Superbike-WM: Markus Reiterberger trainiert an der PlayStation

In den vergangenen beiden Jahren war kein deutscher Motorrad-Pilot als Fixstarter in der Superbike-WM unterwegs, jetzt steigt Markus Reiterberger ein. Für die neuen Strecken macht sich der 21-jährige Bayer an der PlayStation fit. Reiterberger ist angekommen. "A Traum wird wahr", sagt der Motorrad-Pilot mit dem unüberhörbaren bayerischen Akzent im Gespräch mit dem "Sport-Informations-Dienst".

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Manchmal muss sich Markus Reiterberger kneifen. Beim Blick auf die lange Liste seiner Gegner in der Superbike-WM kann der 21-Jährige nur staunen: "Es ist schon ein Wahnsinn, was da für Namen dabei sind. Ich hab mir die immer im Fernsehen angeschaut und jetzt fahre ich selber mit. Das ist eigentlich der Hammer.
"Es geht nun nicht mehr zum Schleizer Dreieck, so gut es ihm dort auch gefällt. Nach dem Aufstieg aus der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) heißen die Reiseziele Malaysia, USA oder Katar. Los geht's am Wochenende auf Phillip Island in Australien.

Sightseeing ist Nebensache

Es kommen größere Strapazen auf Reiterberger zu. Den ersten Langstreckenflug hat er hinter sich, schon vor einer Woche ging es nach Down Under. Den Aufwand nimmt der Oberbayer aus der 4000-Seelen-Gemeinde Obing gerne in Kauf. "Es ist natürlich schön, wenn man viel von der Welt sieht", sagt er. Sightseeing ist bei den Reisen aber Nebensache. Es zählt nur der Sport.
Zweimal (2013, 2015) hat Reiterberger den IDM-Titel mit dem seriennahen Superbike geholt. Im vergangenen Jahr dominierte er, gewann zwölf von 16 Rennen und wurde bei den übrigen Zweiter. Durch die starken Leistungen gab es WM-Wildcards für Misano und Magny-Cours - "Reiti" überzeugte. Dass sein Vorgänger Max Neukirchner zuletzt sogar von Siegchancen sprach, geht dann wohl aber doch etwas zu weit.
"Ein bisschen tiefstapeln" sei vor der Premiere mit der BMW S1000 RR angebracht: "Siege sind natürlich immer das Ziel für einen Rennfahrer, aber man muss realistisch bleiben", sagt Reiterberger, den der zweimalige Vizeweltmeister Ralf Waldmann gefördert hat. "Alles ist neu für mich. Ich will versuchen, die großen Jungs ein bisschen zu ärgern. Das sind echte Kaliber."

Heimvorteil am Lausitzring

Berührungsängste hat der Neue nicht. Das gilt glücklicherweise auch für die anderen Fahrer. "Mir hat es letztes Jahr schon gefallen. Ich habe Johnny Rea brutalst bestaunt", sagt Reiterberger voller Respekt über den Weltmeister aus Nordirland: "Der ist einfach zu mir gekommen und hat mit mir geratscht, als ob wir uns schon ganz lange kennen. Ein super Erlebnis", erinnert sich Reiterberger.
Die Konkurrenten sind neu, die Strecken sind neu, zumindest teilweise. "Die fünf Überseerennen kenne ich nicht", sagt Reiterberger, virtuell war er schon auf allen Kursen unterwegs. "Beim Spielen an der PlayStation kann man sich die Grundlagen einer Strecke schon einprägen. Den Rest schaut man sich vor Ort an, dann klappt das."
Keine Vorbereitung an der Konsole ist für den Heim-GP am Lausitzring notwendig: "Die Strecke kenne ich in- und auswendig. Da habe ich einen Vorteil."
Sein Fanklub ("Den betreuen sechs von meinen richtig guten Spezeln") wird ihn nicht nur dort unterstützen. Die Freunde nennen ihn beim Spitznamen. "Zu meinem Vater haben sie schon immer Reiti gesagt. Es passt auch ganz gut zu meinem Fahrstil. Manche sagen, es sieht aus wie der Ritt auf einem Cowboy-Pferd."
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