Eurosport-Experten Lukas Kleckers und Felix Frede erklären: Darum ist das Saudi Arabia Masters für die Spieler das vierte Major
VonFabian Kunze
Publiziert 06/08/2025 um 14:54 GMT+2 Uhr
Kaum haben sich die Eindrücke vom Shanghai Masters gesetzt, steht für die Snooker-Profis mit dem Saudi Arabia Masters bereits das nächste hochdotierte Turnier auf dem Programm. Die Eurosport-Experten Lukas Kleckers und Felix Frede erklären, warum das Event in Jeddah vom 8. bis 16. August für die Spieler so etwas wie das vierte Major und auch für diejenigen außerhalb der Top16 interessant ist.
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Quelle: Eurosport
Kyren Wilson kann sich erleichtert zurücklehnen. Mit seinem Finalsieg gegen Ali Carter beim Shanghai Masters am vergangenen Sonntag strich der Ex-Weltmeister satte 210.000 Pfund (rund 242.000 Euro) ein und muss sich für den Rest der reiselastigen Saison auf der World Snooker Tour zumindest finanziell keine Sorgen mehr machen.
Doch das geht bei Weitem nicht allen Spielern so. Wer nicht zumindest zur erweiterten Weltspitze gehört, kämpft häufig darum, das Geld für die Reisen zu den Turnieren – besonders außerhalb Europas – zusammenzubekommen oder sein Training auf einem professionellen Level zu finanzieren. "Man mag es kaum glauben, aber sogar bei der WM wird für die Verlierer der ersten Runde nicht ein einziges Pfund Preisgeld ausgeschüttet", sagt Eurosport-Experte Lukas Kleckers. Da ist es gut, dass beim ab Freitag anstehenden Saudi Arabia Masters selbst diejenigen, die in der ersten Runde schon die Segel streichen müssen, wenigstens mit 2.000 Pfund entlohnt werden und damit ihre Reisekosten decken können.
"Das Preisgeld in Jeddah ist ähnlich zu dem bei der WM, aber aus Sicht der schwächeren Spieler ein wenig gerechter verteilt", erklärt Eurosport-Experte Felix Frede, schränkt aber ein: "Trotzdem wird der Saisonverlauf erst bei guten Ergebnissen in den späten Runden wirklich beeinflusst, da dort die Preisgeldsprünge erheblich höher sind."
Ein Major definiert sich eben auch durch seine Tradition
Insgesamt können die Profis in Saudi-Arabien zwei Millionen Pfund (rund 2,3 Millionen Euro) an Preisgeldern gewinnen. Damit ist das Turnier das am zweithöchsten dotierte Event der Saison. "Auch wegen des massiven Preisgeldes gilt das Saudi Masters bei den Spielern als "Viertes Major", weil ein gutes Abschneiden wegweisend für den weiteren Verlauf der Saison sein kann", sagt Kleckers, der das Turnier zudem als guten sportlichen Gradmesser für die Form der Profis sieht. Emotional kann er die Begeisterung und Betitelung als "Viertes Major" neben WM, Masters und UK Championship jedoch nicht so ganz teilen: "Ein Major definiert sich eben auch durch seine Tradition und eine solche muss sich bei diesem großen Turnier erst noch entwickeln."
Ohnehin präsentiert sich das Event in der Prince Abdullah AlFaisal Sports City unweit des Roten Meeres ein wenig anders als die sonstigen Turniere. "Es gibt keine Qualifikation, die vorab in England gespielt wird", erklärt Frede den Modus. "Alle 128 Spieler mit einem Tour-Ticket sind vor Ort, dazu 16 Wildcard-Player – das ist nochmal eine andere Stimmung als bei den Turnieren mit 64 oder weniger Startern." Dazu kommt der knackige Modus mit Best-of-7-Matches in den ersten Runden. "Wer da nicht von Anfang konzentriert ist, ist schneller raus, als er seinen Rhythmus gefunden hat", warnt Kleckers.
Böses Erwachen oder überzeugende Klasse?
Zunächst zurücklehnen können sich die Top16 der Welt – die starten erst in Runde fünf am Dienstag. "Für die Zuschauer und Organisatoren ist es natürlich klasse, weil damit viele der Lieblingsspieler in den späten Runden mit dabei sind", sagt Frede, der allerdings unisono mit Kleckers auf die Probleme für die Topspieler hinweist: "Das ist schon ein Test, weil die Spieler, die sich in die Runde 5 vorkämpfen, garantiert gut in Form und voll im Rhythmus sind und jede Menge wichtige Matchpraxis sammeln konnten."
Ob es in Jeddah ein böses Erwachen für die Top16 gibt oder sich die Klasse der besten Spieler der Welt am Ende doch durchsetzt, zeigt sich ab Freitag, wenn die ersten Matches in Saudi-Arabien ausgetragen und live bei Eurosport und discovery+ zu sehen sein werden.
Warner Bros. Discovery überträgt das Saudi Arabia Masters ab Freitag, den 8. August, ausführlich live bei Eurosport 1 im Free-TV sowie alle Matches live und auf Abruf bei discovery+.
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Quelle: Eurosport
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