ATP Finals: Alexander Zverev bei Saisonfinale mit vollem Fokus auf den Titel - Sonderschicht um Mitternacht in Turin
Update 12/11/2024 um 14:11 GMT+1 Uhr
Alexander Zverev ließ sich nicht stressen: Vor, während und nach dem Auftaktsieg gegen Andrey Rublev bei den ATP Finals vertraute er seinen Routinen und seinem Rhythmus. Wer die neue Nummer zwei der Tenniswelt in Turin begleitet, merkt: Es geht beim letzten Höhepunkt des Jahres für Zverev um kurzfristigen Erfolg, um den dritten Titel beim Saisonfinale. Längerfristige Bedürfnisse müssen warten.
Chancen eiskalt genutzt - die besten Szenen zum Zverev-Sieg
Quelle: SNTV
Gesellig ging es um 17:00 Uhr auf und in unmittelbarer Nähe zur Spielerbank zu, auf der Alexander Zverev wenige Stunden vor seinem Gruppenauftakt gegen Andrey Rublev auf dem Centre Court bei den ATP Finals in der Pala Alpitour platzgenommen hatte.
Es hatte ein bisschen was von Lagerfeuer-Atmosphäre, die er in diesen Minuten mit seinen Vertrauten teilte. Der Vater, der Bruder, der beste Freund, der Sparringspartner sowie die Fitness- und Physioexperten tauschten sich entspannt mehrere Minuten aus und flachsten miteinander. Der Vater bereitete neue Elektrolytgetränke vor. Zverev hat drei - mit unterschiedlichen Zusammensetzungen. Nach wenigen Minuten stand er auf und spulte sein warm-up konsequent ab.
Die Aufschlag- und Returnwiederholungen, aber auch die vertraute Teamatmosphäre, die Routinen eben, halfen Alexander Zverev später am Abend, sich nicht von der durchaus hektischen Atmosphäre im ersten Spiel in der nach der australischen Tennis-Legende benannten John-Newcombe-Gruppe anstecken zu lassen.
Zverev: Schneller Sieg und Extra-Einheit
Ein richtiger Spielrhythmus, den Zverev so liebt, kam zunächst nicht auf. Stattdessen folgten zunächst viele kurze harte Schlagabfolgen, wie es die Tennisszene von den beidem Hardhittern gewohnt ist. Der 27-Jährige brauchte ein wenig, gewann in den ersten drei Aufschlagspielen seines Kontrahenten keinen einzigen Returnpunkt, breakte den Russen anschließend in dessen einziger, nur wenige Sekunden anhaltender Schwächephase und spielte fortan ein konsequentes und sehr ordentliches Tennismatch, das er am Ende nach 72 Minuten mit 6:4, 6:4 gewann.
Das eigene Selbstverständnis wurde im Match - aber auch davor und danach - ausgebaut. Und um Mitternacht wurde in den Katakomben deutlich: Es geht Zverev beim letzten Einzel-Höhepunkt des Jahres um kurzfristigen Erfolg. Das Jahresfazit sowie Lehren der Saison müssen warten.
Wie während seines Masterssieges in Paris vor neun Tagen kehrte Zverev auch nach dem Sieg über seinen Kumpel Rublev zurück auf den Platz, um zu trainieren. "Wir bekommen hier nicht viel Zeit auf dem Centre Court", begründete das die Nummer zwei der Tenniswelt, der den Platz als zu langsam bezeichnet, deutlich langsamer als zuletzt in Paris.
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Highlights: Zverev fegt Humbert im Masters-Finale vom Platz
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Zverev verrät: 25 % der Lunge funktionierten nicht
Es sei ein gutes Match gewesen, mit nur wenigen langen Ballwechseln und vielen schnell gespielten und hart geschlagenen Punkten. "Ich wollte daher noch ein bisschen was für meinen Rhythmus tun, Ballwechsel spielen." Dafür musste um kurz vor Mitternacht Hittingpartner Michail Ledowskich herhalten, bevor Zverev frisch geduscht zu einer seiner bekannten "Late-Night"-Pressekonferenzen erschien. Dort ging es rasch wieder um seinen unmittelbaren gesundheitlichen Zustand, der die Öffentlichkeit bereits seit den Olympischen Spielen im Sommer interessiert.
