Snooker-WM 2019 | Judd Trump ist neuer Snooker-Weltmeister

Der Engländer Judd Trump hat sich erstmals zum Snooker-Weltmeister gekürt. Im berühmten Crucible Theater in Sheffield setzte sich der Weltranglisten-Siebte mit 18:9 Frames überlegen gegen den viermaligen schottischen Champion John Higgins durch und feierte damit den deutlichsten Finalsieg seit Higgins' Triumph 2009 gegen Shaun Murphy (England).

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John Higgins spielte ein sehr gutes Finale und gestand doch nach dem Ende: "Ich kann froh sein, dass ich neun Frames geholt habe.“ Zu überragend spielte der neue Champion, hob Snooker gar phasenweise, wie auch Eurosport-Experte Ronnie O’Sullivan betonte, auf ein neues Level.
Es war ein Endspiel der Rekorde. Insgesamt elf Centuries spielten die beiden; so viele gab es noch nie in einem Match im Crucible.
Trump alleine sorgte für sieben Breaks von mehr als 100 Punkten; damit stellte er den Rekord von Ding Junhui ein. Und insgesamt wurde mit 100 Centuries bei dieser WM der alte Rekord von 86 Hunderter-Breaks pulverisiert.

Trump in eigener Liga

In der Neuauflage des Endspiels von 2011 spielte der 29-Jährige Trump überragendes Snooker und ließ dem routinierten Higgins an beiden Finaltagen der Best-of-35-Serie keine Chance. Bereits am Sonntagabend hatte er mit acht gewonnenen Frames in Folge zum 12:5-Zwischenstand für die Vorentscheidung gesorgt, am Montag setzte Trump seinen Lauf dann nervenstark fort.
Zunächst war es aber am Schlusstag John Higgins, der die Spannung unter den Fans steigen ließ: Im 18. Frame nahm er Kurs auf ein Maximum. Die letzte Rote lochte er dabei als spektakuläres Double, verschoss dann aber nach 113 Punkten Schwarz. Davon unbeeindruckt verkürzte der Schotte im nächsten Frame dank einer 59er-Clearance bis Pink sogar auf 7:12.

Kurzer Prozess am Abend

Dann aber machte Judd Trump klar, dass er ein Comeback von Higgins nicht zulassen wollte. Mit Breaks von 101, 71 und 126 Punkten zog er auf 15:7 davon. Higgins schlug zwar noch einmal zurück und kam auf 9:15 heran, doch den wichtigen letzten Frame der dritten Session holte sich wieder Trump.
Seine 104, auch das ein Maximum-Versuch, war das 100. Century dieser WM. Am Abend machte Trump dann kurzen Prozess: Mit Breaks von 94 und 62 Punkten machte er den Triumph perfekt.
2011 hatte Higgins das Finalduell mit Trump 18:15 für sich entschieden, zuletzt aber auch 2017 (gegen Mark Selby) und 2018 (gegen Mark Williams) das WM-Endspiel verloren. Judd Trump stand nun zum zweiten Mal im Finale.
Mit dem Triumph ist eine große Last von seinen Schultern genommen, hatten sich doch viele Beobachter schon gefragt, ob er das Zeug zum Weltmeister habe. In der Weltrangliste klettert er dank seines Erfolges auf den zweiten Platz hinter Ronnie O’Sullivan.
Gleichzeitig komplettierte er als elfter Spieler überhaupt erst die sogenannte "Triple Crown". Das sind die Spieler, die mit der WM, dem Masters und der UK Championship die drei wichtigsten Titel alle gewonnen haben.
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