Snooker-WM 2026: Ronnie O'Sullivan nach dramatischem Aus gegen John Higgins im Achtelfinale - "Wurde müde und nervös"

Ronnie O'Sullivan hat im Achtelfinale der Snooker-WM in Sheffield eine Fünf-Frame-Führung gegen John Higgins verspielt und in einem dramatischen Decider die Partie verloren. Angesichts des Verlaufs des Matches hätte "The Rocket" allen Grund für Frustration und Wut, aber im Interview nach dem Match konzentrierte sich der siebenfache Weltmeister auf die positiven Seiten seines WM-Auftritts.

O'Sullivan nach Aus: "Hatte für heute früh einen Flug gebucht"

Quelle: Eurosport

Einmal ließ O'Sullivan sich dann doch zu einer verärgerten Reaktion hinreißen. Nach einem leichten Fehler während der zweiten Session im 15. Frame gegen Higgins schlug er frustriert mit der Faust auf den Tisch.
Für den Engländer war dieser "Ausbruch" keine große Sache: "Ich bin gar nicht wütend, wenn ich das mache. Man muss es einfach mal loswerden", sagte er im Interview nach seiner Niederlage. "Wenn ich auf den Tisch haue, dann ist das vielleicht eine halbe Sekunde und es fühlt sich einfach gut an, es kurz mal rauszulassen."
Die Gründe für seine Niederlage analysierte O'Sullivan ganz nüchtern: "Ich habe einfach zu viele wichtige Bälle nicht getroffen. Ich bin müde und nervös geworden. Wenn man mehr Matches spielt und gewinnt, dann trifft man diese entscheidenden Kugeln, daran liegt es wahrscheinlich. Wenn man große Spiele und große Turniere gewinnen will, dann muss man in diesen Situationen unter Druck einlochen und ich habe viel zu viele Bälle verschossen."
Der siebenfache Weltmeister startete in der ersten Session furios und ging gegen seinen "Class of 92"-Kollegen Higgins mit 6:2 in Führung. Auch beim zweiten Treffen am Tisch war O'Sullivan zunächst der bessere Spieler und ging nach der Mini-Pause in der zweiten Session mit 9:4 in Führung. Dann fiel die Struktur seines Spiels auseinander, die Fehler häuften sich, Higgins gewann die nächsten sechs Frames und setzte sich schließlich knapp im Decider durch.
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Aus für O'Sullivan: Higgins gewinnt Achtelfinal-Krimi im Decider

Quelle: Eurosport

O'Sullivan: "Habe drei Jahre kompletten Müll zusammengespielt"

"Ich bin stolz, dass ich so nah dran war", sagte ein ruhiger O'Sullivan. "Ich hatte einen Flug für heute Morgen gebucht, weil ich mir nicht sicher war, es über zwei Sessions hinauszuschaffen, weil John so ein guter Spieler ist."
Während "The Rocket" mit Stolz auf die eigene Leistung zurückblickte, ging TNT-Sports-Experte Alan McManus hart mit dem Star ins Gericht: "Er hat nicht genug investiert, um dieses Turnier zu gewinnen", erklärte er. "Er hat immer noch die Fähigkeiten, um die WM zu gewinnen. Und ich denke, es ist klar, dass er dieses Turnier noch einmal gewinnen will. Aber das wird nur passieren, wenn er vollen Einsatz zeigt. Das ist eine Lifestyle-Entscheidung."
Vielleicht kam O'Sullivan dem TV-Experten in seinem Interview schon zuvor, denn trotz der Niederlage sagte der 50-Jährige, dass er die Freude am Snooker endlich wiederentdeckt habe - nach Jahren der Suche.
"Ich habe drei Jahre kompletten Müll zusammengespielt", konstatierte er. "Ich freue mich, dass ich jetzt sechs oder sieben Wochen gut gespielt habe, auch am Trainingstisch. Ich mag das Geräusch der Kugeln, ich muss nach wie vor einige Sachen herausfinden, aber ich will unbedingt wieder spielen. Ich kann mir sogar vorstellen, wieder Schaukämpfe zu bestreiten, das habe ich jahrelang nicht gemacht, weil ich nicht mal in die Nähe eines Tisches wollte. Es gibt also viel Positives für mich mitzunehmen."
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