Alexander Zverev nach Ausraster in Acapulco disqualifiziert - Ex-Profi Meligeni schießt gegen Deutschlands Nummer eins
Der ehemalige Tennisprofi Fernando Meligeni hat Alexander Zverev für dessen Ausraster im Anschluss an seine Doppel-Niederlage in Acapulco, als er mit dem Schläger gleich mehrfach gegen den Schiedsrichterstuhl schlug, scharf kritisiert. "Das ist absolut respektlos. Es ist völlig außer Kontrolle geraten. Heute hat Zverev alle Grenzen überschritten", schrieb der 50-Jährige bei Instagram.
Der Zverev-Eklat im Video: Das brachte ihn zum Ausrasten
Quelle: SNTV
"Die Szene ist nicht nur schrecklich, sondern zeigt auch, was aus der Tour geworden ist", fuhr der ehemalige Sandplatzspezialist unter einem Video, das den Eklat zeigt, fort.
Alexander Zverev wurde am Dienstag beim ATP-Turnier von Acapulco, wo er als Titelverteidiger antrat, nach einem gewaltigen Ausraster gegen Schiedsrichter Alessandro Germani (Italien) disqualifiziert.
Nach der 2:6, 6:4, 6:10-Niederlage an der Seite von Marcelo Melo (Brasilien) gegen Lloyd Glasspool und Harri Heliövaara (Großbritannien/Finnland) im Achtelfinale der Doppelkonkurrenz schlug der Olympiasieger insgesamt viermal mit dem Schläger gegen den Stuhl des Unparteiischen.
Bereits während des Matches hatte Zverev den Schiedsrichter nach einer Entscheidung in der entscheidenden Phase der Partie zuungunsten des deutsch-brasilianischen Duos als "verdammten Idioten" bezeichnet.
Zverev entschuldigt sich: "Falsch und inakzeptabel"
Die Verantwortlichen reagierten daraufhin und schlossen den 24-Jährigen wegen "unsportlichen Verhaltens" vom Turnier in Acapulco aus, wo er es im Einzel nach einem hochdramatischen Sieg gegen den US-Amerikaner Jenson Brooksby ins Einzel-Achtelfinale geschafft hatte.
Während für Zverev die Mission Titelverteidigung beendet ist, steht sein Gegner Peter Gojowczyk (München) kampflos im Viertelfinale.
Wenige Stunden nach seinem Ausraster entschuldigte sich der Hamburger dann in den Sozialen Medien. "Es ist schwer in Worte zu fassen, wie sehr ich mein Verhalten während und nach dem gestrigen Doppel bereue. Ich habe mich privat beim Stuhlschiedsrichter entschuldigt, weil mein Ausbruch ihm gegenüber falsch und inakzeptabel war, und ich bin nur von mir selbst enttäuscht", schrieb er in seinem Story-Post bei Instagram.
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Das Zverev-Statement nach seinem Ausraster in Acapulco im Wortlaut // Quelle: instagram.com/alexzverev123
Fotocredit: Eurosport
Meligeni knöpft sich Djokovic und Shapovalov vor
Meligeni nahm sich jedoch nicht nur Zverev, sondern die gesamte Tennis-Elite in seinem Statement zur Brust: "Wenn wir ein wenig zurückgehen, erinnern wir uns schnell an die Nummer eins der Welt, die einen Schiedsrichter angeschrien hat, Top-10-Spieler, die den Unparteiischen als korrupt bezeichnet haben und weit davon entfernt waren, sich für das zu schämen, was sie gesagt haben."
Der Brasilianer spielte damit auf die Wutausbrüche von Novak Djokovic im Mai des vergangenen Jahres beim ATP-Masters in Rom, und Denis Shapovalov bei den Australian Open Anfang diesen Jahres an.
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"Ihr seid alle korrupt!" Shapovalov sorgt für Skandal
Quelle: Eurosport
"Wisst ihr, wie man das nennt? Orientierungslosigkeit. Und das hat nichts mit den Schiedsrichtern zu tun. Es hat damit zu tun, dass man sein Verhalten immer mehr nach den neuen Idolen ausrichtet. Die Verantwortlichen glauben, dass es der Show schadet und die Leute nicht mehr in die Stadien kommen, wenn man ihre Vorbilder hart bestraft", mutmaßte der ehemalige Tennisprofi.
Meligeni stellt sich dabei jedoch die Frage, welche Auswirkungen dies auf den Sport, die Spieler und die Grenze des Tolerierbaren hat. Schließlich hätten sich die Verantwortlichen in den vergangenen Jahren seiner Meinung nach vermehrt freizügig und ängstlich gezeigt.
Meligeni kritisiert neue Tennis-Generation
"Ich komme aus der Zeit, als die Spieler noch viel gereizter waren. Ich habe Tennisspieler gesehen, die am Stuhl des Schiedsrichters rüttelten und andere schreckliche Dinge machten. Aber die Tennisspieler wussten, dass sie dafür hart bestraft werden", erinnerte sich der 50-Jährige und sprach dem Verband doch noch ein Lob aus:
"Bei aller Straflosigkeit in den vergangenen Jahren, die uns alle traurig gemacht hat, hat die ATP zumindest in Acapulco alles richtig gemacht und Zverev für sein Handeln aus der Einzelkonkurrenz genommen - ein Tropfen im Ozean."
Dabei gehe es Meligeni nicht darum, alle Spieler in eine Schublade zu stecken, um ein "emotionsloses und bürokratisches Tennis" zu schaffen, sondern um Regeln, die es in allen Lebenslagen gebe, die jedoch von der neuen Generation nicht immer eingehalten werden würden.
Abschließend forderte der French-Open-Halbfinalist aus dem Jahr 1999: "Damit ein Sport respektiert wird, müssen die Nummer eins der Welt und die Nummer 597 die gleichen Strafen erhalten."
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Matchball kurz vor 5 Uhr: Zverev siegt in historischem Duell
Quelle: Perform
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