Ein Griff fehlte Alexander Megos noch, um Weltmeister zu werden, ein Griff noch, und er hätte Gold in den Händen gehalten.
Doch "Nummer 34" packte der Erlanger nicht mehr, er fiel ins Seil. Die Enttäuschung eines der wohl besten Kletterer der Welt aber hielt sich in Grenzen - denn als sich der 26-Jährige bei der WM im japanischen Hachioji nicht mehr an die tückische Wand klammern konnte, hatte er im Lead, dem Vorstiegsklettern mit Seil, bereits Silber gewonnen.
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Megos war Bester im Halbfinale gewesen, als Letzter der acht Finalisten ging er dann an die Plastikwand. Am Tschechen Adam Ondra (Resultat: 34+) kam er dabei nicht mehr vorbei, dank der besseren Vorergebnisse lag er dann allerdings knapp vor Titelverteidiger Jakob Schubert aus Österreich (beide 33+).
Bei der WM 2018 in Innsbruck hatte Megos hinter Ondra und Schubert Bronze gewonnen. Die drei Medaillengewinner gelten auch am Naturfels als die besten Kletterer der Welt.

Ondra würdigt Megos: "Er war so stark"

Superstar Ondra war anschließend erkennbar erleichtert, als er Megos umarmte. "Ich hätte gedacht, dass Alex gewinnt. Er war so stark", sagte er und ergänzte:
Ich bin glücklich, weiß aber, dass ich nur wegen des Fehlers von Alex gewonnen habe.
Megos hatte zur Hälfte der vorgegebenen Route Schwierigkeiten bekommen und verlor an dieser Stelle viel Kraft. Er verpasste das zweite WM-Gold für deutsche Sportkletterer sei Juliane Wurms WM-Sieg 2014 in München im Bouldern.

Nach Pleite im Bouldern: Ondra schnappt sich WM-Gold im Lead

Nach Sensations-Bronze durch Yannick Flohé im Bouldern, dem Klettern in Absprunghöhe ohne Seil, ist das Silber von Megos schon die zweite Medaille für die deutschen Kletterer. Konzentrieren wollen sie sich aber vor allem auf den Kombinationswettbewerb aus Speed, Lead und Bouldern:

Megos denkt um - und jetzt an Olympia

In diesem Dreikampf, in dem die 20 Gesamtbesten der drei Einzelwettbewerbe startberechtigt sind, werden 2020 zum ersten Mal Olympiamedaillen vergeben, die ersten sieben des WM-Wettkampfs sind automatisch für Tokio qualifiziert.
Megos hatte sich mit Olympia zunächst nicht anfreunden können. Das Klettern an den künstlichen Wänden ist mit jenem am Fels nicht zu vergleichen, er hat sich in der Halle daher am Anfang "schwer getan", wie Bundestrainer Urs Stöcker sagt.
Doch Megos, einst Jugend-Europameister in der Halle, "liebt Herausforderungen", betont Stöcker. Im Lead ist er Führender im Weltcup. Und mittlerweile gibt er auch zu, dass es für ihn eine "große Ehre wäre", bei Olympia dabei zu sein.
(SID)
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