Ein Grund ist für Ronnie O'Sullivan die fehlende Unterstützung für englische Spieler. Auf die Frage, ob es genug Support für junge Snooker-Spieler gebe, meinte er: "Offensichtlich nicht, und ich denke, es ist Sache des Snooker-Verbandes (World Professional Billiards and Snooker Association, Anm. d. Red.), dies zu finanzieren und Einrichtungen zur Verfügung zu stellen."
Wenn er einen Sohn hätte, würde er ihm vom Snooker abraten: "Mir wäre es lieber, er würde Golf, Fußball oder Tennis spielen."
Für einen Spieler wie O'Sullivan, der als einer der erfolgreichsten Snooker-Profis der Geschichte gilt, sind dies durchaus überraschende Aussagen.
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Darauf angesprochen entgegnete er: "Ich bin ein ehrlicher Mensch, ich werde Ihnen eine ehrliche Meinung sagen. Ich werde Ihnen nicht die Gründe dafür nennen, aber wenn ich ein Kind oder einen Sohn hätte - und das habe ich - würde ich definitiv sagen: Entscheide dich nicht für Snooker."

O'Sullivan hält Tennis für attraktiver

Sein Sport sei "vielleicht vor 20, 25 Jahren ein sexy Sport gewesen", seither sei Snooker aber ins Hintertreffen geraten.
Tennis sei laut O'Sullivan heute attraktiver. "Wenn man ein Kind hat, möchte man, dass es einen Sport treibt, wie Emma Raducanu, sie macht das fantastisch", meinte er über die junge britische US-Open-Siegerin (19 Jahre).
Auch Golf mit dem Nordiren Rory McIlroy als strahlende Figur und Fußball zählt der 46-Jährige zu den attraktiveren Alternativen: "Das sind einfach schöne Sportarten, die man betreiben kann."

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Ronnie O'Sullivan: "Such dir einen anderen Job"

Der Triple-Crown-Rekordsieger schließt allerdings nicht aus, dass sein Sport in Zukunft wieder an Attraktivität gewinnen könnte. "Vielleicht ist Snooker in 20 bis 30 Jahren wieder ganz oben, aber im Moment würde ich sagen: Geh und such dir einen Job, Kumpel. Vergiss Snooker. Vergesst es. Das ist meine ehrliche Meinung", so "The Rocket".
Dabei spielt für O'Sullivan auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Insbesondere für Spieler, die nicht zur absoluten Weltspitze gehören. Der 125. der Golf-Weltrangliste würde deutlich mehr verdienen als der 125. in der Snooker-Weltrangliste, führte er an.
"Sie können es sich leisten, ein paar Cuts zu verpassen, weil sie genug Geld verdienen, um solche Verluste auszugleichen", erklärte der Engländer und nahm seinen Gegner Michael Georgiou aus Zypern, den er zuvor in 37 Minuten 4:0 besiegte hatte als Beispiel: "Eine Möglichkeit, dem abzuhelfen, wäre, den Verlierern der ersten Runde zumindest ihre Kosten zu erstatten. Viele dieser Jungs haben das Geld nicht: Sie kommen und werden geschlagen, wie Michael Georgiou. Er ist jetzt zweimal ausgepumpt worden. Er hat jetzt zweimal 0:4 und 0:4 gegen mich verloren, und er muss seine Spesen selbst bezahlen. Das hat ihn 300 bis 400 Pfund gekostet. Das ist unfair."
O'Sullivan machte daraufhin den Vorschlag, das Preisgeld von oben wegzunehmen und weiter nach unten zu verteilen. "Die Gewinner brauchen das zusätzliche Geld nicht wirklich, gib es den Verlierern der ersten Runde, damit es sie wenigstens nichts kostet. Dann kann man es einen Job nennen", so O'Sullivan, der in der zweiten Runde auf den Chinesen Liang Wenbo trifft.
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