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Unbeliebt oder missverstanden? Das Djokovic-Dilemma

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Novak Djokovic gewinnt die Australian Open 2020

Fotocredit: Getty Images

VonKatharina Wiedenmann
05/02/2020 Am 23:44 | Update 06/02/2020 Am 10:14

Novak Djokovic kommt dem Grand-Slam-Rekord, den Roger Federer noch mit 20 Titeln hält, immer näher. Doch trotz seiner mittlerweile 17 Major-Erfolge, erst vor wenigen Tagen triumphierte der Serbe bei den Australian Open, liegt er in der Gunst der meisten Tennis-Fans klar hinter dem 38-jährigen Federer und Dauerrivale Rafael Nadal. Warum nur ist Djokovic für viele der Bad Boy der "Big Three"?

Buhrufe und Applaus bei Fehlern musste sich Novak Djokovic in seiner Karriere schon mehrfach auf dem Court anhören. Vor allem in den direkten Duellen mit seinen großen Rivalen Federer und Nadal hat der 32-Jährige auf der Beliebtheitsskala deutlich das Nachsehen.

Die schwierige Beziehung zahlreicher Tennis-Fans mit einem der besten Spieler aller Zeiten hat dabei wohl mehrere Faktoren.

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Djokovic legt sich mit Schiedsrichter an

Viele nehmen Djokovic die emotionalen Ausraster übel, während etwa Federer als Gentleman in Person gilt.

Zu Beginn der Karriere mussten bei Djokovic häufig die Schläger dran glauben, wenn sich Ärger anstaute. Mittlerweile legt sich der Weltranglistenerste aber auch mit Schiedsrichtern an, wie etwa im Finale der Australian Open, das er mit 6:4, 4:6, 2:6, 6:3, 6:4 gegen Dominic Thiem gewann.

Nach zwei "Time Violations" diskutierte Djokovic mit Stuhlschiedsrichter Damien Dumusois, klopfte diesem im Vorbeigehen auf den Schuh und meinte:

Großartiger Job, Mann. Du hast dich selbst berühmt gemacht. Toll gemacht!

"Great job!" Djokovic legt sich nach doppelter Time Violation mit dem Schiedsrichter an

00:03:19

Auch wenn sich der 32-Jährige bereits kurz nach dem Spiel für seine Aktion entschuldigte, tragen viele Djokovic diese Schwäche nach - und das, obwohl auch Federer und Nadal nicht frei von solchen Fehlern sind.

Der Schweizer etwa kassierte im Australian-Open-Viertelfinale gegen Tennys Sandgren eine Verwarnung wegen Fluchens und diskutierte mit Stuhlschiedsrichterin Marijana Veljovic.

"Ein Novum!" Federer flucht, kassiert Verwarnung und legt sich mit Schiedsrichterin an

00:02:00

Große Kritik am vierfachen Familienvater gab es dafür aber kaum. Auf der Pressekonferenz hinterher meinte Federer lediglich:

Es ist doch normal, dass man nach so vielen Stunden mal frustriert ist. Ich bin ja schließlich nicht der Typ, der ständig mit schlimmen Worten um sich wirft.
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"Spielverderber": Djokovic stört Federer-Nadal-Party

Doch der größte Faktor für die Unbeliebtheit Djokovics ist wohl der Zeitpunkt, an dem der Serbe auf der ATP Tour von sich reden machte. Boris Becker meinte dazu im vergangenen Jahr gegenüber der "BBC":

Novak kam zu einer Party, welche die Roger-und-Rafa-Party war – und er wurde zum Spielverderber.

Als der Serbe 2008 seinen ersten von mittlerweile acht Titeln bei den Australian Open gewann, durchbrach er eine drei Jahre andauernde Siegesserie von Federer und Nadal, die alle Grand-Slam-Titel seit den French Open 2005 unter sich ausgemacht hatten.

Djokovic hatte wohl schlichtweg Pech, die Sympathien der meisten Tennis-Fans waren bereits auf Team Roger oder Team Rafa verteilt, den elegant spielenden Gentleman Federer oder den kraftvollen Kämpfer Nadal. Für "Nole" blieben da nicht viele übrig, einzig auf seine lautstarken serbischen Anhänger kann sich der 32-Jährige immer verlassen.

Euphorie pur: So feiern die Djokovic-Fans den Titel

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Kritik von Becker - Unverständnis von Wawrinka

Auch einige Gegner des Serben zeigen wenig Verständnis für die negativen Reaktionen. Nachdem Djokovic im letztjährigen Achtelfinale der US Open verletzungsbedingt abbrechen musste und dafür Buhrufe erntete, meinte sein damaliger Gegner Stan Wawrinka:

Es ist überraschend, wenn du gegen die Nummer eins spielst und die Buhrufe der Zuschauer hörst, wenn sie aufgibt. Er ist ein großer Champion. Und wenn er aufgeben muss, ist es nicht das Beste, den Court so verlassen zu müssen.

Becker forderte nach dem Wimbledon-Finale 2019 gegen Federer, in welchem unerzwungene Fehler von Djokovic gefeiert wurden, mehr Anerkennung für die Leistungen des Serben. In der "BBC" sagte er: "Einen viermaligen Champion musst du ein kleines bisschen mehr respektieren. Die Leute müssen endlich begreifen, wer dieser Novak Djokovic ist."

Djokovic antwortet mit Titeln

Der Superstar selbst scheint dagegen seinen Frieden mit der Rolle des ungeliebten Champions gefunden zu haben.

Nach dem Endspiel gegen Federer meinte er:

Wenn die Leute 'Roger' gerufen haben, hörte ich 'Novak'. Das klingt verrückt, aber so war es. Ich versuchte mich davon zu überzeugen, dass sie meinen Namen riefen.

Mit Erfolg: Fünf der letzten neun Grand-Slam-Titel holte sich Djokovic...

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