Kleckers hat eine durchwachsene Saison 2020/21 hinter sich. Der Essener musste viele Erstrundenniederlage einstecken, konnte allerdings auch einige Überraschungserfolge verbuchen. So kam er bei der WM-Qualifikation in die zweite Runde.
"Ich war sehr dankbar, dass wir überhaupt die Möglichkeit hatten zu spielen. Auch wenn es ärgerlich war, dass einige Turniere ausgefallen sind, war es natürlich toll, dass wir einen so vollen Terminkalender hatten", meinte Kleckers rückblickend.
Der 25-Jährige, Spitzname "Die Katze", hat sich auf Rang 80 in der Weltrangliste hochgespielt. Für einen dauerhaften Platz in der Snooker-Elite muss er in die Top 64 vorstoßen.
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"Ich möchte in erster Linie Konstanz in mein Spiel bekommen und konstantere Ergebnisse abliefern. Das Hauptziel ist, auf der Main Tour zu bleiben. Das wird sehr schwierig, ist aber für mich ein realistisches Ziel", blickte Kleckers bereits voraus.

Kleckers feiert gegen Selby größten Karriereerfolg

Das er die Fähigkeiten dazu hat, hat er im vergangenen November bei den Northern Ireland Open mehr als unter Beweis gestellt. Dort schlug der Essener den späteren Weltmeister Mark Selby glatt mit 4:0 und kämpfte sich in die Runde der letzten 32.
"Der Erfolg gegen Selby war mein Highlight. Der erste Frame war sehr umkämpft, den habe ich trotz Rückstand noch auf Schwarz gewinnen können. Und dann ist der Druck weggegangen. Ich war 1:0 vorne, hatte nichts zu verlieren und dann lief es einfach sehr gut", schaute Kleckers zurück.
"Bis ich 3:0 und 50:0 vorne war, habe ich noch keinen Gedanken daran verschwendet, dass ich gewinnen kann. Ich wusste genau, dass ich gegen Selby erst gewonnen habe, wenn ich den Matchball gelocht habe. Selby ist ja bekannt, dass er auch gerne einen großen Rückstand drehen kann", fügte der 25-Jährige an.
Doch Kleckers behielt die Nerven und feierte den bislang größten Sieg seiner Karriere. Selby ist einer seiner Lieblingsspieler, dessen Spielweise er häufig analysiert, um sich selbst zu verbessern.
"Bei Selby schaue ich mir an, welche Wege er immer findet. Wege, wie er den Spielball für den Gegner versteckt und sich so Chancen erarbeitet, da ist er für mich ganz weit vorne. Wenn ich seine Spiele schaue ich immer, wie er das hinbekommt und wie ich seine Gedanken dann auch in mein Spiel einbauen kann", so Kleckers.

Lukas Kleckers schaltete beim Northern Ireland Open sensationell Mark Selby aus

Fotocredit: Imago

Kleckers: Konstanz großer Unterschied zur Weltspitze

Insgesamt sieht die derzeitige deutsche Nummer zwei hinter Simon Lichtenberg allerdings noch große Unterschiede zwischen ihm und der Weltelite.
"Zu den absoluten Topstars fehlt spielerisch noch einiges. Alle Spieler auf der Main Tour können hohe Breaks schießen und Frames mit einer Chance entscheiden. Aber die Top 16-Spieler machen das viel regelmäßiger, das größte Unterschied ist einfach die Konstanz. Die Topspieler können das gefühlt auch im Schlaf und bei mir ist das dann doch noch mehr Arbeit", analysierte Kleckers.
Der Essener sieht zudem noch einen deutlichen Unterschied zwischen den allerbesten Spielern und der erweiterten Weltspitze. Die Topspieler haben Fähigkeiten, die sich vom Rest nochmal abheben.
"Jeder dieser absoluten Topstars hat etwas ganz Besonderes. Ronnie O'Sullivan hat eine Kontrolle über den Spielball, die ist einzigartig. Bei Mark Selby ist es das Spielverständnis sowie seine Safeties, die sind einmalig, John Higgins hat ein unglaublich gutes Allround-Spiel", sagte Kleckers.
Gegen die Superstars zu spielen, ist für Kleckers immer noch etwas Spezielles. "Es ist immer noch was Besonderes gegen die Superstars zu spielen. Ich schaue den großen Spielern seit 15 Jahre im Fernsehen zu."

Mark Selby ist zum vierten Mal in seiner Karriere Snooker-Weltmeister

Fotocredit: Getty Images

O'Sullivan ist Kleckers Snooker-Idol

Besonders angetan ist der Essener von Superstar O'Sullivan. Der sechsmalige Weltmeister ist für Kleckers ein Idol am grünen Tisch.
"Ich habe immer am liebsten O'Sullivan zugeguckt. Mit acht Jahren habe ich angefangen Snooker zuschauen, da hatte ich noch kein Spielverständnis und obwohl ich kein Spielverständnis hatte, habe ich bereits verstanden, dass er das besonders gut kann", erklärte Kleckers.
Bis zum WM-Titel ist es für den Deutschen noch ein weiter Weg. Doch der 25-Jährige hat sich für seine Karriere einen großen Wunsch gesetzt, er möchte einmal im Crucible Theatre dabei sein.
"Das wäre ein absoluter Traum. Das gehört zu den größten Zielen, da mal mitzuspielen. Als ich das erste Mal vor Ort als Zuschauer dabei war, habe ich mir gesagt, dass ich da irgendwann auch mal dabei sein will", so Kleckers.
Die nächste Chance dazu, den Traum zu erfüllen, besteht bereits in der kommenden Saison.
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