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Masters 2020 | Trump der Top-Favorit - aber auch 15 andere Titel-Kandidaten
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Publiziert 10/01/2020 um 11:16 GMT+1 Uhr
Das Masters elektrisiert: Nur 16 Spieler sind im Alexandra Palace von London dabei, aber alle 16 haben das Zeug, den Titel zu holen. Da gibt es nur Endspiele, und zwar von Anfang an. Gerade das aber macht Vorhersagen auch so schwierig. In diesem Feld kann schließlich jeder jeden schlagen. Nur eines ist garantiert: Top-Snooker. Als Titelverteidiger geht Judd Trump ins Rennen.
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Und dieser Judd Trump ist für mich gleich auch der Top-Favorit. Ist er in Form, dann ist er das Maß aller Dinge derzeit. Natürlich hat auch er in letzter Zeit ein paar Rückschläge hinnehmen müssen, aber der Weltmeister hat in dieser Saison auch schon drei Titel gewonnen. Gegen ihn spricht eigentlich nur, dass er nach einem Urlaub noch Trainingsrückstand haben dürfte. Aber schon bei den Exhibitions am letzten Wochenende habe ich erleben können, wie gut er drauf ist. Auch sein Gruppensieg in der Championship League in dieser Woche unterstreicht das. Allerdings hat er mit Shaun Murphy einen schweren Gegner in der ersten Runde erwischt. Die letzten Wochen vor Weihnachten waren für den Wahl-Dubliner zwar nicht so toll, aber zuvor hat er ja an alte Stärken angeknüpft. Meistert Trump diese Hürde, dann ist die erfolgreiche Titelverteidigung ein realistisches Ziel für ihn.
Nummer zwei der Setzliste ist Mark Williams. Der Waliser hat sich ja selber zum Teilzeit-Profi ernannt. Ich weiß nicht, wie intensiv er sich vorbereitet hat. Aber als einen ernsthaften Titelaspiranten sehe ich ihn nicht. Im Gegenteil: Sein Auftakt-Gegner Stuart Bingham wird mehr brennen. Da könnte das Masters für den dreimaligen Weltmeister schon nach dem ersten Match beendet sein.
Robertson zurück in der Weltspitze
Neil Robertson wird ganz heiß auf einen Triumph im "Ally Pally" sein. Der Australier ist dahin zurückgekehrt, wo er auch hingehört: in die absolute Weltspitze. Wie gut er wieder spielen kann, zeigte er mit seinem Triumph beim Champion of Champions. Ein Sieg bei einem Klassiker wie dem Masters würde ihm einen weiteren Schub geben. Das weiß er auch, und deshalb wird er alles geben. Seinem Auftaktgegner Stephen Maguire dürfte er auf jeden Fall überlegen sein.
Mit John Higgins ist das derzeit so eine Sache. Immer wieder zeigt er, dass die alte Klasse noch da ist, aber es fehlt seinen Leistungen an Konstanz. Deshalb ist für ihn alles möglich: der Sieg, aber auch das Aus in der ersten Runde. Sein Auftaktgegner Barry Hawkins geht auf jeden Fall nicht nur an den Start, um das Feld aufzufüllen. Higgins ist der erfahrenste Spieler im Feld: Zum 26. Mal ist er beim Masters dabei.
Selby vor unangenehmer Aufgabe
Mark Selby folgt als Fünfter der Setzliste. Auch er knüpft wieder an große Zeiten an, wie er mit seinen Siegen beim English und beim Scottish Open gezeigt hat. Die Konstanz fehlt ihm allerdings noch. Spielt er mutig und flüssig, dann ist er auf jeden Fall ein Titelkandidat. Spielt er dagegen zögerlich, dann wird es schwer für ihn. Und mit Ali Carter hat er einen unangenehmen Gegner in der ersten Runde erwischt. Das könnte ein zähes Ringen werden. Carter ist übrigens als Nummer 17 der Weltrangliste nur durch den Startverzicht von Ronnie O’Sullivan ins Starterfeld gerutscht.
In dieser Saison hat Mark Allen zwar noch keinen Titel geholt, aber er kommt bei den Turnieren in der Regel ziemlich weit. Sechs Halbfinal-Teilnahmen bezeugen das. Der Alexandra Palace wäre ein geeigneter Ort, um den Knoten mal wieder platzen zu lassen. Schließlich feierte er mit dem Titelgewinn hier vor zwei Jahren den bislang größten Erfolg seiner Karriere. In seinem ersten Match trifft er auf David Gilbert, den einzigen Debütanten in diesem Jahr. Allerdings kann man ja auch als Debütant den Titel beim Masters holen; frag nach bei Mark Selby.
Ding Junhui wieder mit Spielfreude
Kyren Wilson ist irgendwie in seiner Entwicklung stehengeblieben, hat vielleicht sogar einen Schritt zurück gemacht. In dieser Saison hat der Finalist von 2018 auf jeden Fall bisher noch keine Bäume ausgerissen. Vielleicht straft er ja die Kritiker (auch mich) ausgerechnet beim Masters Lügen. Ich freue mich auf jeden Fall auf sein Auftaktmatch: Wilson gegen Jack Lisowski, das verspricht eine mitreißende Partie zu werden. Lisowski hat bei seinem Masters-Debüt ziemlich viel Lehrgeld bezahlen müssen, doch jetzt sollte er wissen, wie er die Aufgabe anzugehen hat.
Die Spielfreude und damit auch die spielerische Klasse bei Ding Junhui wieder zu sehen, hat wohl alle gefreut, die sich mit Snooker beschäftigen. Dings Sieg bei der UK Championship war ein echter Triumph. In einer solchen Form bringt er alles mit, um beim Masters erneut den Titel zu holen. Allerdings müsste er das auf die harte Tour machen. Schon zu Beginn wartet mit Joe Perry ein Gegner auf ihn, der an Erfahrung kaum zu überbieten ist. Meistert Ding diese Aufgabe, dann wartet mit Judd Trump oder Shaun Murphy ein sehr selbstbewusster Gegner auf ihn. Und auch danach wird es nicht einfacher.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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