schwäche zeigt, dann muss man das gnadenlos ausnutzen. Das hatte Murphy perfekt gemacht.
Snooker-WM
Wilson verteidigt Kommentare zu Murphy: "Er weiß, was passiert ist"
19/04/2025 um 13:10 Uhr
Und auch die Aufholjagd von Wilson am Abend hat Murphy clever ausgesessen. Geduldig hat er auf seine Chance gelauert und dann auch zugebissen. Dieser Killerinstinkt fehlte ihm in den letzten Jahren allzuoft. Hier war er da.
In den drei Frames, in denen Kyren Wilson von 4:8 auf 7:8 herankam, hatte Murphy nur einen einzigen Punkt geholt. Das kann natürlich verunsichern. Aber nicht so bei Murphy. Nachdem er sich den nahezu halbstündigen 16. Frame erkämpft hatte ließ er sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Dass er das Match mit einem Century, seinem vierten im Endspiel, abrundete war dann nur noch die Kirsche auf der Sahne.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/19/4086795-82873553-2560-1440.jpg)
Da kommt die Faust: So holte Murphy den Masters-Titel
Quelle: Eurosport
Snooker-Masters: Ebdon hilft Murphy zum Titel
Ich habe mich in den letzten Jahren oft gefragt, ob nicht Shaun Murphy einfach zu nett und zu höflich ist, um die ganz großen Erfolge zu feiern. Oftmals spielte er ein starkes Turnier, um dann doch irgendwann zu scheitern. Der Killerinstinkt, der Seriensieger wie Judd Trump oder Ronnie O’Sullivan auszeichnet, fehlte bei ihm.
Und Murphy hat diesen Eindruck ja auch in seinem Interview nach dem Triumph bestätigt. Er habe geglaubt, so gestand er, dass er nicht mehr das Zeug habe, um solche großen Titel mitzukämpfen. Damit hat er sich selber im Weg gestanden. Im Snooker ist es nun einmal so: Wenn auch nur der geringste Zweifel im Hinterkopf lauert, dann ist es schon vorbei.
Es war Peter Ebdon, der diese Blockade gelöst hat. Der Ex-Weltmeister hat ihm klargemacht, wie gut und wie erfolgreich er ist. Damit hat er die Schatten verjagt. Das zeigt einmal mehr, dass das Entscheidende beim Snooker im Kopf passiert.
Beide richteten auch nach dem Finale in London schon den Blick aus Berlin. Beim German Masters im Tempodrom kämpfen die Akteure um die Brandon-Parker-Trophy. Brandon Parker war der Manager und Freund sowohl von Murphy als auch von Wilson. Beiden würde deshalb ein Sieg in Deutschland ungeheuer viel bedeuten. Das German Masters läuft vom 27. Januar bis zum 2. Februar. Eurosport berichtet natürlich wie gewohnt ausführlich aus Berlin.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/19/4086625-82870153-2560-1440.jpg)
134:0 - Murphy begeistert mit Century Break im Finale
Quelle: Eurosport
Werbung
Werbung