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Spieler des Jahres? Keine Frage! Judd Trumps großartige Wochen
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Publiziert 18/11/2019 um 14:28 GMT+1 Uhr
Nach seinem Triumph beim World Open in China hatte Judd Trump im Scherz angekündigt, jetzt auch das Champion of Champions und das Northern Ireland Open zu gewinnen. Nun: Beinahe hätte es geklappt. In Coventry fehlte ihm eigentlich nur ein Ball zum Sieg über Neil Robertson. Und in Belfast siegte er dann wieder. Drei großartige Wochen für einen großartigen Judd Trump waren das.
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Dass Judd Trump und Ronnie O‘Sullivan gestern geliefert haben, brauche ich nicht zu betonen. Selbst wenn man nicht viel Ahnung von Snooker hat, hat man das gesehen. Da spielte die Nummer eins gegen die Nummer zwei, und beide forderten sich gegenseitig zu Höchstleistungen heraus.
Das ist wohl das Beste, was man derzeit haben kann. Klar: Auch ein Neil Robertson, ein Shaun Murphy, ein Mark Selby und mit Abstrichen ein John Higgins sind in der Lage, an guten Tagen ein solches Niveau zu erreichen. Aber vor allem Judd Trump scheint mir derzeit in einer Liga für sich zu spielen. Für mich gibt es keinen Zweifel daran, wer der Spieler des (Kalender-)Jahres ist!
Nur die Müdigkeit könnte Trump stoppen
18 Matches (17 davon gewonnen) in drei Wochen, dazu der Reisestress. Das Programm von Judd Trump in den letzten Wochen war mehr als stramm. Dass da irgendwann der Hammer kommt und die Müdigkeit einsetzt ist naheliegend. Judd selber hat im Verlauf der letzten Woche ja auch mehrfach darüber gesprochen. Über weite Strecken seines Halbfinales hätte ich das auch noch unterschrieben.
Aber dann kam im Match gegen John Higgins im achten Frame diese Wahnsinns-Schwarze, und plötzlich merkte er, dass er dieses besondere Spiel noch immer in sich hat. Und das erst hat ihn in die Lage versetzt, dieses Spiel im Finale von Anfang an zu spielen. Ohne diese Erfahrung in den letzten eineinhalb Frames des Halbfinales hätten wir im Finale wohl einen anderen Judd Trump erlebt.
Trumps Ziel: Alle Titel der Triple-Crown-Events
Sein großes Ziel ist aber jetzt die UK Championship. Alle drei Triple-Crown-Titel (Masters, Weltmeisterschaft und UK Championship) zur gleichen Zeit zu tragen würde ihn endgültig in den Kreis der Snooker-Giganten katapultieren. Aber reicht die Zeit zur Regeneration? Ich meine, sie kann reichen. Gut: Er hat ja nur eine gute Woche Pause.
Aber er ist es gewohnt, derartige Anstrengungen zu überwinden. Und im Laufe der nächsten Woche steht bei der UK Championship ja „nur“ die erste Runde an. Da muss er gegen die Nummer 127 der Setzliste spielen. Richtig ernst wird es in York ja erst ab Samstag, den 30. November. Bevor er wieder auf Volllast hochfahren muss, hat er also noch ein bisschen mehr Zeit.
Mit O'Sullivan ist wieder zu rechnen
Auch Ronnie O’Sullivan kann der UK Championship jetzt gelassener entgegensehen. Mit dem Erreichen des Finales beim Northern Ireland Open hat er das Ticket für den World Grand Prix ziemlich sicher in der Tasche. Vor allem aber: Mit dem Spiel, das er in Belfast im Halbfinale und im Finale gezeigt hat, kann er als Titelverteidiger in York auch ein gewichtiges Wort mitreden.
Er hat jetzt deutlich mehr dringend benötigte Matchpraxis als zu Anfang der Woche in Belfast. Das Finale gestern hat Appetit auf mehr gemacht. Wir können uns auf York freuen. Übrigens: Judd und Ronnie können dort frühestens im Finale aufeinandertreffen.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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