Snooker-WM 2025: Ronnie O'Sullivan verliert Halbfinale gegen Zhao Xintong nach 0:8-Debakel in zweiter Session - "schwärzeste Stunde im Crucible"
Update 03/05/2025 um 12:12 GMT+2 Uhr
Ronnie O'Sullivan hat bei der Snooker-WM 2025 in Sheffield eine seiner bittersten Niederlagen hinnehmen müssen. Gegen den reamateurisierten Zhao Xintong verlor der siebenmalige Weltmeister im Crucible Theatre 7:17. Am Vortag hatte es noch 4:4 gestanden. Doch in der Vormittagssession am Freitag kassierte der Engländer eine 0:8-Packung, von der er sich am Abend (3:5) nicht mehr erholen konnte.
Highlights: Amateur Zhao demontiert Legende O'Sullivan
Quelle: Eurosport
Er habe es Zhao zu leicht gemacht, sagte O'Sullivan im Anschluss und haderte mit sich. "So wenig Selbstvertrauen hatte ich noch nie", sagte der 49-Jährige: "Manchmal weißt du, was du machen musst, doch dieses Gefühl hatte ich einfach nicht."
Am Freitagvormittag hatte O'Sullivan in der zweiten Session des Halbfinals ein Debakel erlebt: 0:8 verlor "The Rocket" innerhalb von nur zwei Stunden.
Eurosport-Kommentator Matthias Breusch sprach von der "schwärzesten Stunde, die er jemals im Crucible Theatre erleben musste".
Unmittelbar vor der Session hatte der Rekordweltmeister die Ferrule an seinem Queue gewechselt - eine mutige Entscheidung, die nach hinten losging.
Mit Titel Nummer acht wäre O'Sullivan zum alleinigen Rekordhalter der Modern Era aufgestiegen - stattdessen steht nun Zhao kurz vor dem Gewinn seines ersten WM-Titels.
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Würdigung inklusive: Zhao gewinnt gegen O'Sullivan
Quelle: Eurosport
O'Sullivan patzt, Zhao spielt Cool
"In guter Form ist er natürlich schwer zu schlagen, vor allem, wenn man so viele Fehler einstreut, wie ich", sagte O'Sullivan. Im Endspiel trifft der Chinese auf den Engländer Judd Trump oder den dreimaligen Weltmeister Mark Williams aus Wales.
O'Sullivan fand am Vormittag in keiner Phase zu seinem Spiel und verzeichnete kein einziges Break über 50 Punkte (23, 4, 0, 23, 0, 0, 22, 28). Immer wieder reagierte der 48-Jährige mit sichtbarem Frust auf seine Fehler, teils schüttelte er nach misslungenen Bällen ungläubig den Kopf.
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O’Sullivan zaubert und zittert: Erst Mega-Fluke, dann böser Patzer
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Der ehemalige Weltranglistensechste Zhao hingegen überzeugte mit beeindruckender Konstanz und Spielfreude. Der 27-jährige Chinese spielte zwei Centuries und punktete in allen acht Frames mit Breaks von mindestens 67 Zählern (79, 120, 83, 74, 67, 115, 69, 87).
"Ich bin sprachlos. Wer vorher gesagt hätte, dass Zhao Xintong acht Frames in Folge gewinnt, dem hätten nicht viele geglaubt - und das absolut zurecht", sagte Eurosport-Experte Lukas Kleckers. Inklusive des 4:4 vom Vortag waren es sogar neun Frames in Folge.
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Schwarze Stunde für O'Sullivan: "So etwas habe ich noch nie gesehen"
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Zhao kann erster Chinesischer Weltmeister werden
Nach der denkwürdigen Vormittagssession stand O'Sullivan am Freitagabend unter Zugzwang - und lieferte zunächst. Der Weltranglistenfünfte ging mit dem großen Rückstand zunächst gut um und entschied die Frames 17 und 18 direkt für sich. Er durchbrach damit den 9:0-Lauf des Chinesen.
Doch danach übernahm Zhao wieder die Kontrolle. O'Sullivan hingegen leistete sich immer mehr vermeidbare Patzer.
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Guter Start in dritte Session: O'Sullivan snookert Zhao clever
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Der 28-Jährige, der nun als erster Chinese Weltmeister werden kann, zeigte sich unbeeindruckt und zog sein Spiel eiskalt durch. Mit einem 107:0 im 19. Frame stellte er auf 13:6 - bereits die Vorentscheidung.
Zhao blieb auf dem Gaspedal und legte im 20. Durchgang ein 128er Century zum 14:6 hinterher. Am Ende standen beim Chinesen insgesamt drei Century-Breaks - bei "The Rocket" dagegen Fehlanzeige. O'Sullivan machte einfach zu viele Fehler, die Zhao ungerührt ausnutze. Daran änderte auch der letzte Framegewinn zum 14:7 von O’Sullivan nichts mehr. Danach gewann der Chinese drei Frames in Folge und machte seinen ersten Einzug ins WM-Finale perfekt.
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O'Sullivan hadert: "Ich hatte noch nie so wenig Selbstvertrauen"
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O'Sullivan im Turnierverlauf selten zufrieden
Bereits vor dem Halbfinale hatte O'Sullivan Selbstkritik geübt. "Ich spiele schrecklich und mein Queue fühlt sich schrecklich an, aber ich bin immer noch hier", sagte er nach seinem Viertelfinalerfolg: "Ich werde mit dem, was ich bisher gemacht habe, nicht davonkommen. Schlechter kann ich nicht werden, wenn man so will."
Deutlich spannender gestaltet sich das andere Halbfinale. Williams brachte mit einem 5:3 in der zweiten Session den Gesamtstand auf 8:8.
Für Zhao ist der Einzug ins WM-Finale derweil der letzte Schritt zurück in die Weltspitze. Der 28-Jährige war 2023 wegen Match-Fixing gesperrt worden und wurde in der Folge reamateurisiert.
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Fehlstart für "The Rocket": O'Sullivan locht den Spielball
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Die unabhängige Disziplinarkommission der World Professional Billiards and Snooker Association (WPBSA) verhängte damals eine Sperre von ein Jahr und acht Monaten, gültig bis zum 1. September 2024. Zhao wurde dabei vorgeworfen, von manipulierten Spielen gewusst, aber nichts unternommen zu haben, nicht aktives Betrügen in eigenen Matches.
Im Oktober 2024 hatte er bei der UK Championship zum ersten Mal nach knapp zwei Jahren wieder an einem Profiturnier teilgenommen. Vor der WM musste er sich mit Siegen über Cheung Ka Wai (10:3), Long Zehuang (10:8), Lü Haotian (10:4) und Elliot Slessor (10:8) erst durch die Qualifikation kämpfen. Er zog als erst dritter Amateur nach James Cahill (2019) und Michael White (2022) in die WM-Endrunde ein - und schrieb dort nun mit seinem Finaleinzug Geschichte.
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(mit SID)
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O'Sullivan findet's nicht lustig: Bälle fallen durch die Tasche
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