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Djokovic schließt die letzte Lücke: Fünf Thesen zur Saison 2020

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Novak Djokovic

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
15/02/2020 Am 10:29 | Update 15/02/2020 Am 10:29

Alte Helden, neue Stars. Während Novak Djokovic wie erwartet die Australian Open gewann, war der Titel für Sofia Kenin eine Sensation. Doch auch bei den Männern deutet sich ein Wandel an. Alexander Zverev und Dominic Thiem sind stärker als je zuvor, Roger Federer droht aus den Top 3 zu fallen - und dann geht es ja auch noch um Olympia-Gold. Eurosport.de wagt 5 Prognosen zum weiteren Saisonverlauf.

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Zverev: Die Geduldsprobe geht weiter

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Katastrophaler Start, bärenstarker Grand-Slam-Auftritt - Alexander Zverev zeigte beim ATP Cup und bei den Australian Open zwei völlig unterschiedliche Gesichter. Das Melbourne-Gesicht will er sich nun bewahren.

"Ich habe dieses Mal eine ganz andere Grand-Slam-Leistung gezeigt, aus der ich sehr viel Positives ziehen kann", betonte Zverev im Exklusiv-Interview mit Eurosport. "Sascha hat jetzt Grand-Slam-Blut geleckt", befand auch Eurosport-Experte Boris Becker.

Becker macht Hoffnung: "Zverev hat Grand-Slam-Blut geleckt"

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Trotz allem kommt Zverev auch weiterhin nicht um die Frage herum, wann es denn klappen könnte mit dem ersten Grand-Slam-Titel der Karriere? Eurosport.de glaubt: Zverev muss sich in Geduld üben, 2020 wird es noch nicht hinhauen.

Die Gründe liegen auf der Hand: Mit Hartplatz-Dominator Novak Djokovic, Sandplatzkönig Rafael Nadal und Rasenmeister Roger Federer sind die Big Three noch immer präsent. Dazu haben Spieler wie Dominic Thiem oder Daniil Medvedev gezeigt, dass sie Zverev auf Grand-Slam-Niveau noch ein etwas voraus sind.

Djokovic schließt die letzte Lücke

17 Grand-Slam-Erfolge, 78 Turniersiege, ATP-Cup-Sieger, Davis-Cup-Champion... Novak Djokovic hat alle großen Titel geholt, die der Tennis-Zirkus zu bieten hat - mit einer Ausnahme: Olympia-Gold fehlt noch in der Sammlung des Weltranglistenersten. Zugegeben: Die Lücke ist nicht monströs groß, schließlich hat der Serbe sich 2008 in Peking bereits olympisches Edelmetall gesichert, auch wenn das "nur" bronzen glänzt.

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In diesem Jahr bietet sich Djokovic in Tokio die Chance, sich endlich auch den Titel des Olympiasiegers auf die Visitenkarte schreiben zu können. Eurosport.de sagt: Der amtierende Australian-Open-Champion wird sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und Gold holen. Die Generalprobe hat auf jeden Fall schon einmal geklappt: Djokovic gewann 2019 das ATP-Turnier von Tokio, das wie das Olympische Event im Ariake Tennis Park ausgespielt wird.

Williams holt sich den Rekord

Zu alt, zu langsam, zu wenig Biss. Kritiker sehen Serena Williams nicht mehr in der Lage, um die großen Titel mitzukämpfen. Die Australian Open scheinen das zu bestätigen. Die US-Amerikanerin scheiterte bereits in Runde drei an Wang Qiang.

Serena Williams bei den Australian Open 2020

Fotocredit: Getty Images

Man habe "nicht erwartet, so früh zu verlieren oder überhaupt zu verlieren", gab Trainer Patrick Mouratoglou danach gegenüber der "BBC" zu. Williams, mit 38 Jahren die älteste Spielerin in den Top 50 der Welt, will die Pleite als Antrieb nutzen - und so verkündete der Superstar noch in Melbourne:

Machen wir uns nichts vor, die Schuld liegt bei mir. Das war unprofessionell. Ich will sichergehen, dass mir so was nicht noch mal passiert.

Williams, seit September 2017 Mutter einer Tochter, verfolgt noch immer ein großes Ziel. Es fehlt nur ein Grand-Slam-Titel zum Rekord von Margaret Court, die 24 Major-Events gewann. Knapp dran war Williams in den vergangenen beiden Jahren schon viermal: 2018 und 2019 stand der Superstar jeweils im Finale von Wimbledon und bei den US Open. Es setzte vier Niederlagen.

Bleibt die Frage: Hat Serena Williams den einen Coup noch im Tank? Eurosport.de sagt ja. Williams selbst hat betont, sie glaube daran. "Sonst wäre ich nicht mehr auf der Tour. Ich spiele ja nicht zum Vergnügen." Die Power, die spielerische Klasse und vor allem auch die mentale Stärke bringt sie noch immer mit. Bei den US Open wird es so weit sein - Williams schnappt sich Grand-Slam-Titel Nummer 24.

Federer bleibt am Ball

Die bange Frage beschäftigt Fans und Experten schon seit Jahren: Wie lange noch wird Roger Federer der Tennis-Welt erhalten bleiben, ist 2020 vielleicht die letzte Saison? Eurosport.de ist der Meinung: Es wird in diesem Jahr keinen Federer-Rücktritt geben.

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Der Rekord-Grand-Slam-Champion wird im August zwar schon 39 Jahre alt und scheint auf Major-Niveau nicht mehr ganz den Punch zu haben wie Djokovic oder Nadal - aber: Er hat noch immer die Klasse und die Fitness für außergewöhnliche Leistungen und Erfolge.

"Bis 2023", so hat Federer es in einem Interview mit der "Welt" formuliert, werde er "noch ein ausreichend hohes Niveau halten können, dass die Leute ihre Freude an einem Match haben". Ob Federer tatsächlich noch spielt, wenn er 42 Jahre alt ist, erscheint unwahrscheinlich. Er wird es sich aber nicht nehmen lassen, in der Saison 2021 seinen 40. Geburtstag als Profi auf der ATP Tour zu feiern.

Clijsters kann die Zeit nicht zurückdrehen

Mit Comebacks kennt sich Kim Clijsters aus. 2007 verkündete die Belgierin zunächst ihr Karriereende, kehrte dann aber 2009 auf die WTA Tour zurück - und wie: Clijsters, inzwischen Mutter geworden, gewann im selben Jahr noch die US Open und wiederholte das Kunststück in der Saison darauf.

Kim Clijsters

Fotocredit: Getty Images

2012 trat die viermalige Grand-Slam-Turniersiegerin dann erneut zurück. Es sollte auch dieses Mal nicht für immer sein. Denn: Clijsters wird in diesem Jahr, nach fast acht Jahren Pause, wieder angreifen. Für das WTA-Turnier in Dubai, das am 17. Februar beginnt, erhielt die 36-Jährige eine Wildcard. Clijster nahm an und verkündete wie Instagram:

Seit ich mein Comeback angekündigt habe, gab es zwar ein paar Probleme, aber ich freue mich darauf, auf den Court zurückzukehren und darauf, was dieses nächste Kapitel bringen wird.

Eurosport.de ist der Meinung: Selbst eine Kim Clijsters kann die Zeit nicht zurückdrehen und bei ihrem neuerlichen Comeback an die großen Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Die Pause ist zu groß gewesen, als dass die Belgierin im Alter von 36 Jahren noch einmal in der Weltspitze mitmischen kann.

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