Wimbledon 2026: Jan-Lennard Struff übertrifft sich selbst beim Rasenklassiker - wie weit geht die wilde Fahrt?
Jan-Lennard Struff ist der Mann der Stunde in Wimbledon. Seit drei Tagen im Dauereinsatz übertrifft sich der 36-Jährige in jeder Partie selbst. Das spürte in Runde drei Daniil Medvedev, der in allen Sätzen mit Break oder Doppel-Break führte - und dennoch in drei Durchgängen unterlag. Das Achtelfinale gegen Hubert Hurkacz werde nun "brutal schwer", so Struff. Allerdings: Er selbst ist brutal gut.
Zverev, Swiatek und Dimitrov in Wimbledon weiter auf Kurs
Quelle: SNTV
Nur einmal kam Jan-Lennard Struff bei seinen vergangenen 17 Grand-Slam-Teilnahmen über die 3. Runde hinaus. Bei den US Open 2025 war das (Achtelfinale).
Ansonsten gab es wenig zu feiern für den Warsteiner auf Major-Ebene, einmal scheiterte er gar in der Qualifikation (US Open 2022).
Und jetzt? Steht Struff nach drei bemerkenswerten Auftritten im Achtelfinale von Wimbledon. Im All England Club, wo er vor dieser Auflage bei elf Teilnahmen sechsmal in der 1. Runde gescheitert war.
"Es ist unglaublich. Tennis ist manchmal ein harter Sport", entfuhr es Struff nach dem 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 7:5 gegen Daniil Medvedev.
Drei Rückstände, drei Comebacks - willkommen zur Struff-Show
Was sich zuvor in den zwei Stunden und 49 Minuten auf dem No. 3 Court abgespielt hatte, war teils aberwitzig. Struff sammelte Rückstände. 1:3 im ersten Satz, 1:4 im zweiten, 2:5 im dritten.
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Daniil Medvedev (l.) und Jan-Lennard Struff (r.) beim Shakehands
Fotocredit: Getty Images
Aber: Die Nummer 74 im ATP-Ranking ließ sich von der Nummer neun einfach nicht knacken und drehte jeden Satz. Medvedev, mit einer brutalen 8:1-Bilanz ins Match gegen Struff gegangen, musste sich vorgekommen sein wie im falschen Film.
Statt des erwarteten Favoritensiegs unter dem Applaus des fachkundigen Publikums schallten "Let's Go Struffi"-Gesänge über den Court. "Zum ersten Mal im Achtelfinale von Wimbledon, ich bin sehr glücklich und stolz", erklärte der Routinier.
Struff begeistert sich selbst: "What a ride"
Darf er sein. Schließlich stand er drei Tage in Folge auf dem Platz, nachdem die Zweitrunden-Begegnung gegen den US-Amerikaner Brandon Nakashima sich aufgrund einer Unterbrechung über zwei Tage erstreckt hatte.
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Jan-Lennard Struff in Wimbledon
Fotocredit: Imago
Mehr noch: Struff rang den US-Amerikaner in einer Nervenschlacht über fünf Sätze und knapp viereinhalb Stunden mit 4:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 7:6 (10:7) nieder.
"What a ride. Wahnsinn", brach es aus Struff im Interview mit "Prime" heraus. Da passt es ins Bild, dass schon der Auftakt gegen den Argentinier Sebastián Báez ein Krimi in fünf Akten war - natürlich mit Happy End für den nimmermüden Warsteiner.
Struff im Achtelfinale gegen Hurkacz
Das Achtelfinale am Sonntag gegen Hubert Hurkacz bezeichnete Struff im Gespräch mit der "Sportschau" als "brutal schwere Aufgabe". Wahrscheinlich hat er damit recht, auch wenn der direkte Vergleich mit 2:2 ausgeglichen ist.
Leicht aber hatte es der 36-Jährige im Turnierverlauf nie. Es würde auch nicht so recht passen, sollte es dieses Mal anders sein. Ein echtes Struff-Match zeichnet sich eben durch Kampf, Willen und Dramatik aus.
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Quelle: Perform
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