Snooker - Rolf-Kalb-Blog: Home Nations Series startet mit English Open - Turnierserie entwächst den "Babyschuhen"
Von Rolf Kalb
Publiziert 06/09/2026 um 11:00 GMT+2 Uhr
Mit den English Open startet die Home Nations Series im Snooker am Montag in ihre elfte Saison. Titelverteidiger in Brentwood wird Mark Allen sein, der in einem dramatischen Vorjahresfinale bei den English Open Zhou Yuelong mit 9:8 niedergerungen hatte. Nach den English Open folgen in der 2016 gestarteten Serie noch die Northern Ireland Open, die Scottish Open und die Welsh Open.
Judd Trump ist der Rekordchampion bei der Home Nations Series
Fotocredit: Getty Images
Aus dem Baby von einst ist ein Teenager geworden. Die Home Nations Series wird in dieser Saison zum elften Mal ausgespielt. Los geht es traditionell mit den English Open (7. bis 13. September, live bei Eurosport und HBO Max).
Seit der Saison 2016/17 gibt es diese Serie. Sie ersetzte damals die European Tour. Die bestand aus einer Reihe von kleinen Turnieren, die jeweils nur über drei Tage liefen und in ganz Europa gespielt wurden.
Das Konzept der niedrig dotierten Kurz-Turniere hatte sich als nicht tragfähig erwiesen.
Ich persönlich habe das Ende der European Tour damals sehr bedauert. Natürlich: Es war hektisch, es war unübersichtlich und für die Spieler, die nie genau wussten, wann ihr nächstes Match ansteht, eine ziemliche Herausforderung.
Viele Entwicklungen angestoßen
Aber die European Tour hat Top-Snooker auf den europäischen Kontinent gebracht. In vielen Ländern hatte die Serie damals Entwicklungen angestoßen, die auch heute noch erhebliche Bedeutung haben. Snooker ist dadurch in vielen europäischen Ländern populärer geworden.
Auch die Riege der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ist durch die European Tour erheblich internationaler geworden. Viele Refs sind bei diesen Turnieren an das Profi-Niveau herangeführt worden. Auch Marcel Eckardt und Maike Kesseler haben da ihre Karrieren gestartet.
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Mark Selby konnte insgesamt fünf der 40 Turniere der Home Nations Series gewinnen
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An Attraktivität verloren
Aber irgendwann hatte sich das Konzept totgelaufen. Waren die Spieler zu Beginn angesichts der damals geringen Zahl an Turnieren noch früh über jede Spielmöglichkeit, so verzichteten immer mehr Top-Spieler angesichts des niedrigen Preisgeldes auf einen Start. Die European Tour verlor so an Attraktivität.
Stattdessen wurde die Home Nations Series eingeführt. Jeder Landesteil des Vereinigten Königreiches bekam ein Turnier: England, Nordirland, Schottland und Wales. Die Trophäen der Turniere sind nach Snooker-Legenden benannt: Steve Davis, Alex Higgins, Stephen Hendry und Ray Reardon.
Anfangs befürchtete man noch, dass die Home Natons Series angesichts der kurzen Distanzen Außenseiter-Siege en masse produzieren würde. Liang Wenbo und Mark King als die ersten beiden Champions schienen das auch zunächst zu bestätigen.
O'Sullivan tut sich in der Heimat schwer
Doch es sollte anders kommen. 22 verschiedene Sieger gab es bisher bei den 40 Turnieren. Aber 19 dieser 40 Titel machten nur vier Spieler unter sich aus: Judd Trump ist mit sechs Triumphen der Rekordchampion, Mark Selby hat fünf Mal gewonnen und Mark Allen und Neil Robertson jeweils vier Mal.
Andere tun sich dagegen schwerer mit dem Format. So haben Ronnie O’Sullivan, Mark Williams, John Higgins, Shaun Murphy oder Kyren Wilson bisher jeweils nur einmal gewonnen. Zhao Xintong und Wu Yize, die letzten beiden Weltmeister, stehen gar noch ganz ohne Titel da.
Gibt es zum Auftakt der neuen Saison in der Home Nations Series bei den English Open wieder einen Überraschungssieger oder gewinnt einer aus dem Kreis der üblichen Verdächtigen? Spätestens am 13. September werden wir es wissen. Fest steht aber: Die Turniere machen Spaß, vor allem den Fans. Das ist trotz einiger Vorbehalte eine Erfolgsgeschichte.
Viel Spaß und herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport
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