Rolf-Kalb-Blog zur Snooker-WM: Rekord von gesetzten Spielern bringt Traum-Achtelfinals mit Ronnie O'Sullivan

Mit 15 gesetzten Spielern stellten die Akteure bei der Snooker-WM in Sheffield einen alten Rekord ein. Das führt zu einer Reihe von Hammer-Matches im Achtelfinale. Der Eurosport-Experte und langjährige Kommentator Rolf Kalb hat in Runde eins viele gute Leistungen gesehen, aber noch nicht den Überflieger. Aber für ihn beginnt im Achtelfinale die WM erst richtig. Hier sein Fazit zur ersten Runde.

Mit Spaß und Können: Robertson mit Century ins Achtelfinale

Quelle: Eurosport

Im Achtelfinale der Snooker-WM geht richtig die Post ab. John Higgins gegen Ronnie O’Sullivan, Zhao Xintong gegen Ding Junhui, Kyren Wilson gegen Mark Allen, Mark Selby gegen Wu Yize. Das sind richtige Hammer-Matches; und die Liste ließe sich noch fortsetzen.
Das liegt natürlich in erster Linie daran, dass 15 der 16 gesetzten Spieler die zweite Runde erreicht haben. Damit wurde der Rekord aus den Jahren 1983 und 1993 eingestellt. Zum Vergleich: 2025 erreichten zehn Gesetzte die zweite Runde, 2024 gar nur acht. Noch nie haben alle 16 Gesetzten das Achtelfinale erreicht.
Ich habe in der ersten Runde durch die Bank solide Leistungen gesehen, einige gute und einige sehr gute. Vor allem Wu Yize hat mit seinem Break-Festival überzeugt. Aber es war kein Überflieger dabei, bei dem man sagen könnte, der Weg zum Titel geht nur über ihn.
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"Ein Sensationsstoß": Williams glänzt gegen Hawkins

Quelle: Eurosport

Die WM ist ein Marathon

Das ist aber auch nicht tragisch. Die WM ist ein Marathon. Da muss man noch nicht zu Beginn einen richtigen Hammer raushauen. Im Gegenteil: Das kann sogar kontraproduktiv sein, wenn einem dann am Ende die Körner ausgehen. Die erste Runde ist gerade für die gesetzten Spieler eine nervöse Angelegenheit. Da geht es dann in erster Linie darum, die Runde zu überstehen, damit mit dem Achtelfinale die WM dann so richtig beginnt.
Beispiel Ronnie O’Sullivan: Der zeigte bei seinem 10:2 über He Guoqiang eine Leistung, auf der er sicher aufbauen kann. Er weiß aber selber, dass das Duell gegen He kein echter Test für ihn war. Nach seinem Sieg hat O’Sullivan ja auch selber gesagt, dass er noch immer nicht wisse, wo er stehe. Das war eine realistische Einschätzung. Gegen John Higgins jetzt im Achtelfinale wird er es erfahren.

Nervosität bei Zhao unübersehbar

Bei Titelverteidiger Zhao Xintong war die Nervosität unübersehbar. Ich hatte es ja schon in einer Vorschau geschrieben: Das Gefühl, als Titelverteidiger die WM zu eröffnen, kann man nicht simulieren. Umso wichtiger ist für ihn, dass er diese Hürde genommen hat. Das macht ihn ab jetzt besonders gefährlich. Sein Achtelfinale gegen Ding Junhui wird nicht nur in China die Fans elektrisieren.
Ganz besonders freue ich mich auf das Duell zwischen Mark Selby und Wu Yize. Da treffen Spielerpersönlichkeiten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Selby ist ein überragender Allrounder, der mit allen Situationen zurechtkommt. Wu dagegen ist in der Lage, mit seiner Offensiv-Power jeden Gegner zu überrollen. Das wird mehr als interessant.

Wilson und Murphy mit Comebacks

Praktisch schon ausgeschieden waren in der ersten Runde Shaun Murphy und Kyren Wilson. Murphy rettete sich mit einer brillanten Clearance im Decider gegen Fan Zhengyi. Die bezeichnete er als die beste seiner Karriere angesichts der Situation.
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Murphy beendet Crucible-Session mit 140er-Break gegen Zhengyi

Quelle: Eurosport

Wilson bewies wieder einmal seine Kämpfer-Qualitäten, als er die letzten sieben Frames gegen Stan Moody gewann. Allerdings profitierte er davon, dass Moody am Ende seine Chancen nicht mehr nutzte. Und im Achtelfinale gegen Mark Allen geriet er auch sofort wieder unter Druck, als der Nordire auf 5:0 davonzog. Mit dem 3:5 hielt Wilson am Ende den Schaden noch einmal in Grenzen. Aber noch so eine Session darf er sich nicht erlauben. Dazu muss er sich aber irgendwie mit seinem Queue anfreunden.
Überraschend nervös agierte Neil Robertson in seiner ersten Session gegen Pang Junxu. Da merkte man, dass der Australier einige schlechte Crucible-Erinnerungen mit sich rumschleppte. Beinahe kurios ja auch, dass er Frame zwei vorzeitig aufgegeben hatte, weil er sich verrechnet hat. Umso beeindruckender war dann aber seine Steigerung in der zweiten Session bei seinem 10:6.
Die verbliebenen Akteure kämpfen noch bis zum 4. Mai im Crucible Theatre um den wichtigsten Snooker-Titel des Jahres. Eurosport begleitet die Titelkämpfe gewohnt ausführlich mit vielen Berichten, Hintergründen und Höhepunkten im Netz sowie den Bewegtbilder im linearen TV und bei HBO Max. Die Weltmeisterschaft ist und bleibt bei Eurosport ganz einfach ein Festival für die Fans.
Viel Spaß dabei und herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Total Clearance! Hawkins startet mit Century gegen Williams

Quelle: Eurosport


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