Snooker-WM 2025 - Mark Williams hat eine Augen-OP nach der Weltmeisterschaft geplant - doch "The Welsh Potting Machine" kommt ins Grübeln
Mark Williams ist mit 50 Jahren bei der Snooker-WM zum insgesamt fünften Mal ins Finale eingezogen. Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass sich der Waliser seit geraumer Zeit mit immer schlechter werdender Sicht rumschlägt. Schon seit März thematisiert "The Welsh Potting Machine" ihre Augenprobleme öffentlich. Eine angesetzte Linsentausch-OP könnte nun aber platzen.
Schwarz reingezittert: Williams' Meisterstück gegen Trump
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Der Waliser, der im März 50 Jahre alt wurde, kämpft seit Monaten mit gravierenden Sehstörungen. "Meine Augen sind komplett hinüber", sagte Williams jüngst offen: "Es hat sich in den letzten sechs Monaten ziemlich verschlechtert."
Nun steht eine Augenoperation an. Geplant ist ein Linsentausch am 12. Juni - ein Eingriff, der seine Karriere verlängern, im schlimmsten Fall aber auch vorzeitig beenden könnte.
Bei einer Linsenersatz-Operation wird die natürliche Augenlinse durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt. Sie wird oft in Verbindung mit der Behandlung von Grauem Star durchgeführt.
Doch Williams, aktuell die Nummer sechs der Welt und nun ältester WM-Finalist, zögert. Zwar verspricht sich der Routinier durch die Operation eine Stabilisierung seiner Sehkraft - doch Berichte anderer Profis verunsichern ihn.
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129er Break! Williams spielt groß auf im Halbfinale gegen Trump
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Hamiltons Karriere nach Augen-OP "ruiniert"
Besonders der frühere Top-Ten-Spieler Anthony Hamilton, der den Eingriff selbst hat vornehmen lassen, warnte ihn eindringlich. "Es hat seine Karriere ruiniert", meint Williams. Hamilton leide seit der OP gehörig unter den grellen TV-Lichtern am Snooker-Tisch.
"Ich bin ehrlich, es verunsichert mich. Nach allem, was ich gehört habe, bin ich mir nicht mehr sicher", sagte Williams nun: "Was mache ich? Spiele ich weiter halb blind - oder riskiere ich mit der OP vielleicht alles?" Er wolle sich nun nach der WM eingehender mit allen Optionen und Risiken beschäftigen und dann eine Entscheidung für oder gegen die OP treffen.
Dass Williams trotz der Einschränkungen sportlich glänzt, erscheint beinahe surreal. In Sheffield besiegte er nacheinander Wu Yize (10:8), Hossein Vafaei (13:10) und seinen langjährigen Rivalen John Higgins – Letzteren in einem dramatischen Entscheidungsframe (13:12). Im Halbfinale schaltete er auch noch den Weltranglistenersten Judd Trump aus (17:14). Damit ist der Weltmeister von 2000, 2003 und 2018 nun der älteste Finalist in der Geschichte der Snooker-WM.
Sollte er das Endspiel gewinnen, wäre er mit 25 Jahren Unterschied zwischen zwei WM-Titeln auch hier Rekordhalter (bisher Ronnie O'Sullivan - 21 Jahre zwischen den Titeln 2001 und 2022).
Williams hat Angst vor erzwungenem Karriere-Ende
Williams' Sehstörungen betreffen indes vor allem die Tiefenschärfe. Kontaktlinsen, die er vor dem Turnier testete, helfen dabei nur bedingt. "Weit entfernte Bälle gehen, aber nahe Kugeln sehe ich doppelt oder dreifach", berichtete er: "Ich habe jeden Tag anders trainiert – mal mit Linsen, mal ohne. Nichts davon war konstant."
Dabei steht viel auf dem Spiel. In einem Interview vor dem Turnier meinte Williams: "Wenn die Operation klappt, könnte ich noch fünf Jahre weitermachen. Wenn nicht, war's das vielleicht bald."
Seine Karriere ist allerdings bereits jetzt legendär. Als Mitglied der "Class of '92" neben O'Sullivan und Higgins zählt er zu den prägenden Figuren der letzten drei Jahrzehnte. Der Gewinn der Tour Championship und des Champion of Champions im vergangenen Jahr zeigte, dass Williams noch immer mit der Weltspitze mithalten kann, die WM diente nun als ultimativer Beweis – trotz eingeschränkter Sicht.
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