Saudi Arabia Snooker Masters 2024: Das Fazit nach neun starken Spieltagen mit riesigen Matches vor leeren Rängen

Beim Saudi Masters in Riad gab etliche überragende Matches mit spektakulären Breaks und sogar einer 147 - aber auch viele Stunden, in denen extrem wenig Publikum gekommen war. Die Atmosphäre erinnerte an die Covid-Jahre. Außer Ronnie O'Sullivan spielten alle Stars mitunter vor gähnend leeren Rängen: Judd Trump, Mark Williams, Shaun Murphy, Si Jiahui, Neil Robertson und Jimmy White. Ein Kommentar.

Trump nach Premieren-Titel in Riad: "Williams war besser"

Quelle: Eurosport

Während der Pandemie wurden die Spiele in der Marshall Arena von Milton Keynes durch einen Tontechniker begleitet, der bei tollen Momenten Begeisterung vom Band lieferte.
Legendär war seinerzeit der Spruch von BBC-Kommentator Stephen Hendry, als der Knöpfchendrücker einmal keine Reaktion zeigte: "That's a tough crowd!" - Schwer zu begeistern, die Fankurve.
In Riad hätte man solche "künstlichen Appläuse" phasenweise bitternötig gehabt.
Scherz beiseite: Die Verantwortlichen in Riad und bei der World Snooker Tour müssen sich dringend etwas einfallen lassen. Schließlich ist das Championat auf mindestens zehn Jahre angelegt. Die Spieler haben Werbung für den Snookersport gemacht.
Das Event wurde im wahrsten Sinne des Wortes mit Vorschuss-Lorbeeren überhäuft und allein aufgrund seiner 2,7 Millionen Euro Preisgeld zum "vierten Major-Turnier" neben den Großen Drei ausgerufen (UK Championship, Masters, WM). Aber die Atmosphäre gestaltete sich überwiegend steril - abgesehen von den Halbfinals, dem Finale und den Auftritten von Ronnie O'Sullivan.
In einer Metropole mit sieben Millionen Einwohnern hätte es reichen müssen, jedem, der irgendetwas mit dem Billardsport zu tun hat, ein Bündel Freikarten in die Hand zu drücken. Dass selbst die Größten der Szene an Tisch eins zeitweilig bei völliger Stille ihre Kreise zogen, muss global im TV gewirkt haben, als interessiere sich vor Ort kaum jemand für ihre Klasse. Und das kann niemand ernsthaft wollen.

Gesund durch Sport und Spiel

Ein Ziel der saudischen Agenda lautet gemäß Neil Robertson: "Saudi-Arabien investiert in Sport, um seine junge Bevölkerung anzuregen, aktiv zu werden und gesund zu leben. Es ist großartig, dass Snooker Teil dieser Strategie ist."
Hossein Vafaei hat einige dieser Kids im Umfeld der Green Halls getroffen und war begeistert, dass es "Jugendliche gibt, die sich ernsthaft dafür interessieren, Snooker zu spielen, statt nur vor der PlayStation zu hocken." Aber es waren offensichtlich zu wenige ...

Halbfinale in zwei Sessions?

Ob es darüber hinaus Sinn ergibt, ein solch großes Feld im Speed-Modus durch den Turnierbaum zu jagen, ist ebenfalls leicht fragwürdig. Wenn man schon ähnliche Preisgelder auslobt wie bei der WM, dann könnte man zumindest die Matches ab dem Viertelfinale oder Halbfinale in zwei Sessions spielen - und das Finale im Modus Best of 21.

Herzlichkeit und Respekt

Allerbeste Werbung für den Sport waren hingegen wie gewohnt die Momente überragender Fairness, vor allem angesichts bitterer Niederlagen. Ben Woollaston gratulierte Zhang Anda nach dessen 5:0-Gala mit einem offenen, neidlosen Lächeln, und Scott Donaldson klatschte Beifall zu Xiao Guodongs brillantem Century im Decider des Achtelfinals. Hier ging es um 30.000 für den Verlierer und 50.000 Pfund für den Gewinner. Der freundschaftliche, intensive Handshake der beiden war an Herzlichkeit und Respekt nicht zu überbieten.

Total spontan: Noppon Saengkhams Maximum

Neben den epischen Matches der letzten Vier ragte ein weiterer Moment heraus: Gleich im ersten Frame von Noppon Saengkhams Match gegen den Iraner Amir Sarkosh hatte der Thailänder eine Idee für sein Breakbuilding. Nach der ersten Roten stand für ihn fest: Ich spiele ein Maximum Break. Gesagt, getan. Und da kein weiterer Spieler während der Saudi Masters eine 147 vollenden konnte (auf dem besten Weg war Si Jiahui in seinem Halbfinale gegen Ronnie O'Sullivan), nahm Noppon eine Sonderprämie von 50.000 britischen Pfund (59.000 Euro) in Empfang.
Spielt er im Rahmen der Triple Crown dieser Saison (UK Championship, Masters, WM) ein weiteres Maximum, ist eine Zusatz-Zahlung seitens der World Snooker Tour fällig: 147.000 Pfund - rund 175.000 Euro.
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Im Decider: Trump kommt nach 0:62 zurück und holt den Titel

Quelle: Eurosport


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