Daniil Medvedev gibt tiefe Einblicke in Seelenleben und erklärt seine Wutausbrüche: "Als ob ich bipolar wäre"
Publiziert 20/02/2025 um 16:23 GMT+1 Uhr
Daniil Medvedev ist in dieser Saison bisher vor allem durch emotionale Ausraster auf dem Platz aufgefallen. So etwa auch bei den Australian Open, als er während seiner Zweitrundenpartie auf die Netzkamera eingeschlagen hatte. Im Interview mit der "L'Équipe" erklärte der 29-Jährige nun: "Es ist ein bisschen so, als ob ich bipolar wäre, oder? Wenn ich auf dem Platz stehe, bin ich sehr konzentriert."
'The camera was very strong!' - Medvedev on smashing net cam with racquet
Quelle: Eurosport
Dann fließe bei ihm das Adrenalin. Abseits davon gebe es allerdings "kein Adrenalin mehr, und wenn das so ist, bin ich cool. Ich wüsste nicht, warum ich mich aufregen sollte. Aber auf dem Platz ist das eine andere Geschichte." So sei er schon seit jüngster Kindheit gewesen, meinte Medvedev, der ähnliche Verhaltensweisen auch bei seiner zweijährigen Tochter Alisa sieht.
"Ich erkenne das auch bei meiner Tochter. Ich habe mit Leuten gearbeitet, mit Psychologen. Vielleicht kommt es aus meiner Kindheit oder von etwas anderem. Aber ja, obwohl wir die Erziehung unserer Tochter noch nicht abgeschlossen haben, verhält sie sich manchmal wie ich", so der Russe.
Womöglich sei es "genetisch bedingt", erklärte der US-Open-Sieger von 2021. Bei den Qatar Open steht Medvedev mittlerweile im Viertelfinale. Dort wartet Félix Auger-Aliassime.
Einen weiteren Gefühlsausbruch in seinem Auftaktmatch gegen Landsmann Karen Khachanov (4:6, 7:5, 6:3) in Doha versuchte Medvedev ebenfalls zu erläutern. "Es können Dinge passieren, die dich wütend machen. Dort war ich wütend, weil ich sah, dass ich den ersten Satz verlieren würde, und ich fühlte, dass ich schlecht spielte", so die Nummer sechs des ATP-Rankings.
Medvedev erhielt in Melbourne hohe Geldstrafe
"Auf dem Platz kämpfe ich bis zum Umfallen, ich spiele, um zu gewinnen, um wettbewerbsfähig zu sein.
Das Einzige, was zählt, ist, das Spiel zu gewinnen." Er habe danach versucht, sich "neu zu konzentrieren, aber ich war definitiv nicht cool. Doch ich sehe die Dinge schnell wieder klar."
Für seinen Ausraster bei den Australian Open war Medvedev zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 74.000 Euro verdonnert worden.
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Medvedev zerstört aus Frust die Netzkamera
Quelle: Eurosport
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