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British Open seit 1985: Verrückte Geschichten beim Who is Who des Snookersports
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Publiziert 15/08/2021 um 16:04 GMT+2 Uhr
Als "Rückkehr eines Snooker-Klassikers" habe ich die British Open schon in der Ankündigung beschrieben. Das war sicherlich nicht zu hoch gegriffen. Von 1985 bis zum Jahr 2004 war das Turnier aus dem Kalender nicht wegzudenken. Die Liste der Sieger liest sich wie das Who is Who des Snooker: Steve Davis, Jimmy White, Stephen Hendry, Ronnie O’Sullivan, Mark Williams, John Higgins oder Paul Hunter.
John Higgins bei der Snooker-WM 2021
Fotocredit: Getty Images
Letzter Titelträger und damit in diesem Jahr formal der Titelverteidiger war John Higgins. Der Schotte schlug im Jahr 2004 im Finale in Brighton den damals aufstrebenden Jungstar Stephen Maguire mit 9:6. Bis zum 5:5 hatte Maguire noch mitgehalten, doch dann zog Higgins dank Breaks von 144 und 107 Punkten davon.
Für Higgins war dies der insgesamt vierte Triumph bei den British Open. Dabei war 2004 lange nicht klar, ob er das Turnier überhaupt durchspielen könnte Seine Frau Denise nämlich war hochschwanger, und John war immer darauf vorbereitet, umgehend nach Hause zu reisen. Sohn Oliver ließ sich aber Zeit und kam erst zehn Tage nach den British Open zur Welt.
Trotzdem wartete während des Finales ein Wagen quasi mit laufendem Motor auf den Champion, um ihn so schnell wie möglich zum Flughafen zu bringen. Ausnahmsweise hatte man ihm auch erlaubt, seine Dopingprobe schon im Midsession Interval abzugeben.
Die Halbfinals waren 2004 übrigens klare Angelegenheiten. Higgins hatte Shaun Murphy eine 6:0-Packung verpasst. Maguire hatte Ronnie O’Sullivan mit 6:1 ebenfalls sehr klar geschlagen. Dies war auch das Match, nachdem O’Sullivan zu Maguire sagte: „Wenn Du so weitermachst, dann dominierst Du Snooker über viele Jahre.“ So ist es dann doch nicht gekommen. Kurze Zeit später holte Maguire aber die UK Championship und schaffte damit den endgültigen Durchbruch.
Drogenskandale und doppelte Ausführung
Erster Sieger der British Open war 1985 der Südafrikaner Silvino Francisco. "The Silver Fish" hatte im Finale den Kanadier Kirk Stevens mit 12:9 geschlagen. Ein Ranking-Finale gänzlich ohne britische Beteiligung war damals eine große Überraschung. Beide Finalisten sorgten allerdings später noch für unrühmliche Schlagzeilen.
Aber auch vor dem Finale von 1985 gab es einen Aufreger. Francisco beschuldigte Stevens, unter dem Einfluss von Drogen zu spielen. Stevens jedoch war nie positiv getestet worden; deshalb wurde die Beschuldigung als falsch abgetan. Stevens gab jedoch später zu, Kokain-abhängig zu sein.
1999 gab es die British Open sogar zweimal. Im April holte Fergal O’Brien mit einem 9:7 über Anthony Hamilton seinen einzigen Titel. In der Saison darauf wurden die British Open dann vorgezogen. Im September gewann Stephen Hendry diesen Titel durch ein 9:5 im Endspiel über Peter Ebdon. Dieses Finale blieb auch deshalb in Erinnerung, weil Hendry im siebten Frame ein Maximum-Break spielte. 2003 holte Hendry die British Open zum vierten Mal; es war der 35. von 36 Ranking-Titeln für den legendären Schotten.
Viele besondere Geschichten verbinden sich also mit den British Open. Warten wir ab, ob die Rückkehr in den Kalender nach 17 Jahren dem weitere Kapitel hinzufügt. Das Format mit der freien Auslosung aller Runden und den extrem kurzen Distanzen wird auf jeden Fall für Diskussionen sorgen. Ich freue mich auf jeden Fall auf den Start der neuen Snooker-Saison bei uns bei Eurosport.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport
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