Durch seinen Anstoß bleibt die Weiße an den Roten förmlich kleben. So konnte Craigie in der Mehrzahl der Frames damit wenig anfangen und legte den Spielball entweder an die Fußbande oder tippte ihn nur leicht an.
"Ich würde es gegen einige Gegner genauso machen wie du, aber ich kann mir vorstellen, dass es verboten wird", sagte der ehemalige Snooker-Spieler und heutige Eurosport-Experte Neal Foulds im Siegerinterview Richtung Williams.
Der dreimalige Weltmeister reagierte fragend: "Wie können sie das verbieten, wenn es ein total legaler Stoß ist?", meinte Williams im Eurosport-Studio und fügte an: "Der einzige Grund, warum ich das tue, ist, dass ich es satt habe, einen langen Einsteiger stehen zu lassen."
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Der 46-Jährige erklärte, dass er schon häufiger einen guten Anstoß gespielt habe, einige Gegner trotzdem anschließend eine lange Rote lochten. "Ich wollte einfach einen Weg finden, sie davon abzuhalten - und das habe ich getan", so Williams.

"Nicht jedermanns Geschmack": Williams' kontroverser Anstoß

Snooker-WM: Trump gegen Williams' Anstoß

Insbesondere die Topspieler wie Judd Trump und Neil Robertson würden jede Gelegenheit nutzen, einen langen Einsteiger anzugehen und zu lochen. Trump äußerte sich bereits zuvor zum Anstoß von Williams und meinte, dass es dem Spiel schaden würde.
"Trump mag das nicht, das ist klar. Er locht ja dann auch immer diese langen Bälle. Jeder kann seine Meinung haben. Ich will einfach nur, dass keine Rote liegen bleibt und mir dann der Andere ein Break um die Ohren schießt", machte Williams seine Position deutlich.
Experte Foulds sieht ein größeres Problem aufkommen, falls es Nachahmer geben sollte. "Wenn das jeder macht, dann wird es sehr viele zähe Frames geben", warnte der WM-Halbfinalist von 1987. Doch Williams sagte, dass er weiterhin diesen kontroversen Anstoß spielen werde.

Snooker-WM: Kalb verteidigt Williams

Eurosport-Kommentator und Snooker-Fachmann Rolf Kalb kann Williams verstehen: "Diese Variante des Anstoßes ist absolut zulässig – nichts in den Regeln widerspricht dem. Mark macht also nicht Verkehrtes. Ich verstehe, dass er seinem Gegner nicht die Chance zum langen Einsteiger geben will."
Wie Foulds sieht auch Kalb allerdings die Gefahr, dass die Attraktivität des Spiels durch diese Form des Anstoßes abnimmt und ist überzeugt, dass Williams mit intensivem Training seinen Anstoß verbessern könnte und somit keine lange Rote liegen lassen würde.
"Bei Marks Variante ist man nach zwei bis drei Stößen wieder in einer normalen Spielsituation. Ein Vorteil ist dabei, dass Schwarz frei und spielbar bleibt. Wenn aber der Gegner auch negativ spielt und den Spielball nur an die Kopfbande legt, statt in Richtung der kleinen Farben bewegt, dann droht ein Ping-Pong und ein schnelles Re-Rack", so Kalb.
Doch Williams bleibt trotz der ganzen Debatte um seinen Anstoß gewohnt gelassen. "Es wurde eine E-Mail verschickt, in der die Spieler gefragt, was sie darüber denken. Es gibt viel schlimmere Dinge, als sich über meinen blöden Anstoß Gedanken zu machen. Also hören wir auf damit", schloss der 46-Jährige.

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