Hendry und White fanden im English Institute of Sport in Sheffield nur schwer in die Partie, Anspannung und Nervosität waren bei beiden spürbar. Viele einfache Fehler schlichen sich in den ersten beiden Frames ein. Am Ende schnappte sich White Durchgang eins, Hendry Nummer zwei.
Im dritten Frame sah es so aus, als ob sich der 58-jährige White die Führung wieder zurückerobern würde. Der "Wirbelwind" lag im Endspiel auf die Farben vorne, Hendry brauchte schon Snooker und nur noch Pink und Schwarz waren auf dem Tisch.
Doch der Schotte holte sich zunächst die benötigten Foulpunkte und kam anschließend selbst aus einem Snooker hinter Schwarz raus. Dabei lochte der "Golden Boy" zudem Pink über Bande. Beide Spieler hatten in der Folge die Chance, sich Schwarz und somit den Frame zu holen - letztendlich gelang Hendry dies, der damit 2:1 in Führung ging.
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Da guckt White in die Röhre: Hendry dreht Frame noch auf Schwarz

Während der siebenmalige Weltmeister in Folge immer sicherer in seinem Lochspiel wurde, hatte White nach wie vor zu kämpfen und machte mehr einfachere Fehler als sein Gegenüber. So sicherte sich Hendry auch die nächsten beiden Durchgänge und stellte auf 4:1.

"Das war ein Prachtstück": White zaubert gegen Hendry

Hendry feiert ersten Sieg seit 2012

Die Vorentscheidung fiel dann im sechsten Frame. White war mit 62:0 in Führung gegangen und stand unmittelbar vor seinem zweiten Framegewinn. Doch Hendry lochte plötzlich wie in guten alten Zeiten und fing ihn mit einer 66er-Clearance, dem höchsten Break der Partie, noch ab.

"Der Killerschlag": Hendry stiehlt Frame mit grandioser Clearance

White gab sich allerdings auch beim Stand von 1:5 noch nicht geschlagen. Der sechsmalige Vizeweltmeister verkürzte in der Folge auf 3:5 und hatte dabei unter anderem mit einem frameentscheidenden Fluke auf Gelb im siebten Durchgang etwas Glück.

"Wow": White mit Fluke auf Gelb zum Framegewinn

Hendry allerdings blieb unbeeindruckt. Eine 52 im neunten Frame war für den 52-Jährigen schließlich der Grundstein zum am Ende verdienten und deutlichen 6:3-Erfolg. Die mentale Stärke im dritten und sechsten Durchgang, die jeweils auf Schwarz pro Hendry entschieden wurden, machten letztendlich den Unterschied.
Für Hendry war es der erste Erfolg auf der Main Tour seit seinem 13:4-Erfolg im Achtelfinale bei der WM 2012 über John Higgins. Nach der 2:13-Niederlage im folgenden Viertelfinale gegen Stephen Maguire beendete der 36-malige Rankingevent-Sieger seine Karriere, bevor er im März 2021 aus dem Ruhestand zurückkehrte.

White verliert seine Tourkarte

Für White ist die Niederlage eine besonders bittere. Zum einen verliert er durch sein frühes WM-Aus seine Tourkarte für die kommende Saison und muss nun auf eine Invitational-Tourkarte von World-Snooker-Tour-Chef Barry Hearn hoffen. Ansonsten müsste sich White seinen Platz in der Q-School zurückholen.
Zum anderen hatte der Engländer gegen Hendry zu Beginn der 1990er-Jahre gleich vier WM-Endspiele verloren und gilt bis heute als bester Snookerspieler, der nie den WM-Titel holte. Nun zog er auch 2021 gegen Hendry den Kürzeren.
In insgesamt 61 Duellen der einstigen Dauerrivalen war es der 37. Sieg für Hendry - bei 19 Niederlagen und fünf Remis. Bei der WM lautet die Bilanz nun 6:2 pro Hendry.
Dem "King of the Crucible" fehlen damit nur noch drei Siege bis zum Einzug in die Hauptrunde. Nächster Gegner Hendrys ist am Mittwoch (ab 20:30 Uhr live im Eurosport Player und bei Eurosport mit JOYN Plus) in der zweiten Qualifikationsrunde der an Position 80 gesetzte Chinese Xu Si.

Jimmy White und Stephen Hendry

Fotocredit: Getty Images

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