Rolf-Kalb-Blog: Mark King für fünf Jahre wegen Matchfixing gesperrt - das nächste harte Urteil

Hartes Urteil: Die World Professional Billiards and Snooker Association (WPBSA) hat den ehemaligen Northern-Ireland-Open Champion Mark King für fünf Jahre gesperrt. Das gab die WPBSA am Freitag bekannt. King habe bei den Welsh Open 2023 sein Match gegen Joe Perry, das er mit 0:4 verlor, verschoben. Eurosport-Experte Rolf Kalb beleuchtet in seinem aktuellen Blog die Hintergründe des Falles.

Mark King

Fotocredit: Getty Images

Nun hat es mit Mark King also wieder einen erwischt. Das Urteil hat es in sich: Für fünf Jahre ist er gesperrt, bis zum 17. März 2028 einschließlich. Die vorläufige Sperre gegen Mark King war am 18. März 2023 ausgesprochen worden, also vor 20 Monaten. Das Urteil bezieht sich auf die 0:4-Niederlage von King gegen Joe Perry bei den Welsh Open 2023. King soll den Ausgang dieses Matches gefixt haben, um lukrative Wetten zu ermöglichen.
Die Untersuchung bezog sich auch auf die 1:4-Niederlage von Mark King gegen John Higgins bei den English Open im Dezember 2022. Zudem wurde ihm die Weitergabe von Insider-Informationen zu Wettzwecken vorgeworfen. Diese Vorwürfe wurden dann aber doch nicht weiterverfolgt.
Auffällig ist zunächst einmal die lange Dauer des Verfahrens. Dazu mag aber auch beigetragen haben, dass Mark King die Vorwürfe abgestritten hat. Wenn es kein Geständnis gibt, dann muss das Gericht dem Angeklagten die Vorwürfe in einer Weise nachweisen, die über jeden Zweifel erhaben ist. Das dauert natürlich. Die mangelnde Kooperation von King dürfte auch strafverschärfend gewirkt haben.
Mit diesem Urteil bleibt die WPBSA ihrer konsequenten Linie treu. Anfang 2023 waren ja zehn chinesische Spieler zu teilweise noch längeren Sperren verurteil worden, weil sie Matches verschoben hatten oder in irgendeiner Weise daran beteiligt waren; gegen zwei Spieler gab es gar lebenslange Sperren (Liang Wenbo und Li Hang).
Diese konsequente Linie der WPBSA ist gut und richtig. Die Ansage muss klar sein: Für Matchfixing darf es keinen Platz geben, und wer erwischt wird muss mit einer harten Strafe rechnen. Auch im Fall von Mark King kann ich mir vorstellen, dass diese Sperre die Karriere von King endgültig beendet.

Snooker: WPBSA greift hart gegen Matchfixing durch

Die klare Ansage der WPBSA enthält aber auch noch einen weiteren Hinweis: Hofft erst gar nicht darauf, mit Matchfixing durchzukommen; wir erwischen Euch.
Mark King ist ein erfahrener Spieler, der all das hätte wissen müssen. So, wie ich ihn kennengelernt habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass die nackte Gier ihn zu so etwas gebracht hat. Für wahrscheinlicher halte ich, dass ihn finanzielle Probleme dazu getrieben haben.
Als Mark King 2016 die Northern Ireland Open gewonnen hatte, da machte er ja keinen Hehl daraus, dass er davor eigentlich pleite war. Erst ein Darlehen seines Vaters habe ihm die Teilnahme in Belfast ermöglicht. Das Problem von Mark King war offensichtlich, dass er viel Geld verspielt hat. Seine Spielsucht hat er selber ja auch öffentlich gemacht. In einer solchen Situation ist man natürlich anfällig, leider. Aber das kann und darf ein solches Fehlverhalten nicht entschuldigen.
Die finanziellen Probleme von Mark King scheinen jetzt natürlich erst recht anzudauern. So haben seine Vertreter vor Gericht „pro bono“ gearbeitet, also ohne Bezahlung. Kings leere Kasse lässt mich auch daran zweifeln, dass er im März 2028 eine Rückkehr in die Snooker-Welt versucht. Dazu müsste er nämlich erst einmal die Verfahrenskosten in Höhe von gut 68.000,- Pfund (etwa 81.000,- Euro) bezahlen.
Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtskräftig. Mark King hat noch bis zum 28. November Gelegenheit, dagegen Widerspruch einzulegen.
Die WPBSA betont in ihrer Erklärung auch, dass gegen Joe Perry und John Higgins keine Vorwürfe erhoben wurden und gegen die beiden kein Verdacht besteht.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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