Das Finale war ein Wechselbad der Gefühle für beide. Beide hatten überlegene Phasen, beide hatten aber auch Phasen, in denen der Gegner einen Lauf hatte. Den besseren Start hatte Trump erwischt, der in überwiegend taktisch geprägten Frames bis zum Midsession Interval der ersten Session mit 3:1 in Führung ging. Nach der kurzen Pause drehte aber Neil Robertson auf. Dank Breaks von 75, 128 und 61 Punkten übernahm er erstmals die Führung.

Zum Ende der ersten Session schaffte Trump aber noch den Ausgleich zum 4:4. Er lochte eine unglaubliche Rote, die an der langen Bande lag, und snookerte Robertson danach. Aus der Chance, die er sich damit verschaffte, machte er ein Break von 51 Punkten.

English Open
English Open 2020: Der Spiel- und Sendeplan
18/10/2020 AM 22:28

"Aber dann, Wow!": Trump mit genialer Roten

English Open: Robertson zieht davon - Trump schlägt zurück

Der Abend gehörte zunächst einmal Robertson, der auf 7:4 davonzog. Besonders bitter für Trump war der zehnte Frame: Er hatte eine 52 vorgelegt, verschoss dann aber Schwarz bei seinem Split-Versuch. Die Quittung war eine 75er-Clearance von Robertson, der dann auch noch eine 114 folgen ließ. Trump jedoch kämpfte sich mit einer 76 wieder näher heran und schaffte danach auch das 6:7.

"Er räumt den Tisch sauber ab": Robertson glänzt mit Century

Eine Vorentscheidung hätte im 14. Frame fallen können, als Robertson das mögliche 8:6 nicht schaffte, weil er den Frameball verschoss. Bei der Roten, die die Mitteltasche verfehlte, spielte aber womöglich auch ein Kick eine Rolle.

Trump ließ im Interview nach dem Match keinen Zweifel: "Wenn er das 8:6 geschafft hätte, dann hätte er auch gewonnen." So aber machte der Engländer auf Schwarz das 7:7 und übernahm nach einem epischen 15. Frame, in dem es nach 21 Minuten zu einem Re-Rack kam, auch die Führung.

English Open: Trump macht mit Century Break den Sieg perfekt

Danach folgte ein Feuerwerk an Breaks. Trump spielte im 16. Frame nur den Anstoß. Robertson knallte eine lange Rote rein und machte daraus eine 125, sein drittes Century im Match. Im letzten Frame lief es aber genau umgekehrt: Anstoß Robertson, lange Rote von Trump und dann verließ er erst nach 114 Punkten den Tisch. Er hätte dem Australier sogar noch das höchste Break abnehmen können, doch er verschoss nach einem Stellungsfehler Gelb.

Judd Trump ist damit auch der erste Spieler, der drei Titel bei dem Home Nations Series gewonnen hat. An den Positionen in der Weltrangliste veränderte der Ausgang dieses Finales nichts. Trump allerdings hat an der Spitze seine Führung ausgebaut. Robertson steht weiterhin auf dem dritten Platz.

Verbalathleten - Der Eurosport-Podcast:

Alle Folgen der Verbalathleten findet Ihr auf Spotify, Apple Podcast oder der Plattform deiner Wahl

Das könnte Dich auch interessieren: Neuer Terminplan veröffentlicht: German Masters weiter in Berlin

Trump mit toller Kombination: "Das war kein Zufall"

European Masters
Selby holt Titel beim European Masters im Decider
27/09/2020 AM 23:50
Snooker
Der König kehrt zurück: Stephen Hendry wagt Comeback
02/09/2020 AM 15:27