Àlex Corretja fordert nach Zverev-Eklat in Acapulco Konsequenzen: "Spielern klarmachen, wo die Grenzen sind"

Àlex Corretja hat sich bei Eurosport zur Disqualifikation von Alexander Zverev beim ATP-Turnier im mexikanischen Acapulco geäußert. Der ehemalige Weltranglistenzweite kann den Frust nachvollziehen und den Emotionen des Olympiasiegers sogar etwas Positives abgewinnen. Aber: "Wenn du deinen Schläger gegen den Stuhl des Schiedsrichters schlägst und ihn beleidigst, hast du eine Grenze überschritten."

Alexander Zverev beim ATP-Turnier von Acapulco

Fotocredit: Imago

Alexander Zverev konnte seine Emotionen nicht mehr kontrollieren. Der 24-Jährige tobte, beleidigte Schiedsrichter Alessandro Germani schwer und schlug obendrein noch viermal mit dem Racket gegen den Stuhl des Unparteiischen.
Und das alles nur, weil er mit einigen Entscheidungen bei der 2:6, 6:4, 6:10-Niederlage im Doppel gegen Lloyd Glasspool und Harri Heliovaara nicht einverstanden war?
Für Àlex Corretja ist das immerhin ein Aspekt, um dem Eklat auch etwas Positives abzugewinnen. "Sascha hat so reagiert, weil er im Doppel gewinnen möchte. Manchmal hat man ja den Eindruck, dass die Einzelspieler sich nicht um das Doppel scheren. Er aber hat gezeigt, dass das bei ihm anders ist", erklärt der zweimalige French-Open-Finalist im Gespräch mit Eurosport.
Nichtsdestotrotz sei das Verhalten der deutschen Nummer eins "inakzeptabel" gewesen. "Er hat eine Linie überschritten. Es besteht kein Zweifel daran, dass er aus dem Turnier genommen werden und sich entschuldigen musste. Zverev hat es an Respekt fehlen lassen gegenüber dem Schiedsrichter, dem Publikum, seinem Doppelpartner und dem Gegner."

Corretja: "Ich war geschockt"

Tatsächlich nahm Zverevs Doppelpartner und guter Kumpel Marcelo Melo die knappe Niederlage wesentlich entspannter hin, während der Hamburger sich gar nicht mehr einkriegen wollte. Den Frust kann Corretja verstehen, die Art, wie Zverev ihn kanalisiert hat, nicht.
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Der Zverev-Eklat im Video: Das brachte ihn zum Ausrasten

Quelle: SNTV

"Ich war geschockt von den Szenen. Er hat mit dem Schläger nicht nur einmal irgendwie um sich geschlagen, sondern er hat es mehrfach wiederholt. Es ist eine Sache, wenn du dich über die Vorhand oder Rückhand ärgerst und dann dein Racket gegen die Bande schlägst. Eine ganz andere ist es, wenn du deine Aggressionen gegen einen Menschen richtest", mahnt Corretja.

Corretja: Zverev muss Lehren ziehen

Er selbst habe während seiner Karriere auch Schläger zertrümmert. "Darauf bin ich nicht stolz, ich bedaure das. Nur, manchmal sind die Emotionen so groß und du bist so in diesem Moment, dass es doch passiert. Das ist dann eben deine Art, mit der Enttäuschung umzugehen - und es ist dein Schläger", sagt Corretja. "Du kannst dich meinetwegen schlecht dir selbst gegenüber benehmen, aber nicht gegenüber jemand anderem", betont der 47-Jährige.
Zverev müsse nun die richtigen Lehren ziehen. "Er muss das bedauern und sich auch schlecht fühlen deshalb. Die Tenniswelt schaut zu, Kinder schauen zu - das kann so nicht weitergehen. Das muss Sascha jetzt verstehen und wir können das nicht akzeptieren."

Corretja nach Zverev-Eklat: "Nicht alles ist erlaubt im Leben"

Grundsätzlich gehe es laut Corretja nun darum, die richtigen Schlüsse aus dem Eklat in Acapulco zu ziehen.
"Der Tennissport muss sich nun überlegen, welches Image er haben möchte. Da geht es nicht nur um Zverev, sondern auch um viele andere Spieler, die zu weit gehen. Ich bin dafür, dass die Spieler auf dem Platz Emotionen zeigen, das sind ja keine Maschinen. Über allem steht aber immer der Respekt", bekräftigte er und führte weiter aus:
"In unserer Zeit ist es so einfach, jemanden zum Beispiel in den sozialen Netzwerken zu beleidigen. Da passiert nichts. Oder auch auf der Straße, wenn Menschen angeschrien werden. Aber: Nicht alles ist erlaubt im Leben. Im Tennis sollten wir die Regeln künftig strenger umsetzen und den Spieler klarmachen, wo die Linien verlaufen, die sie nicht übertreten dürfen."
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Quelle: SNTV

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