Alexander Zverev schleuderte nach dem Coup gegen Novak Djokovics Serben seinen Schläger durch die Luft und jubelte wild mit Jan-Lennard Struff.
Mit dem 2:1-Erfolg gegen den Titelverteidiger verdienten sich Zverev und Co. nicht bloß ein hochspannendes Halbfinale beim ATP Cup gegen die starken Russen. Sie verdeutlichten auch mit Nachdruck, dass vor den Montag beginnenden Australian Open die Form stimmt.
Prompt flog ein Lob aus der Heimat ein. "Sascha hat zwei sehr gute Matches gespielt, auch wenn er sein Einzel gegen Djokovic verloren hat", sagte Bundestrainer Michael Kohlmann dem "SID". Die deutsche Nummer eins sei bei dem Mannschaftswettbewerb kurz vor dem ersten Grand-Slam-Turnier der Saison "auf einem ganz anderen Level als letztes Jahr". Auch Struff spiele aktuell mit viel Selbstvertrauen.
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Der Lohn war ein besonderes Duell für Zverev in der Nacht zum Samstag (0:00 Uhr). Gegen das Geburtsland seiner Eltern anzutreten und auf vertraute wie gefährliche Tourkollegen wie Daniil Medwedew und Andrej Rublew zu treffen, ist für die deutsche Nummer eins immer speziell. Ein Triumph beim ATP Cup würde ihm "alles bedeuten", sagte Zverev, warnte aber auch: "Wir haben mit Russland wahrscheinlich das härteste Team, das noch in der Auslosung übrig ist, mit zwei Top-10-Einzelspielern."

Kampf über drei Sätze: Zverev bringt Djokovic ins Wanken

Struff glänzt erneut - Zverev verlangt Djokovic alles ab

Möglich machte den Halbfinaleinzug der Sieg im entscheidenden Doppel, das der Weltranglistensiebte Zverev und die deutsche Nummer zwei Struff gegen Novak Djokovic/Nikola Cacic mit 7:6 (7:4), 5:7, 10:7 gewannen. Zverev hatte sein Einzel gegen den Weltranglistenersten Djokovic mit 7:6 (7:3), 2:6, 5:7 verloren, nachdem Struff erneut mit einem Einzelpunkt geglänzt hatte.
Der 30-Jährige aus Warstein schlug Dusan Lajovic, Nummer 26 der Welt, 3:6, 6:3, 6:4. Die von Teamkapitän Mischa Zverev betreute Mannschaft hatte schon ihr erstes Duell mit Kanada 2:1 gewonnen.
Das Aufeinandertreffen mit Serbien sollte dann ursprünglich einen Tag früher stattfinden, wurde nach dem positiven Corona-Test bei einem Mitarbeiter eines Quarantäne-Hotels aber verschoben, wie auch die weiteren Vorbereitungsturniere. Nun kam die Entwarnung. "Alle Tests, die gestern bei Quarantäne-Teilnehmern durchgeführt wurden, haben negative Ergebnisse gebracht", teilten die Verantwortlichen am Freitag mit - und die Profis können weiter am Feinschliff für die Australian Open ab Montag arbeiten.

Jan-Lennard Struff umarmt Alexander Zverev - ATP Cup 2021

Fotocredit: Getty Images

Grampians Trophy: Kerber nach Sieg im Viertelfinale

Auch Angelique Kerber scheint immer besser in Form zu kommen, sie jubelte am Freitag über ihren Viertelfinaleinzug bei der "Grampians Trophy" nach einem glatten 6:4, 6:4-Erfolg gegen die gefährliche Tunesierin Ons Jabeur. Kerber, 2016-Siegerin der Australian Open, die in Melbourne 14 Tage lang eine strikte Quarantäne befolgen musste, will beim "Happy Slam" wieder angreifen und trifft in der ersten Runde auf die US-Amerikanerin Bernarda Pera (WTA-63.).
Eine Höchstschwierigkeit erwischte Laura Siegemund - die Viertelfinalistin der French Open bekommt es sofort mit der 23-maligen Grand-Slam-Siegerin Serena Williams zu tun.
Bei den Männern sind Zverev und Struff auch nach der Auslosung am Freitag die beiden deutschen Profis mit den größten Chancen. Zverev trifft zunächst auf den US-Amerikaner Marcos Giron (27/ATP-73.), bis zu einem möglichen Viertelfinale gegen Djokovic scheinen die Aufgaben lösbar. Struff steigt gegen Christopher O'Connell (Australien) ein. "Die Auslosungen sind für einzelne Runden ganz okay, aber insgesamt schon knackig", sagte Kohlmann.
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Sieg im Doppel: So bezwangen Zverev und Struff den Titelverteidiger

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