Ronnie O’Sullivan spricht offen über überstandene Alkoholsucht: "Konnte irgendwann nicht mehr nüchtern leben"

Snooker-Legende Ronnie O'Sullivan hat in einem ausführlichen Interview offen und ehrlich über seine Suchtprobleme und den Weg zurück zu sportlicher Stabilität gesprochen. Der siebenfache Weltmeister, der im Dezember 50 Jahre alt wird, erklärte im Gespräch mit "TNT Sports", er sei "glücklich, überhaupt noch am Leben zu sein". Zudem blickt er optimistisch auf die WM im kommenden Jahr.

O'Sullivan schonungslos: "Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte ..."

Quelle: Eurosport

Konkret bezeichnete der Engländer seine Entscheidung, exzessive Partynächte gegen exzessives Lauftraining einzutauschen, als lebensrettend. O'Sullivan schilderte, dass ihn eine jahrelange Phase des Selbstschadens und eine tiefe Alkoholabhängigkeit beinahe seine Karriere und seine Zukunft gekostet hätten.
Rückblickend spreche er von "sechs verlorenen Jahren", die in seine Jugend- und frühen Profi-Zeit fielen. "Zwischen 19 und 25 habe ich viel kaputt gemacht", sagte er. "Ich wünschte, ich könnte diese Jahre zurückholen."
O'Sullivan weiter: "Ich konnte irgendwann nicht mehr nüchtern leben. Ich dachte immer, ich hätte die Kontrolle zurückgewonnen, bis es wieder abstürzte."
Erst ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik habe ihn aus der Spirale herausgeführt. 30 Tage stationär, gefolgt von neun Monaten Trockenheit - ehe er einen Rückfall erlitt, der ihm endgültig die Augen öffnete.
"Ein Drink ist für einen Süchtigen wie tausend", erklärte er. Erst die vollständige Akzeptanz seiner Sucht habe eine Wende ermöglicht.

O'Sullivan spricht über Inspiration durch Charlie Sheen

Der 49-Jährige gab zu, lange unterschätzt zu haben, wie ernst seine Lage war. Er habe zwar nie den Punkt eines Vollzeit-Alkoholikers erreicht, aber klar eine gefährliche Abhängigkeit entwickelt.
Besonders belastend sei gewesen, dass der sportliche Druck und der Versuch, trotz intensiver Partynächte Spitzenleistungen zu bringen, zunehmend kollidierten.
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Ronnie O'Sullivan

Fotocredit: Getty Images

Bemerkenswert offen sprach O’Sullivan auch über die Wirkung einer Dokumentation über Hollywood-Schauspieler Charlie Sheen, die ihn tief getroffen habe. Der Film über Sheens jahrzehntelangen Kampf mit Alkohol und Selbstzerstörung habe ihm gezeigt, wie knapp er selbst einer ähnlichen Entwicklung entgangen sei. "Als ich das sah, dachte ich: Er ist glücklich, dass er lebt. Und ich dachte sofort: Das hätte ich sein können."
Die Wende brachte eine neue, gesündere Obsession: das Laufen. "Es ist auch eine Art Sucht - aber eine, die mich am Leben hält", sagte er. Das Training sei für ihn mittlerweile essenzieller Bestandteil seiner mentalen Stabilität und helfe ihm, die dunklen Phasen zu kontrollieren.

Achter WM-Titel? O'Sullivan: "Ich fühle mich gut"

Sportlich erlebt O’Sullivan derzeit einen späten zweiten Frühling. Mit neuem Queue, Wohnsitz in Dubai und frischer Motivation fühle er sich so zufrieden mit seinem Spiel wie seit Jahren nicht mehr. "Ich genieße Snooker heute vielleicht mehr denn je", sagte er. "Auch wenn der Druck hoch ist - ich habe mir etwas von meinem jugendlichen Spaß bewahrt."
Der 23-fache Triple-Crown-Champion glaubt zudem fest an "Snooker-Götter", die Spielern manchmal Erfolge schenken, wenn sie sie am wenigsten erwarten. Dieses Vertrauen begleitet ihn nun in ein sportlich wichtiges Jahr: In Sheffield könnte er sich mit einem achten WM-Titel endgültig unsterblich machen und Stephen Hendry hinter sich lassen.
O’Sullivan selbst sieht den historischen Meilenstein gelassen, aber nicht unerreichbar: "Ich fühle mich gut. Ich spiele gut. Ob es reicht, sehen wir. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich überhaupt noch einmal so weit komme."
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Maximum Break in Qualifikation: Pullen jubelt über 147 Punkte

Quelle: Eurosport


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