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Gary Wilson nach Sieg bei Scottish Open überwältigt: "Ich habe oft gedacht, dass ich das nie schaffen würde"
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Publiziert 05/12/2022 um 14:18 GMT+1 Uhr
"Ich habe oft gedacht, dass ich das nie schaffen würde." Bei diesem Satz wird deutlich, was der Titelgewinn bei den Scottish Open in Edinburgh für Gary Wilson wirklich bedeutet. Sein Traum aus Jugendzeiten ist endlich wahr geworden. Aber vorausgegangen war eine Achterbahnfahrt über 18 Jahre hinweg. Ein Auf und Ab. Wobei Ab auch ganz tiefe Täler oder gar Löcher mit einschließt.
Am Ziel angelangt: Wilson feiert seinen ersten Titel
Quelle: Eurosport
2004 ist er als U21-Weltmeister erstmals auf die Maintour gekommen. Doch schon zwei Jahre später war der Traum vom Dasein als Profi vorerst geplatzt. Sieben Jahre musste er warten, ehe er 2013 über das PTC-Ranking die Rückkehr auf die Maintour schaffte. In der Zwischenzeit hat er als Taxifahrer und mit anderen Jobs versucht, sich über Wasser zu halten. Das war keine einfache Zeit. Aber seinen Traum hat er weiter geträumt, und es ist kein Traum geblieben.
Wie mitreißend und stark er spielen kann hat er in Edinburgh gezeigt. Am besten war er, wenn er seinem Instinkt vertraut hat. Das hat er auch selber zugegeben. Aber er hat im Eurosport-Studio auch berichtet, dass er in der Vergangenheit damit oft gescheitert ist, weil sein Spiel dann unsauberer wurde und er dadurch unnötige Fehler eingebaut hat.
Ich glaube, das ist eine Frage des Timings. Wenn er instinktiv spielt, dann spielt er schneller. Das ist bei praktisch allen Spielern so. Aber man muss aufpassen, dass man nicht in eine Art Rausch gerät und versucht, das Tempo immer mehr zu steigern. Dann überholt man sich praktisch selber. Dann schleichen sich die Fehler ein. Auch dabei muss man Maß und Mitte finden. Schnell und flüssig spielen ist gut. Zu schnell aber eben nicht.
Finale gibt O'Connor Rückenwind
Für Joe O'Connor hat es mir leidgetan, dass er ausgerechnet im Finale nicht an seine starken Leistungen aus den Vortagen anschließen konnte. Da waren dann einfach zu viele Fehler dabei. Aber es war natürlich trotzdem immer klar, dass eine solche Top-Form nicht ewig anhält. Das gelingt keinem. Schade nur, dass ihm das ausgerechnet im Endspiel passierte.
Dabei darf man aber auch nicht vergessen. dass es eben erst sein erstes Finale bei einem Ranglisten-Turnier war. Man kann sich so oft einreden, das sei nur ein normales Snooker-Match, wie man will. Es ist eben nicht ein normales Match. Und tief im Inneren weiß das auch jeder Spieler. Er wird daraus lernen. Er muss daraus lernen.
Immerhin hat der 27-Jährige aus Leicester sich gezeigt, dass er alles erreichen kann, dass ein oder mehr Titel eben kein unerreichbarer Traum ist. Das sollte ihm Rückenwind geben. Das muss ihm aber auch ein Ansporn sein.
Der Umzug der Scottish Open nach Edinburgh hat dem Turnier gutgetan. Klar: Milton Keynes 2020 und Llandudno 2021 waren Notlösungen. Zuvor war in Glasgow gespielt worden. Vielleicht aber war die Arena dort zu groß, so dass nicht wirklich Stimmung aufkommen konnte. In Edinburgh aber war die Atmosphäre phantastisch. Das hat Spaß gemacht.
Weiter geht es in Brentwood mit den English Open ab dem 12. Dezember. Eurosport wird wie gewohnt ausführlich auf allen Plattformen berichten: im linearen TV, mit den Streams auf Discovery+ und natürlich auch online. Für Snooker-Fans wird das Warten auf das Christkind nicht langweilig.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Triumphaler Finalsieg: Wilson macht den Sack zu
Quelle: Eurosport
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