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Snooker Australian Open: Schottische Flagge über Bendigo?
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Publiziert 03/07/2015 um 21:42 GMT+2 Uhr
Die schottische Flagge weht munter über Bendigo. Mit John Higgins und Stephen Maguire haben gleich zwei Spieler aus dem Norden Großbritanniens das Halbfinale bei den Australian Open erreicht. Ein rein schottisches Finale gab es zuletzt bei den Welsh Open 2011. Auch damals waren es Higgins und Maguire, die das unter sich ausmachten; mit 9:6 holte Higgins damals den Titel.
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Vor einigen Monaten schien es noch so, als durchschreite John Higgins die Herbstdämmerung seiner Karriere. Aber Klasse bleibt.
Mit dem Gewinn der Welsh Open im Frühjahr diesen Jahres meldete sich der "Wizard of Wishaw“ aber eindrucksvoll zurück, und in Bendigo könnte er jetzt den 27. Titel bei Weltranglisten-Turnieren in seiner Karriere holen; damit würde er mit Ronnie O’Sullivan gleichziehen.
Gentleman Higgins: Top-Profi mit Klasse
John Higgins war nach seinem Viertelfinal-Sieg über Joe Perry so ehrlich zuzugeben, dass der Gentleman der bessere Spieler war. Ob Perry wirklich besser war, da habe ich meine Zweifel. Der flüssigere Spieler war er aber auf alle Fälle. Doch Higgins war eben der effektivere Spieler. Wenn er sich so präsentiert wie in Australien, dann ist sein Matchplay immer noch beeindruckend. Und seine Härte in den Schlüsselsituationen sucht nach wie vor ihresgleichen.
Sein Halbfinalgegner Jamie Jones steht zum ersten Mal bei einem Ranglisten-Turnier unter den letzten Vier. Im sogenannten One-Table-Setup (also wenn nur noch ein Tisch in der Arena steht und sich alle Aufmerksamkeit darauf konzentriert) zu spielen hat beim ersten Mal schon vielen große Probleme bereitet. Jones mag etwas reifer sein, und er sieht seine erste Halbfinal-Teilnahme selber als "Durchbruch“ an; das gibt ihm womöglich einen ganz schönen Haufen an Selbstvertrauen. Mit seiner Clearance im Entscheidungsframe gegen Michael White hat er gezeigt, dass er mit dem Druck umgehen kann.
Maguire vor geheimer Mammutaufgabe
Stephen Maguire hat seinen Gegnern in Bendigo auch oft genug das Gefühl gegeben, auf Granit zu stoßen. Gemeinsam mit John Higgins hat er beim Worldcup das Finale erreicht, und diese Form auch nach Australien gebracht.
Der Worldcup in Wuxi mag beiden jetzt helfen. Auf dem Weg von China nach Australien haben sie ja sogar schon darüber gesprochen, dass sie im Finale aufeinandertreffen könnten. Aber Maguire wird seinen Gegner in der Vorschlussrunde nicht unterschätzen. Martin Gould hat bisher in Bendigo den meisten Spielfluss gezeigt. Hohe Breaks in Serie sind sein Markenzeichen in dieser Woche. Da muss auch ein Maguire höllisch aufpassen.
Auf alle Fälle wird es bei den Australian Open einen neuen Champion geben; bei der fünften Ausgabe bekommt auch ein fünfter Spieler die Trophäe. Wer das sein wird ist vollkommen offen. Aber freuen dürfen wir uns auf zwei spannende Schlusstage in Downunder.
Viel Spaß dabei und herzliche Grüße,
Ihr / Euer Rolf Kalb (Twitter: @Rolf_Kalb)
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