Stefanos Tsitsipas schwärmt im Exklusiv-Interview von Vater Apostolos: "Er ist alles für mich"

Stefanos Tsitsipas sorgte in den zurückliegenden Tagen mit seiner Beziehung zu Paula Badosa für Schlagzeilen. Im exklusiven Interview mit Eurosport.de berichtet der Grieche mit emotionalen Worten von seiner Liebe zu der 25-Jährigen. Zudem spricht Tsitsipas über seine Ziele beim anstehenden ATP-Turnier in Halle, lobt Trainer und Vater Apostolos und äußert sich kritisch zur Netflix-Dokumentation.

Der beste Trainer: Tsitsipas schwärmt von Vater Apostolos

Quelle: Eurosport

Stefanos Tsitsipas bereitet sich beim ATP-Turnier in Halle (vom 19. bis 25. Juni live und on-demand bei discovery+) auf das Rasenhighlight von Wimbledon vor - und freut sich auf die nächsten Matches an der Roger-Federer-Allee.
"Der Rasen auf dem Centre-Court ist einer der Besten nach Wimbledon", schwärmt der Grieche. Zum Auftakt am Montag bezwang er den Franzosen Grégoire Barrère 6:7 (6:8), 6:4, 7:6 (7:3). Im Fokus stand Tsitsipas zuletzt aber vor allen Dingen, weil er seine Beziehung zu Tennisspielerin Paula Padosa öffentlich machte. Im exklusiven Interview mit Eurosport.de sagt der 24-Jährige: "Ich habe so eine Verbindung bisher mit niemanden gespürt."
Auch für seinen Coach und Vater Apostolos Tsitsipas findet er warmherzige Worte: "Es gibt keinen besseren Trainer für mich als meinen Vater."
Deutlich weniger euphorisch äußert sich der zweimalige Grand-Slam-Finalist dagegen über die Netflix-Dokumentation, bei der in den kommenden Tagen die zweite Staffel veröffentlicht wird. Der Athener zeigt sich "enttäuscht" von der Produktion und findet im Interview deutliche Worte für die Darstellungen in der Serie.
picture

Highlights: Tsitsipas mit Kraftakt - Otte ausgeschieden

Quelle: Eurosport

Herr Tsitsipas, Sie haben in Stuttgart gespielt, schlagen nun in Halle auf – genauso wie schon im vergangenen Jahr. Wie viel Gefallen haben Sie an den beiden deutschen Rasenturnieren gefunden?
Stefanos Tsitsipas: Ich habe dort zwar keine besonders guten Ergebnisse eingefahren, aber ich mag sie (lacht). Die einzige positive Erfahrung auf Rasen hatte ich im vergangenen Jahr auf Mallorca. Das sticht für mich heraus. Ich hoffe einfach, dass ich in Halle gutes Tennis spielen kann. Das Teilnehmerfeld ist stark. Der Rasen auf dem Centre-Court ist einer der Besten nach Wimbledon. Ich hoffe, dass ich dort einige Spiele bestreiten und mich testen kann.
Sie haben in Stuttgart zum Auftakt gegen Richard Gasquet verloren. Ist das Turnier in Halle daher noch wichtiger in Vorbereitung auf Wimbledon?
Tsitsipas: Ich brauche Matches, ich möchte vor Wimbledon so viele Spiele wie möglich bestreiten. Wenn ich im Turnier weit komme, werde ich auf einige schwere Gegner treffen. Aber ich bin bereit für diese Herausforderung. Ich denke, dass mir Rasen gut liegt.
picture

Tsitsipas: "Erwarte, dass Sascha auf sein Level zurückkommt"

Quelle: Eurosport

Im Viertelfinale könnten Sie auf Lokalmatador Alexander Zverev treffen. Wie sehen Sie seine Entwicklung nach seiner schweren Verletzung bei Roland-Garros 2022?
Tsitsipas: Er hat in Paris stark begonnen. Es hat eine Weile gedauert, aber er hat seinen Rhythmus gefunden und spielt wieder gut. Wir Spieler erwarten alle, dass er auf das Level zurückkommt, auf dem er vor seiner Verletzung war. Ich denke, das erwartet er auch. Wir werden sehen, wie lange das dauert. Aber er ist eigentlich wieder da.
Sie selbst sind 2022 zuerst in Halle an Nick Kyrgios gescheitert, dann auch in Wimbledon. Wie froh sind Sie, dass Sie in diesem Jahr erst im Halbfinale auf ihn hätten treffen können?
Tsitsipas: Es wäre schön, wenn das so gekommen wäre. Denn das würde bedeuten, dass ich das Niveau habe, im Halbfinale zu stehen. Ich würde mich sehr gerne wieder mit ihm messen, auch wenn er auf Rasen stark spielt und ein harter Gegner ist. Aber um dort hinzukommen, muss ich mich Tag für Tag verbessern.
picture

Nick Kyrgios und Stefanos Tsitsipas in Wimbledon 2022

Fotocredit: Getty Images

Demnächst wird die zweite Staffel der Netflix-Serie "Break Point" veröffentlicht. Auch ihre Auseinandersetzung mit Kyrgios in Wimbledon wird thematisiert. Haben Sie Sorge, dass die Dokumentation den Konflikt aus dem vergangenen Jahr noch einmal aufrollt?
Tsitsipas: Wenn das so kommt, dann ist das eben so. Ich hatte in diesem Match Probleme mit dem Verhalten. Ich war solche Dinge vorher nicht gewohnt. Er hat es in meinen Kopf geschafft, was anderen Spielern nicht wirklich gelingt. Aber ich habe das begriffen und bin mir bewusst, dass solche Dinge in Zukunft erneut passieren können. Ich weiß, wie ich damit umgehen muss. Das ist gut.
Was haben Sie damals falsch gemacht?
Tsitsipas: Wie ich damit in dem Match umgegangen bin, war total unreif. Es stört mich nicht, wenn die Folge herauskommt und sich die Wunde sozusagen wieder öffnet. Ich bin kein großer Fan der ganzen Produktion. Sie hätten einen deutlich besseren Job machen können, um ehrlich zu sein. Da bin ich etwas enttäuscht. Ich bin auch nicht der Einzige, der das so sieht. Wenn Sie andere Spieler fragen, werden sie genau dasselbe sagen.
Auch aus der Formel 1 oder dem Radsport gab es Kritik daran, dass die Dokumentationen versuchen, für schlechte Stimmungen zwischen den Sportlern zu sorgen. Hatten Sie diesen Eindruck ebenfalls?
Tsitsipas: Das nicht unbedingt. Es fühlt sich einfach mehr wie eine Reality-TV-Show an (lacht). Es geht weniger darum, tiefer in den Sport einzutauchen und die Widrigkeiten, die Entbehrungen, die Probleme oder die Schmerzen zu zeigen. Natürlich gibt es Passagen, in denen das ein bisschen dargestellt wird. Ich finde aber, diese Dinge sollten viel mehr in den Fokus gerückt werden. Darum geht es wirklich.
Aber?
Tsitsipas: Was wir hier bekommen, hat eher mit Gossip und Seifenoper zu tun. Das gehört da in meinen Augen nicht hin. Aber sie mögen das Drama, sie wollen das Drama, also sollen sie es tun. Wir haben ihnen die Erlaubnis gegeben, sie haben die volle Kontrolle. Und wir lernen aus unseren Fehlern, denke ich.
picture

