Rolf-Kalb-Blog zur Championship League: Fingerzeig für die neue Saison - selbst die Granden geben sich die Ehre

Am 10. Juni fällt offiziell der Startschuss zur neuen Snooker-Saison. Auch die Spielzeit 2024/25 beginnt mit der Championship League in Leicester. Eurosport-Experte Rolf Kalb meint in seinem aktuellen Blog, dass dies natürlich nicht der bedeutendste Titel ist und das sperrige Format das Verfolgen zusätzlich schwerer macht. Bedeutsam sei das Turnier aber dennoch.

Kyren Wilson

Fotocredit: Getty Images

Klar: Es gibt wichtigere Titel im Snookerjahr als den bei der Championship League. Hinzu kommt das sperrige Format mit gleich mehreren Gruppenphasen. Dadurch zieht sich das Ganze über mehr als drei Wochen hin. Ein richtiges Turnier-Feeling kommt da nicht auf - weder bei den Spielern noch bei den Beobachtern.
Trotzdem: Es gibt einen Titel zu gewinnen. Und jeder Titel liest sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern bringt auch Selbstbewusstsein. Schließlich ist es angesichts der Leistungsdichte schwer genug, ein Turnier zu gewinnen. Und Punkte für die Weltrangliste gibt es in Leicester obendrein. Das alleine macht das schon zu einer wichtigen Sache.
Wer die Championship League am 3. Juli gewinnt, der hofft natürlich auch, diesen Schwung in die Saison mitzunehmen. Das klappt allerdings nicht immer. So hat Shaun Murphy vor einem Jahr gewonnen, kam aber im Rest der Saison bei Ranglisten-Turnieren nicht mehr über das Achtelfinale hinaus. Anders lief es bei Luca Brecel: Der gewann 2022 die Championship League und holte später dann sensationell den WM-Titel.
So oder so: Für alle, die an den Start gehen, wird das eine willkommene Standortbestimmung sein. Schließlich haben die meisten Spieler seit Mitte April kein Match im Wettkampf-Modus mehr bestritten. Da muss man sich erst wieder reinfinden.

Wilson will WM-Höhenflug fortsetzen

Kyren Wilson wird zum ersten Mal als amtierender Weltmeister am Tisch stehen. Dass die Championship League nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit steht, mag den Druck für den "Warrior" erträglicher machen.
Wer aber seinen Ehrgeiz kennt, der weiß, dass er sich als würdiger Weltmeister präsentieren will. Und 2020 hat er bei diesem Format ja schon einmal triumphiert.
Gespannt bin ich auch auf den Auftritt von Brecel. Die Bürde des Weltmeisters schien in der vergangenen Saison ja zu groß für ihn zu sein. Als er in der ersten WM-Runde gegen David Gilbert ausschied schien er beinahe erleichtert zu sein.
Ich hoffe, wir sehen in dieser Saison einen Brecel, der frei aufspielt. Dann ist sein Spiel nämlich die reine Augenweide.
picture

Luca Brecel

Fotocredit: Getty Images

Selbst die Granden geben sich die Ehre

Auch ansonsten liest sich die Teilnehmerliste wie das "Who is who" des Snooker. Sogar Ronnie O’Sullivan hat gemeldet. Spieler wie Neil Robertson oder Jack Lisowski werden versuchen, das vergangene Seuchenjahr hinter sich zu lassen. Auch John Higgins steht unter Druck, um seinen Platz in den Top 16 der Rangliste zu verteidigen. Robert Milkins sitzt ihm da ganz schön im Nacken.
Gleichzeitig ist die Championship League aber auch die Feuertaufe für die Tour-Neulinge. Für sie geht es erst einmal darum, sich zurechtzufinden und auch eine neue Art von Snooker einzustellen. Diese Aufgabe ist schwer genug. Für sie ist es vielleicht sogar von Vorteil, dass in Gruppenphasen gespielt wird. Da hat man die Chance, mehrere Matches zu absolvieren, wenn auch über kurze Distanzen.
So oder so: Die Championship League ist nicht der wichtigste Titel, aber die meisten Spieler werden mit Spannung darauf blicken. Ich bin gespannt darauf, was wir in Leicester erleben werden.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung