Faustdicke Überraschung: Mark Davis schlägt O’Sullivan mit 6:1

Faustdicke Überraschung beim English Open in Crawley: Mark Davis schlägt im Halbfinale den Titelverteidiger Ronnie O’Sullivan krachend mit 6:1. In seinem 28. Jahr als Profi steht Davis damit zum ersten Mal im Endspiel eines Ranglisten-Turnieres. Gegen den formschwachen O‘Sullivan überzeugte er mit Safeties und vielen Breaks. Stuart Bingham ist nach seinem 6:3 über Stehen Maguire der Finalgegner.

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Während Ronnie O’Sullivan einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte wuchs der immer gelassen wirkende Mark Davis über sich hinaus. Immer wieder setzte er den Titelverteidiger mit guten Safeties unter Druck. Aber auch in Sachen Lochspiel und Breakbuilding war Davis überlegen. Während die Top-Breaks von O’Sullivan 56 und 31 Punkte waren spielte Davis fünf Serien von mehr als 50 Punkten, darunter auch eine 102. Im ersten Frame waren beide nicht nur nervös, sondern kämpften auch mit dem neuen Tuch. Davis brauchte zwar auch mehrere Chancen, doch er holte sich die Führung. Als O’Sullivan im Anschluss aber ausglich und dabei seine 56 spielte, da erwarteten viele, dass er nun zu seinem Spiel gefunden hatte.

Gesamte Familie auf der Tribüne

Doch das war nicht der Fall. Im Gegenteil: Mark Davis drehte erst da groß auf: Mit Breaks von 102, 93, 84 und 65 Punkten gewann er vier Frames in Folge. Im siebten Frame hatte Ronnie O’Sullivan die ersten Chancen, doch noch immer ließ ihn sein Spiel im Stich. Mark Davis legte eine 52 vor und brachte den Vorsprung dann mit Ruhe und Cleverness ins Ziel. Was den Erfolg für Davis besonders süß machte: Zum ersten Mal saßen beide seiner Kinder mitsamt der gesamten Familie auf der Tribüne, so dass Jack und Millie den großen Tag des Vaters hautnah miterleben durften. Seine fünf vorherigen Halbfinals hatte der 46-Jährige allesamt verloren.
Stuart Bingham und Stehen Maguire lieferten sich bis zum 3:3 ein offenes Rennen mit vielen hohen Breaks. Bingham spielte in dieser Phase Serie von 76 und 72 Punkten, Maguire machte eine 69, eine 72 (acht Mal Rot plus Schwarz) und eine 93. Danach ging der Spielfluss etwas verloren, weil beide dem Druck Tribut zollen mussten. Bingham kam damit besser zurecht und zog auf 5:3 davon. Maguire zeigte am Ende des achten Frames seinen Frust deutlich. Im neunten Durchgang schien sich der Schotte aber wieder gefangen zu haben und ging mit 55:35 in Führung. Als er dann aber die vorletzte Rote verschoss war das Match für ihn beendet: Mit einer nervenstarken und selbstbewussten Clearance von 36 Punkten bis Pink machte Bingham den Sieg perfekt.
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