Snooker - Rolf-Kalb-Blog: Beharrlichkeit bei Mark Allen und Schwimmbad-Atmosphäre in Brentwood bei English Open
VonRolf Kalb
Update 22/09/2025 um 15:31 GMT+2 Uhr
Jetzt hat doch ein Spieler aus den Top 16 der Rangliste die English Open gewonnen: Mark Allen holte sich in Brentwood die Steve Davis Trophy durch ein 9:8 über Zhou Yuelong. Ansonsten waren die English Open kein gutes Pflaster für die Top-Spieler. Viele scheiterten früh. Eurosport-Experte Rolf Kalb zeigt sich davon aber nicht überrascht. In seinem aktuellen Blog führt er einige Gründe dafür auf.
Drin ist drin: Allen mit Fluke im Finale
Quelle: Eurosport
Was man vor allem nach den English Open bewundern muss, dass ist die Beharrlichkeit, die Widerstandsfähigkeit und den Biss, die Mark Allen zum Titel geführt haben. Fünf seiner sechs Matche gewann er erst im Decider und musste dabei mehrfach ein aufsehenerregendes Comeback hinlegen. Das zeigt, aus welch hartem Holz der Nordire geschnitzt ist.
Ansonsten aber waren die English Open kein gutes Pflaster für die Top-Spieler. Nur zwei aus den Top 16 der Weltrangliste standen im Viertelfinale. Das ist zwar kein Rekord, aber außergewöhnlich ist es doch. Aber wirklich überrascht hat es mich nicht.
Die Zeiten, in denen die Top-Spieler einfach durchmarschieren konnten, sind schon lange vorbei. Die Qualität auf der gesamten Tour ist kontinuierlich gewachsen. An einem guten Tag kann praktisch jeder auch die Top-Spieler schlagen. Die Frage ist nur, ob sie das auch Tag für Tag schaffen. Erst dann kann man zu einem wirklichen Spitzenspieler reifen.
Quartett in Rangliste auf dem Vormarsch
Außerdem scheinen mir eine Reihe von Spielern einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht zu haben und sind in der Rangliste auf dem Vormarsch. Dabei denke ich vor allem an Spieler wie Zhou Yuelong, Jackson Page, Elliot Slessor oder Aaron Hill.
Allerdings hat man bei ihnen auch gesehen, wo ihnen noch was fehlt. Der schwierigste Schritt ist immer der über die Ziellinie. Daran sind zum Beispiel Elliot Slessor oder Zhou Yuelong gegen Mark Allen gescheitert. Chancen hatten sie genug.
English Open: Venue ist nicht glamourös
Bei den English Open gibt es zudem noch spezifische Gründe, warum es dort häufig überraschende Ergebnisse gibt. Das Brentwood Leisure Centre ist nicht gerade glamourös. Spielern, die sonst die große Bühne gewohnt sind, fehlen in dieser Umgebung vielleicht die entscheidenden Prozentpunkte.
Ein weiteres Problem ist, dass zu diesem Freizeit-Zentrum auch ein Schwimmbad gehört. Das sorgt dafür, dass der gesamte Komplex vom typischen Schwimmbad-Geruch durchzogen ist. Das sorgt aber vor allem dafür, dass die Luftfeuchtigkeit deutlich erhöht ist. Und das wiederum ist nicht gut für Snooker.
Vor allem am Viertelfinal-Tag waren die Verhältnisse sehr schwierig. Vernünftige Zugbälle waren kaum hinzukriegen. Auch im Finale hatten beide Spieler in der Abendsession Probleme mit der Spielballkontrolle. Mark Allen meinte zwar, er sei müde und erschöpft gewesen, aber ich glaube, dass auch die Bedingungen eine Rolle spielten.
Natürlich würde es da schon helfen, wenn die Tische häufiger neu bezogen würden. So gravierend können die Mehrkosten nicht sein. Ein neues Tuch gab es nur vor dem Halbfinale.
Die Frage muss aber auch erlaubt sein, ob sich in ganz England keine bessere Austragungsstätte finden lässt. Das Brentwood Leisure Centre mag günstig zu mieten sein (und ist auch verkehrsgünstig gelegen, was für die Fans wichtig ist), aber mit einer besseren Venue wäre dem Sport mehr gedient.
Wie auch immer: Die Spieler, für die Brentwood eher enttäuschend lief, haben in dieser Woche ja größtenteils eine neue Chance bei den British Open. Zeit zum Durchatmen oder um Wunden zu lecken bleibt also nicht.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport
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