Alexander Zverev und Carlos Alcaraz nach Sperre von Jannik Sinner im Duell um Nummer 1: Zwei Stars, zwei Wege, ein Ziel
VonJan Zesewitz
Update 27/02/2025 um 08:15 GMT+1 Uhr
Alexander Zverev und Carlos Alcaraz sind die Nummer 2 beziehungsweise 3 im Tennis-Ranking. Durch die Sperre des Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner haben beide die Chance, den Thron zu besteigen. Ihre Wege zu diesem Ziel sind unterschiedlich und beide haben mit Problemen zu kämpfen. Ein Blick in die nähere Zukunft der beiden Kronprinzen und wo sich ihre Wege bald kreuzen könnten.
Highlights: Zverev verliert Viertelfinale gegen Underdog
Quelle: Eurosport
Vor knapp einem Jahr trafen sich Alcaraz und Zverev im Viertelfinale von Indian Wells. Es wurde ein denkwürdiges Spiel, ein Highlight des Tennis-Jahres - allerdings nicht wegen des Ergebnisses. Der Spanier siegte 6:3, 6:1. An dieses Match wird man sich erinnern, weil es als "Bee Invasion" in die Geschichte einging.
Ein Bienenschwarm hatte den Center Court eingenommen, das Spiel wurde stundenlang unterbrochen. Beide Akteure werden hoffen, sich in Kalifornien auch in diesem Jahr wiederzutreffen.
Das wäre dann im Finale der Fall: Zverev wird Ende März als an Nummer 1 gesetzter Spieler ins Turnier gehen, Alcaraz als Nummer 2.
Noch 2,5 Wochen sind es bis zum Finale dort, beide haben ein großes Ziel, dem sie mit einem Titel bei diesem Masters-Turnier ein Stück näher kommen können: Die Nummer eins der Welt zu werden. Bis dorthin gehen beide sehr unterschiedliche Wege.
Zverev sucht in Lateinamerika die Form
Zverev beschritt nach den Australian Open einen ungewöhnlichen Weg: Er spielte den "Golden Swing" mit zwei Turnieren in Südamerika auf Sandplätzen. Doch weder der Auftritt in Buenos Aires noch der folgende in Rio de Janeiro konnten das Selbstvertrauen steigern - und auch nur unwesentlich den Abstand zur gesperrten Nummer eins, Jannik Sinner, verkürzen.
In Argentinien ließ sich der Deutsche über respektlose argentinische Fans aus, in Brasilien störten ihn Drohnen, die über der Arena entlangsurrten. Beide Male war im Viertelfinale Schluss, beide Male gegen einen Argentinier, den Zverev von der Papierform her schlagen müsste.
"Am Ende habe ich das Spiel ganz alleine verloren", sagte er nach dem Aus in Rio gegen Francisco Comesana, bei dem er schon mit 4:1 im dritten Satz führte.
Der nächste Stopp ist dem 27-Jährigen wohlbekannt: In Acapulco konnte er schon das Turnier gewinnen, scheiterte im vergangenen Jahr schon im Auftaktmatch und wurde einmal nach einem kompletten Ausraster samt Schlägen auf den Schiedsrichterstuhl disqualifiziert. Zumindest sollte ihm die Rückkehr auf Hartplatz helfen, sich für Indian Wells warmzuspielen. Sein Auftaktmatch bestreitet er am Dienstagabend Ortszeit gegen den Italiener Matteo Arnaldi. Doch dann kam das frühe Aus.
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Tien shocks Zverev in straight sets in Mexico
Quelle: SNTV
Alcaraz siegt und hadert
Sein Kontrahent tritt aktuell ebenfalls nicht mit breiter Brust auf: "Ich habe mit meinem Team und meinem Trainer gesprochen - und ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich hätte besser machen können", sagte er nach seiner Niederlage im Viertelfinale von Doha gegen Jiri Lehecka.
Nach dem Viertelfinal-Aus bei den Australian Open gegen Novak Djokovic gewann Alcaraz das Turnier in Rotterdam. Nach der Niederlage in Katar herrscht jedoch beim Spanier - ganz ähnlich wie bei seinem Rivalen - Ratlosigkeit.
Der 21-Jährige erhält zunächst keine Chance zur Wiedergutmachung - jedenfalls nicht, was verlorene Punkte im Kampf um den Platz an der Sonne angeht.
Dafür erhält er Rückendeckung von keinem Geringeren als Boris Becker: "Carlos ist noch sehr jung (21), Beständigkeit wird mit dem Alter kommen ... aber ich liebe seinen Stil und seine Ausstrahlung", schrieb die deutsche Tennis-Ikone auf der Plattform "X". Ein spanischer Journalist hatte sich zuvor über die fehlende Konstanz beim vierfachen Grand-Slam-Champion beschwert.
Erst Fernduell, dann symbolisches Match um Platz eins?
Alcaraz ist inzwischen auch auf dem amerikanischen Kontinent angekommen, aber nicht, um ein ATP-Turnier zu spielen. Er wird in Puerto Rico einen Schaukampf gegen den US-Amerikaner Frances Tiafoe bestreiten und erst in Kalifornien wieder auf die Tour zurückkehren.
Die Turnier-Historie dort spricht klar für den Spanier: Er konnte die Austragungen 2023 und 2024 gewinnen, fügte Sinner dort eine seiner wenigen Niederlagen auf Hartplatz im vergangenen Jahr zu. Zverev schaffte es dort bisher "nur" zweimal ins Viertelfinale.
Ein Aufeinandertreffen der beiden Kronprinzen im Finale von Indian Wells hätte Symbolcharakter: Dort wurde Sinner vor einem Jahr positiv getestet, bevor er das Finale gegen Alcaraz verlor. Für die Weltrangliste hätte das Ergebnis vorerst keine große Bedeutung: Beide könnten den Abstand auf Sinner verringern.
Das kann trotzdem noch wichtig werden, denn der Italiener wird erst Anfang Mai bei seinem Heimturnier in Rom wieder ein. Bis dahin können Alcaraz und Zverev noch viele Punkte sammeln.
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ATP Doha : Quarter Final - Highlights - Alcaraz - Lehecka (SNTV)
Quelle: Eurosport
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