"Es ist keine Fragen von Tagen, sondern eine Frage von Monaten. Ich fühle mich besser, gesünder und fitter auf dem Platz. Aber ich glaube nicht, dass ich bei 100 Prozent bin", sagte Zverev, der berichtete, vor dem Laver Cup in Berlin im September aufgrund von hohem Fieber im Krankenhaus gelandet zu sein. Bei einem CT habe sich herausgestellt, dass "25 Prozent" der Lunge nicht funktionieren. Er fühle sich nun aber "wieder fit", so Zverev - er sei noch nicht wieder bei 100 Prozent und das bleibe auch so für dieses Jahr.
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Alexander Zverev bei den ATP Finals 2024 in Turin
Fotocredit: Imago
Kohlmann: Zverev hat körperlich nochmal zugelegt
Was in all den Diskussionen um Zverevs Gesundheit untergeht, ist, dass Zverev dieses Jahr und seit der Rückkehr seines langjährigen Fitness-Coaches Jez Green nochmals zugelegt hat an Muskelmasse. Zverev ist vom Körperaufbau topfit. Das bestätigte unlängst auch Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann, der Zverev naturgemäß gut kennt, im "Advantagepodcast".
Ihn hätten, erklärte er, auch einige angeschrieben, ob Zverev nochmal mehr trainiert hätte, weil er so fit wirkt. "Er sieht topfit aus. So sieht es zumindest aus. Wie er fühlt, ist nochmal etwas anderes. Ich glaube, er hat nochmal ein bisschen zugelegt. Ich glaube nicht, dass es schädlich ist, weil er sehr, sehr groß ist und die Masse auch vertragen kann. Er bewegt sich exzellent. So wie er gerade dasteht - rein optisch - sieht das ziemlich beeindruckend aus", urteilte Kohlmann, der in der kommenden Woche bei den Davis-Cup-Finals auf die Dienste seiner Nummer eins verzichten muss.
Die macht dann Urlaub und begibt sich anschließend in den Formaufbau für 2025. "Ich glaube, dass Jez Green die Wochen und Monate weiter hart mit ihm arbeiten wird, damit er 2025 eine Topsaison spielt."
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Alexander Zverev bei den ATP Finals 2024 in Turin
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Saisonsiege: Niemand hat mehr als Zverev
Zurück in die Gegenwart: Was er in diesen Tagen von Turin an Energie zur Verfügung hat, reicht, um der formstärkste Spieler der ATP-Tour zu sein. Seit seiner Viertelfinal-Niederlage in Wien gegen Lorenzo Musetti hat Zverev sechs Matches in Serie gewonnen, hat nun mit 67 Siegen die meisten der gesamten ATP-Tour in dieser Saison und damit zumindest in dieser Kategorie Jannik Sinner überholt.
Der Südtiroler ist in Turin omnipräsent. An vielen Ecken der Stadt ziert das Konterfei des 22-Jährigen die Schaufenster. Vor Zverevs Auftaktmatch wurde der Nationalheld in der Arena von der ATP für das Beenden der Saison auf Platz eins der Weltrangliste geehrt. Sinner erhielt minutenlangen, tosenden Applaus seiner Landsleute, die auszublenden scheinen, dass im Hintergrund noch der Einspruch der WADA im Dopingfall Sinners läuft. Eine Entscheidung vor dem Obersten Sportgerichtshof wird für das erste Quartal 2025 erwartet.
Zverev ist derweil, was die Aufmerksamkeit angeht, nicht nur wegen seiner Ranglistenposition, die klare Nummer zwei des Events. Carlos Alcaraz gab nach seiner überraschenden Auftaktniederlage gegen Casper Ruud zu, dass er vor dem Turnier krank geworden sei und sich schlecht fühle. Mit einer Wunderheilung ist nicht zu rechnen. Auf Hardcourt ist Zverev klarer Favorit gegen Ruud.
Mit einem Sieg am Mittwoch (20:30 Uhr im Liveticker) kann Zverev einen großen Schritt in Richtung Halbfinale gehen bei einem seiner liebsten Events, das er 2021 und 2018 gewann und mit seinen Liebsten, die sich noch immer um seine Spielerbank scharen, ausführlich feierte.
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Alcaraz patzt gegen Ruud - die besten Szenen der Partie
Quelle: SNTV
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