Snooker - Rolf-Kalb-Blog zum Champion of Champions: Selby dominiert Trump mit sicheren Breaks und klugen Safeties
VonRolf Kalb
Update 18/11/2025 um 11:58 GMT+1 Uhr
Am Ende war Judd Trump ohne Chance. In wahrlich triumphaler Manier gewann Mark Selby zum ersten Mal in seiner Karriere das Champion of Champions. Sein 10:5 im Finale beendete Selby in seiner Heimatstadt Leicester mit drei Centuries in Folge. Doch nicht nur deshalb war das eine dominante Vorstellung. Eurosport-Experte Rolf Kalb fühlt sich in seinem aktuellen Blog an den besten Mark Selby erinnert.
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Quelle: Eurosport
Einst war Mark Selby das Maß aller Dinge im Snooker. Nach seinem Triumph beim German Masters 2015 dominierte er den Sport für mehrere Jahre. Das, was er im Finale des Champion of Champions gegen Judd Trump abgeliefert hat, erinnerte mich wieder an diesen dominanten Mark Selby.
Sicher und effektiv in den Breaks, aber auch mit klugen und präzisen Safeties. So sorgte er dafür, dass Judd Trump seinen Faden verlor und am Ende sogar hilf- und ratlos wirkte. Das war beeindruckend.
Wohlgemerkt: Es war ganz und gar kein destruktives Spiel, mit dem Mark Selby seinen Gegner aus dem Match nahm. Er zerstörte nicht die Bilder.
Aber mit der Qualität seiner Safeties sorgte er dafür, dass er jederzeit die Kontrolle über das Geschehen auf dem Tisch behielt. Das war beeindruckend.
Finale fing gut an für Trump
Dabei hatte das Finale so gut angefangen für Judd Trump: Dank Breaks von 111, 73 und 114 Punkten ging er mit 3:1 in Führung. Selby hatte in dieser Phase nicht viel falsch gemacht. Es war die Klasse von Trump, mit der der sich die Führung verdient hatte.
Doch nach dem Interval am Nachmittag wurde Mark Selby dominanter. Endgültig kippte das Match im siebten Frame. Da hatten die beiden sich ein elektrisierendes Safe-Duell geliefert, bevor Selby aus einem wahren Bild des Grauens eine sensationelle 65er-Clearance zauberte. Danach verlor Trump zusehends den Faden.
Kein Kraut gewachsen
Mit dem 4:5 nach der ersten Session war Trump sogar noch gut bedient. Selby hatte durchaus die Chance zum 6:3. Aber auch das 5:5 zu Beginn der Abendsession änderte nichts mehr. Spätestens, als Trump beim Kampf um Pink der Spielball fiel und er so das 5:7 kassierte, war die Vorentscheidung gefallen.
Was folgte, war die unwiderstehliche Gala von Mark Selby mit drei Centuries in Folge. Da war kein Kraut gegen ihn gewachsen.
Den Frust von Judd Trump nach seiner Niederlage kann ich gut nachvollziehen. Es war nicht zu übersehen, dass er mit seinem neuen Queue noch immer nicht zurechtkommt. Er weiß schlichtweg nicht, wie er den Ball anspielen soll. Das verunsichert.
Hinzu kommt für mich aber, dass das Erfolgs-System von Trump durcheinander geraten ist. Seit Jahren hat Judd ja seinen Bruder Jack an der Seite. Seit Judds Umzug nach Dubal können die beiden aber nicht wie gewohnt miteinander trainieren, weil Jack Probleme mit dem Visum hat. Darunter scheint die Effektivität des Trainings von Judd Trump zu leiden.
Es bleibt nur zu hoffen, dass Judd Trump diese Probleme schnell in den Griff bekommt. Dann wird er auch wieder zum Seriensieger werden. Dass er das Zeug dazu hat wissen wir schließlich alle.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport
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