Snooker-WM: Die Chancen der anderen im Crucible Theatre von Sheffield - Kalb-Blog zur Weltmeisterschaft

Wer wird am 1. Mai im Crucible Theatre von Sheffield als neuer Snooker-Weltmeister gekrönt werden? Die 16 gesetzten Spieler werden sich alle gute Chancen ausrechnen. Aber es kann nur einer schaffen. Wer am Ende ganz oben steht, der hat 17 Tage lang ein Auf und Ab erlebt, ein Wechselbad der Gefühle. Unwägbarkeiten gibt es viele, meint Eurosport-Kommentator Rolf Kalb in seinem aktuellen Blog.

Luca Brecel

Fotocredit: Eurosport

In meinem letzten Blog habe ich mich ja schon mit den Chancen der Top-Favoriten bei dieser Snooker-WM beschäftigt. Aber alle Spieler, die zum erlauchten Kreis der Gesetzten gehören, werden sich durchaus Chancen ausrechnen. Aber sind die realistisch?
Da ist zum Beispiel ein Luca Brecel. Es gibt keinen Zweifel, dass der Belgier das Spiel hat, das man braucht, um zu gewinnen. An guten Tagen kann er alle überrollen. Aber die Betonung liegt auf "an guten Tagen". Die kommen bei ihm nämlich nicht unbedingt regelmäßig. Ihm fehlt die Konstanz, und die braucht man bei der WM. Hinzu kommt, dass er noch immer auf seinen ersten Sieg im Crucible Theatre wartet. Fünf Mal war er dabei, und jedes Mal ist er in der ersten Runde gescheitert.
Robert Milkins spielt die bisher beste Saison seiner Karriere. Beim German Masters hatte er bei seinem 5:6 in der Vorschlussrunde gegen Ali Carter das Finale nur knapp verpasst. Bei den Welsh Open aber gewann er den Titel. Im Crucible Theatre ist er zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder dabei. Zweimal stand er bisher im WM-Achtelfinale. Für mich ist er ein Spieler, der anderen durchaus ein Bein stellen kann. Aber das Halbfinale traue ich ihm nicht zu.
Sehprobleme haben bei Stuart Bingham dazu beigetragen, dass seine Saison bisher ein Auf und Ab war. Egal ob Brille oder Kontaktlinsen, mit nichts ist er richtig klargekommen. Zuletzt aber zeigte seine Formkurve wieder etwas nach oben. Und wie man Weltmeister wird, weiß er ja auch. Bei seinem Titelgewinn 2015 hatte ihn ebenfalls niemand auf dem Schirm. Er wird aber vor allem sehr viel Konstanz benötigen, um eine Rolle spielen zu können.

Wilson auf der Suche nach Konstanz

Konstanz ist auch das Schlüsselwort für Gary Wilson. Die fehlt seinem Spiel nämlich auch gerne einmal. Erwischt er zwei gute Wochen, dann kann er es weit bringen. Schließlich stand er schon 2019 im WM-Halbfinale. Eine goldene Woche hat er in dieser Saison erwischt, als er die Scottish Open gewann. Danach hat er das aber erst einmal nicht durch weitere gute Ergebnisse bestätigt. Erst zuletzt zeigte die Formkurve wieder etwas nach oben.
Um ehrlich zu sein: Ich glaube nicht, dass einer der Spieler, über die ich hier geschrieben habe, am Ende die WM gewinnt. Am ehesten traue ich noch Luca Brecel und Stuart Bingham eine Überraschung zu. Das wäre ja auch schon eine Halbfinal-Teilnahme.
Aber es gibt derzeit ja auch noch eine Menge Fragezeichen. Schließlich läuft derzeit noch die Qualifikation. Und die 16 Spieler, die dabei das Ticket für das Crucible Theatre lösen, dürfen nicht unterschätzt werden. Die kommen nicht als Zählkandidaten zur WM-Endrunde. Die haben allesamt nach überstandener Qualifikation viel Rückenwind und Selbstbewusstsein und stehen voll im Saft. Die Zeiten, in denen die Top-Favoriten die erste WM-Runde locker angehen konnten, sind schon seit vielen Jahren vorbei.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
picture

Fluke der leckeren Sorte: O'Sullivan locht zwei Rote

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung