Mayer exklusiv: "Meine größte Chance gegen Federer"

Sechster Anlauf, erster Erfolg? Florian Mayer trifft im Viertelfinale des Rasenklassikers von Halle auf Roger Federer und hofft dabei auf seinen Premieren-Sieg gegen den Schweizer. Die Aufgabe könnte kaum schwerer sein, denn Federer ist in Halle Titelverteidiger und siebenfacher Champion. Im Interview mit Eurosport-Kommentator Markus Theil blick der 31-Jährige auf das Duell voraus.

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Wie geht man in ein Match gegen Roger Federer?
Florian Mayer: Roger ist der Favorit, da kann ich freier aufspielen, gegen Johnson war ich doch ziemlich verkrampft, weil ich wusste, dass ich eine Chance habe zu gewinnen. Das habe ich dann auch gemerkt, als ich nach dem Break gegen mich den Schläger auf den Rasen zerhacken wollte - und dann ist der nicht mal kaputt gegangen (lacht), das war noch frustrierender. Und teuer war's auch noch (A.d.R.: Bei einem 500er-Turnier wie Halle 1.500 €, in Wimbledon 10.000 Pfund)
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Stehen die Chancen gegen Federer in Halle besonders gut?
Mayer: Ich weiß, dass ich wenig Chancen bekommen werde, aber auf Rasen ist vieles möglich, da verspringt auch mal ein Ball und der Belag kommt meinem Spiel einfach entgegen. Auf dem Belag hier in Halle habe ich wohl noch die größte Chance gegen ihn, bei einem Grand Slam oder auf Hartplatz eher nicht. Solche Momente sind einzigartig - wie ein Match gegen Federer in Deutschland vor vollem Haus. Ich habe ihn immer schon bei den Grand Slams besonders intensiv verfolgt und auf so ein Match trainiert man eben auch hin und quält sich. Das wird ein tolles Erlebnis, aber dennoch muss ich diesen Respekt auf dem Platz ablegen und ihm dann versuchen Paroli zu bieten.
So wie Philipp Kohlschreiber.
Mayer: Ja, "Kohli" hat vorgemacht in der 1. Runde, wie man gegen Federer spielen muss. Er hat dann unglaublich gespielt. Man muss die Big Points machen, gut aufschlagen seinen Aufschlag so lang wie möglich halten und dann auf die Chance warten. Roger bewegt sich auf Rasen einfach unheimlich gut, da hat er Riesenvorteile gegenüber den anderen Spielern, z.B. aus Spanien oder Südamerika.
Sie haben verletztungsbedingt ein Jahr pausiert und kamen erst im April beim Masters von Monte-Carlo auf die ATP Tour zurück. Wie war dieser Neustart für Sie?
Mayer: Nach einem Jahr Pause ist man schon unsicher, wo man steht, man fragt sich: 'Kann man noch mithalten?' Ich dachte mir schon: 'Ich weiß, was ich kann, ich habe einen guten Touch, Talent usw. - aber Training und Match sind einfach was anderes, das spürt man dann schon, wenn man ein Jahr nicht mehr dabei war. Nach so einem schönen Erfolg gegen Michail Juschni in Monte-Carlo gab es dann die knappe Niederlage gegen Kevin Anderson in Rom. Danach habe ich mich schon sehr geärgert, denn man schaut natürlich auch auf die Weltrangliste, und da tun 90 Punkte wie hier in Halle sehr gut.
Wie fit sind Sie im Moment?
Mayer: Es ist schwer einzuschätzen, wo ich wirklich stehe. Aber ich bin schmerzfrei. Ich spüre schon mein Alter, der Körper schmerzt natürlich auf Rasen noch ein bisschen mehr, aber das geht allen so. Ich habe schon Muskelkater hier nach den Matches. Bei den French Open hat mich auch noch ein Virus behindert, aber jetzt geht es wieder aufwärts.
Haben Sie schon erste Ziele ins Auge gefasst?
Mayer: Ich setze mich nicht unter Druck, ich spüre, dass der Körper hält. Mein Ziel ist es daher, am Ende der Saison unter den Top 100 zu stehen. Der Spaß ist wieder da, wieder Turniere zu spielen. Auf dem Platz stehen, der Wettkampf, das ist einfach schön.
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