Stefanos Tsitsipas und Paula Badosa bestäigen auf Instagram ihre Liebe

Fotocredit: Instagram

Lassen Sie uns über eine schönere Beziehung sprechen. Sie gehen mit Ihrer Liebe zu Paula Badosa öffentlich um, haben auch einen gemeinsamen Instagram-Account. Wie fühlt es sich an, dass ihre Beziehung auf ein so großes Interesse stößt und beinahe einen Hype ausgelöst hat?
Tsitsipas: Um ehrlich zu sein: Ich bin glücklich und zufrieden. Ich habe so eine Verbindung bisher mit niemanden gespürt. Ich möchte nicht merkwürdig klingen, aber es ist die Wahrheit. Ich fühle mich unheimlich beseelt und froh, dass ich das in dieser Phase meines Lebens finden durfte. Ich kann tun, was ich liebe, und darf es mit jemandem machen, der mich vollkommen versteht. Ich war unheimlich interessiert an ihrem Verstand. Natürlich gibt es eine Anziehung. Aber es herrscht einfach eine Verbindung von zwei Seelen. Es ist ein Verliebtsein in den Geist. Das ist äußerst selten.
Wie sehr hilft es Ihnen sportlich, eine Partnerin an Ihrer Seite zu haben, welche die Strapazen, Belastungen und Probleme als Tennisspieler kennt?
Tsitsipas: Ich fühle mich viel wohler und mehr wie ich selbst, wenn ich bei der Person bin. Es ist, als teilen wir dieselbe Identität: Denselben Lifestyle, dieselben Wünsche, dieselben Leidenschaften, dieselben Ambitionen. Das gleicht sich. Es ist wunderschön, ein Teil davon zu sein und das Tag für Tag zu erleben. Es ist auch nicht stressiger, im Gegenteil. Ich hatte in der Vergangenheit andere Dinge, die für mich einfach nicht funktioniert haben.
Wie meinen Sie das?
Tsitsipas: Ich brauche das Verständnis dafür, dass ich mich in den Mittelpunkt stellen muss – und zwar für die nächsten 15 Jahre. Ich muss eigennützig sein. Mein Job steht an erster Stelle und alles drumherum muss feinabgestimmt sein, um meinen Bedürfnissen zu helfen. Diese Gegenseitigkeit und dieses gemeinsame Empfinden zu haben, ist extrem hilfreich in meinem Alltag.
Sie haben einmal "Geduld" als Ihre größte mentale Stärke bezeichnet. Wie viel Geduld haben Sie noch, um Ihren ersten Grand-Slam-Titel zu gewinnen?
Tsitsipas: Natürlich will ich das unbedingt (lacht). Andere Spieler möchten das auch. Ich glaube, dass ich es in der Vergangenheit so sehr wollte, dass mir das im Weg stand. Offen gesagt: Ob ich einen Grand-Slam-Titel gewinne oder nicht, ich bin ich immer noch der glückliche Stefanos. Ich werde es weiter versuchen, einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Es wäre aber nicht das Ende der Welt.
Das ist eine wichtige Erkenntnis.
Tsitsipas: Ein erfülltes Leben, Glück und Zufriedenheit kommen nicht dadurch, das ist ein anderes Thema. Ich bin lieber ein froher Mensch, anstatt zehn oder 20 Grand-Slam-Titel zu haben, mich aber schlecht zu fühlen oder das Gefühl zu haben, dass mein Leben dann keine Bedeutung mehr hat. Wenn ich beides kombinieren kann, ist das natürlich großartig. Aber es wird mir nicht den Schlaf rauben, weil ich darüber nachdenke, wie ich es schaffe. Natürlich ist das etwas, womit ich mit meinem Team Tag für Tag arbeite. Tennis ist mein Leben. Aber ich werde mich psychisch nicht kaputtmachen, indem ich auf eine ungesunde Weise davon besessen bin.
picture

"Äußerst selten": Tsitsipas mit Liebeserklärung an Badosa

Quelle: Eurosport

Sie sprechen Ihr Team an. Eurosport-Experte Boris Becker hat zuletzt im Podcast Das Gelbe vom Ball kritisiert, dass er in den vergangenen zwölf Monaten keine echte Entwicklung bei Ihnen erlebt hat und warf die Frage auf, ob Sie sich vielleicht doch einen Supercoach an die Seite holen müssen, der schon mal ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat oder im Finale stand. Wie glücklich sind Sie mit Ihrem Trainerteam?
Tsitsipas: Ich bin sehr zufrieden mit meinem Coaching-Staff. Diese Menschen sind seit dem ersten Tag an meiner Seite und haben mir unheimlich viel Unterstützung und Empathie entgegengebracht. Ich habe mit ein paar Leuten gearbeitet, die Ex-Profis waren. Ich habe viel Zeit mit ihnen verbracht und habe versucht, mich darauf so offen und intensiv wie möglich einzulassen. Andererseits bin ich ein Mensch, der es als recht hektisch empfindet, wenn sich bei einem Turnier viele Personen um einen tummeln. Das hat mich psychisch etwas aus der Balance gebracht.
Im Mai haben Sie die Zusammenarbeit mit Mark Philippoussis beendet.
Tsitsipas: Wenige Leute um mich herumzuhaben hat mir dabei geholfen, mich auf die wichtigsten Dinge zu konzentrieren. Ich habe die Zusammenarbeit mit Mark Philippoussis sehr genossen. Wir haben immer noch einen engen Kontakt. Er ist für mich nicht nur ein Arbeitspartner oder Trainer, er ist in erster Linie ein Freund. Das steht über allem. Ich habe darüber nachgedacht. Aber es gibt keinen besseren Trainer für mich als meinen Vater.
picture

Stefanos Tsitsipas in den Armen seines Vaters Apostolos

Fotocredit: Getty Images

Was bedeutet das für Sie?
Tsitsipas: Er ist alles für mich. Er hat seinen Job meinetwegen verlassen, als ich zwölf Jahre alt war. Er hat sich Tag für Tag entwickelt, so viel gelernt wie nur möglich – egal ob online, durch Bücher oder auf anderen Wegen. Er ist bodenständig und ist sich bewusst, dass er nicht perfekt ist - so wie ich. Das bringt mich ihm näher. Und er ist nicht irgendein Trainer. Er hat das Wissen und mit Profis vor mir zusammengearbeitet. Er weiß, was er tut. Er gehört an meine Seite.
Vielen Dank, Herr Tsitsipas.
picture

Tsitsipas enttäuscht von Doku: "Wie eine Reality-TV-Show"

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung