Snooker-WM 2023: Ronnie O'Sullivan peilt Titelverteidigung an - große Fragezeichen hinter Rekordweltmeister

Ronnie O'Sullivan könnte bei der anstehenden Snooker-WM in Sheffield (15. April bis 1. Mai 2023) zum alleinigen Rekordweltmeister der Crucible-Ära aufsteigen. Auf dem Weg zur Titelverteidigung erwarten den Engländer jedoch einige Hürden. Eurosport-Kommentator Rolf Kalb traut O'Sullivan seinen achten WM-Titel zwar zu - die fehlende Spielpraxis sorgt jedoch für ein großes Fragezeichen.

Ronnie O'Sullivan strebt in Sheffield die Titelverteidigung

Fotocredit: Getty Images

"O'Sullivan hat das Können und die Qualität - alles, was man braucht, um Weltmeister zu werden", weiß Eurosport-Kommentator Rolf Kalb um die Stärken des 47-jährigen Starspielers. Trotz seiner unumstrittenen Qualitäten sei ein erneuter Durchmarsch zum Titel jedoch alles andere als nur Formsache.
"Ein Problem sehe ich allerdings bei ihm in dieser Saison - die fehlende Spielpraxis", legte Kalb den Finger in die Wunde. "O'Sullivan hat in letzter Zeit nicht mehr viele Matches bestritten. Teilweise war es gesundheitlich bedingt, aufgrund seiner Ellenbogenverletzung beim WST Classic. Hinzu kommt, dass es für seine Verhältnisse eher eine moderate Saison war."
Doch auch eine vermeintliche Schwächephase des Engländers vermag nicht allzu viel auszusagen, so Kalb.
"In der Saison 2012/13 hat er ein Sabbatjahr eingelegt und ist dann trotzdem Weltmeister geworden. Zudem hat er beim Hong Kong Masters und beim Champion of Champions gezeigt, dass man mit ihm auf jeden Fall rechnen muss", führte Kalb weiter aus. "Trotzdem sehe ich bei ihm große Fragezeichen."

O'Sullivan auf der Suche nach dem "Rausch"

Ohnehin komme es bei O'Sullivan häufig auf die Tagesform an. Gerade bei langen Matches wie im Rahmen einer Weltmeisterschaft entfaltet der siebenmalige Champion, der sich den WM-Titel-Rekord zurzeit mit Stephen Hendry teilt, oftmals seine Qualitäten und spielt sich in einen regelrechten Rausch.
"Wir haben auch schon oft erlebt, dass er Turniere gespielt hat, bei denen er gar nicht so viel zusammenbrachte", blickte Kalb zurück.
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Auf der Suche nach Perfektion: Ronnie O'Sullivan

Fotocredit: Getty Images

"Das ist gerade seine Stärke bei diesen langen Matches über mehrere Sessions hinweg. Da hat er es immer wieder geschafft, eine Session einzubauen, bei der er überragend gespielt hat. Und das reicht dann, um auch das Match zu gewinnen. Das ist die Qualität, die er unbedingt braucht. Ob er sie in diesem Jahr an den Tag legen kann oder nicht, das muss die Zukunft zeigen."
Ob O'Sullivan diesen Trumpf aber in den kommenden Wochen erneut ausspielen kann, "muss die Zukunft zeigen".

Trump und Robertson straucheln: Schlagen Murphy und Co. zu?

Normalerweise rücken bei der Frage nach der Konkurrenz von O'Sullivan Namen wie Judd Trump und Neil Robertson in den Fokus. Die WM 2023 findet jedoch unter gänzlich anderen Vorzeichen statt. Ähnlich wie O'Sullivan strauchelten nämlich auch seine beiden großen Rivalen in den vergangenen Wochen.
"Trump hat das Masters gewonnen und Robertson hat zwar das Mixed Doubles gewonnen, aber das ist nicht gerade der herausragende Titel. Der Australier ist in dieser Saison bisher gänzlich ohne großen Titel", fasst Kalb zusammen. "Also auch bei diesen beiden sehe ich Fragezeichen. Es kann natürlich immer sein, dass sie sich im Laufe dieser siebzehn Tage reinspielen. Das ist Judd Trump 2019 gelungen."
Neben Trump und Robertson sollte der Blick in dieser Saison laut Kalb vor allem auf Spieler wie Shaun Murphy und Mark Selby gerichtet werden.
"Schärfere Konkurrenten sehe ich in diesem Jahr in Leuten wie Shaun Murphy, der in den letzten acht Wochen in drei Endspielen stand und zweimal den Titel geholt hat", unterstrich Kalb. "Auch Mark Selby, der rechtzeitig vor der Weltmeisterschaft seine Form wiedergefunden hat. Murphy und Selby sind auf jeden Fall zwei Spieler, die man auf der Rechnung haben muss."
Außenseiterchancen räumt Kalb indes zwei Spielern ein, die sich zuletzt wieder nach oben gekämpft haben. "Kyren Wilson war ebenfalls zuletzt in guter Form. Aber das ist jemand, der gerade in großen Matches und entscheidenen Momenten gerne mal schwächelt. Zudem sollte man Ding Junhui nicht aus den Augen verlieren. Denn er scheint sich aus seinem Formtief rausgearbeitet zu haben."
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Höchstes WM-Break einer Frau: Ng erzielt Rekord-Century

Quelle: Eurosport

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