Der Italiener ist nicht nur eine der schillerndsten Figuren auf dem Motorrad, es kommt in seinem Heimatland zum Comeback, auf dem Misano Circuit. "Je mehr Fans kommen, desto glücklicher bin ich. Das wird für mich und sie wie eine Party – eine Art Wiedervereinigung", meint der sechsmalige Weltmeister.
Es werden sich ganz sicher viele Tifosi allein wegen Biaggi auf den Weg zur Strecke machen. Am "Römischen Eroberer" scheiden sich die Geister. Biaggi redet Klartext, wenn ihm irgendetwas nicht passt. Ist ein unbequemer Typ, der mit seiner Art aneckt - und sich nicht darum schert. Man liebt ihn oder man hasst ihn, dazwischen gibt es nichts.
Heftige Duelle mit Valentino Rossi
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Biaggi polarisiert wie kaum ein Zweiter. Mit seinem Landsmann Valentino Rossi hat er sich regelrecht bekämpft, ihre Duelle sind legendär. Beim Auftakt der Saison 2001 zeigte Rossi seinem 500ccm-Rivalen im japanischen Suzuka nach einem überharten Manöver während der Fahrt den Mittelfinger, zehn Wochen später gingen sich beide in Barcelona auf der Treppe zum Podium an die Wäsche.
https://twitter.com/maxbiaggi/status/611809451096580096
"Vielleicht werde ich mir das Rennen in Misano anschauen", sagt Rossi, der im nahegelegenen Tavullia lebt. Mit 36 ist der neunmalige Champion noch immer in der MotoGP unterwegs und führt das Klassement an. Für Biaggi geht es nicht mehr um vordere Platzierungen oder Punkte. Spaß haben und genießen will er am Rennwochenende.
Die Superbike-WM, ein Wettbewerb für seriennahe Motorräder, kennt Biaggi bestens. Sechs Jahre lang war der Römer zum Ende seiner Laufbahn dort unterwegs, feierte 21 Siege und stand 70-mal auf dem Podium. Biaggi holte 2010 sowie 2012 den Titel - dann trat er ab. Die größten Erfolge gelangen dem 1,70 m kleinen Piloten aus der ewigen Stadt auf einer Aprilia, später wurde er Testfahrer für den Hersteller.
Paukenschlag im ersten Training
Am Sonntag steigt er bei den Rennen um 10.30 und 13.10 Uhr wieder auf eine RSV4, für einen Paukenschlag hat er schon gesorgt. Im ersten Training fuhr der Oldie Bestzeit und war über eine halbe Sekunde schneller als der drittplatzierte WM-Spitzenreiter Jonathan Rea aus Großbritannien. Eingerostet ist Biaggi demnach nicht, schwierig ist die Aufgabe dennoch.
"Ich werde mich von meinem Instinkt führen lassen", sagt er: "Ich werde mich auf mein Gedächtnis verlassen, denn es ist schon eine Weile her, seit ich das letzte Rennen gefahren bin." Mehr als 350-mal ist Biaggi in der WM an den Start gegangen, nun kann er zeigen, was noch in ihm steckt. Der zweifache Vater, der bis heute sein schmales Oberlippenbärtchen wie ein Markenzeichen trägt, stellt sich auf Schwierigkeiten ein.
"Ich werde sicher einen Moment haben, wo mich die Realität einholt. Die anderen Jungs sind alle zwei Wochen da draußen unterwegs", so Biaggi: "Aber ich habe keine Angst davor."
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