ATP Barcelona 2026: Carlos Alcaraz staunt, Spanien jubiliert - wie Rafael Jódar mit 19 Jahren für Aufsehen sorgt
Im Windschatten von Carlos Alcaraz ist Spanien drauf und dran, die nächsten Toptalente in Richtung Weltspitze zu schieben: Rafael Jódar und Martín Landaluce. Vor allem Ersterer sorgt für Schlagzeilen auf der ATP Tour, holte den ersten Titel und bringt Alcaraz ins Schwärmen. Er sehe in Jódar "einen außergewöhnlichen Spieler". Zurecht: In Barcelona stürmte der 19-Jährige jetzt ins Halbfinale.
Nächster Coup für Teenager Jódar - Halbfinale gebucht
Quelle: SNTV
Es ist fast wahnwitzig. Da ist der siebenmalige Grand-Slam-Champion Carlos Alcaraz gerade einmal 22 Jahre alt und schon drängt die nächste Generation spanischer Toptalente ins Rampenlicht auf der Tour.
Vor allem Rafael Jódar zieht die Blicke auf sich. Neben João Fonseca ist er der einzige Teenager in den Top 100 der Weltrangliste. Vor vier Monaten erst gewann Jódar sein erstes Match auf der ATP Tour, seit knapp zwei Wochen steht der erste Titel in der Vita. Nach den drei Siegen zum Auftakt beim Turnier in Barcelona wird er im Live-Ranking der ATP bereits in den Top 50 geführt.
Es ist vielleicht eine erwartbare Entwicklung eines sehr talentierten Tennis-Profis - nur dass sie bei Jódar im Zeitraffer abläuft. Wofür andere Jahre brauchen, hat sich beim 19-Jährigen innerhalb von vier Monaten abgespielt.
Und: Es ist nicht der typisch spanische Weg, der meist über die Sandplätze des Landes führt, dem der junge Mann aus Madrid folgt. Jódar eignete sich viele seiner Fähigkeiten auf der anderen Seite des Atlantiks an.
Jódar trumpft bei US Open auf - und siegt auch auf Sand
In den USA spielte er am College, zuletzt schlug er für die University of Virginia auf. So erklärt sich, dass Sand nicht sein eigentliches Metier ist, sondern der Hartplatz.
2024 gewann er auf diesem Belag die Junioren-Konkurrenz bei den US Open, alle drei Titel auf der ATP Challenger Tour fuhr der Spanier ebenfalls bei Hartplatz-Wettbewerben ein.
Vor diesem Hintergrund kam der erste Turniersieg auf der ATP Tour in Marrakesch überraschend - schließlich wird dort auf Sand gespielt. "Ich wusste, dass ich alles richtig gemacht , sehr gut gespielt und mein Niveau in den vergangenen Monaten deutlich gesteigert habe", erklärte Jódar im Gespräch mit der ATP.
Jódar: "Ich habe keinen Druck gespürt"
Wohlwissend, dass es nicht zwingend so weitergehen muss. "Letztendlich hängen die Ergebnisse nicht allein von einem selbst ab, denn es gibt andere Faktoren, die man nicht beeinflussen kann", so der Marrakesch-Champion.
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Rafael Jodar erstaunt sogar Carlos Alcaraz
Fotocredit: Getty Images
Er habe "keinen Druck gespürt", auch weil er sein Rookie-Jahr auf der Tour absolviert. "Ich bin noch sehr jung und habe noch viele Spiele vor mir, um mein Niveau zu verbessern. Das motiviert mich umso mehr, weiter hart zu arbeiten, so wie ich es immer getan habe."
Alcaraz staunt über Jódar: "Ein außergewöhnlicher Spieler"
Das klingt ein wenig wie früher bei Alcaraz, der sich an den tollen Leistungen Jódars erfreut. "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler", lobte der Superstar seinen drei Jahre jüngeren Landsmann. Alcaraz weiß genau, wovon er da spricht. 2024 sei Jódar als Sparringspartner zum spanischen Davis-Cup-Team gestoßen. "Ich habe mit ihm trainiert und konnte sehen, zu was er im Stande ist", erklärte die Nummer zwei der Weltrangliste.
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Carlos Alcaraz im Training
Fotocredit: Getty Images
Zu Beginn dieser Saison habe er mit "Rafael einen Trainingssatz gespielt" und sei begeistert vom Niveau seines Gegenübers gewesen. "Was er dann zwischen Australien und jetzt erreicht hat, ist großartig", betonte Alcaraz.
Rasante Enwticklung birgt Gefahren
Ohne Frage birgt diese rasante Entwicklung Gefahren. Das Licht der Öffentlichkeit wird greller, der Terminkalender voller, die Verpflichtungen mehr. Alcaraz weiß nur allzu genau, vor welchen Herausforderungen das Toptalent möglicherweise bald steht.
Aber: Er sieht einen Vorteil darin, dass Jodar die Erwartungen in Spanien an die nächste Generation nicht alleine tragen muss - was an Martín Landaluce liegt. Der 20-Jährige stammt ebenfalls aus Madrid und befindet sich auf gutem Wege, sich auf der Tour zu etablieren.
Alcaraz: "Landaluce und Jódar werden sich helfen"
Im März stieß Landaluce als Qualifikant bis ins Viertelfinale des Masters von Miami vor, nahm nacheinander die gesetzten Luciano Darderi, Karen Khachanov und Sebastian Korda aus dem Turnier. Seit 32 Jahren hatten kein Spieler mehr die Runde der letzten Acht erreicht, der so niedrig in der Weltrangliste notiert war wie Landaluce damals (151). Inzwischen klopft er als Nummer 101 kraftvoll am Tor zu den Top 100 an.
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Lehecka beendet Landaluce-Märchen im Viertelfinale
Quelle: SNTV
"Martin und Rafael werden sich gegenseitig helfen, um sich zu verbessern und die Spitze zu erreichen", ist sich Alcaraz sicher. Es sei generell von Vorteil, wenn parallel zum eigenen Aufschwung andere Spieler derselben Altersklasse den Durchbruch schaffen.
Jódar düpiert Norrie und bucht Halbfinale in Barcelona
Beim derzeit laufenden Sandplatz-Event in Barcelona hätte es gar zum ersten direkten Duell kommen können.
Jódar schlug - ausgestattet mit einer Wildcard - in Runde eins Jaume Munar, im Achtelfinale bezwang er den Argentinier Camilo Ugo Carabelli - dann fegte er den einstigen Top-Ten-Spieler und Wimbledon-Halbfinalisten Cameron Norrie mit 6:3, 6:2 vom Platz.
Alcaraz wiederum plagte sich mit Schmerzen im rechten Handgelenk und brach das Turnier vorsichtshalber ab.
Jódar: Das Niveau gegen die Besten verbessern
Früher oder später wird es zum Aufeinandertreffen kommen. Wahrscheinlich, dass sich Jódar bei Alcaraz und den anderen Topspielern etwas abschaut, kopieren aber will er sie nicht. "Jeder muss seinen eigenen Weg gehen, sich verbessern und das Beste aus seinem eigenen Spielniveau herausholen."
"Die Tatsache, dass es sehr gute Spieler gibt, die einen herausfordern und es einem während der Spiele schwer machen", motiviere ihn ungemein. Er wolle sein "Niveau verbessern, wenn ich gegen sie spiele", kündigte Jódar an. Läuft es weiterhin so gut für den Spanier, dann dürfte er in den kommenden Monaten einige Möglichkeiten bekommen, sich mit den Besten der Welt zu messen.
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Quelle: Eurosport
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