ATP Hamburg: Max Schönhaus deutet trotz Pleite gegen Yannick Hanfmann sein großes Potenzial an - einer wie Gasquet
Publiziert 18/05/2026 um 19:05 GMT+2 Uhr
Max Schönhaus gilt als eines der größten Talente im deutschen Tennis. Vor knapp einem Jahr stand er bei den French Open im Finale der Junioren. Nun hat er bei seinem Debüt auf ATP-Level in Hamburg gezeigt, dass er auch bei den Profis mitmischen kann. Dies soll für den 18-Jährigen allerdings erst der erste Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Karriere gewesen sein.
Max Schönhaus unterliegt Yannick Hanfmann in der ersten Runde des ATP-Turniers in Hamburg - aber deutet dennoch sein großes Potenzial an
Fotocredit: Imago
Er hatte das Spiel verloren, aber viel Anerkennung gewonnen.
Als Max Schönhaus den Center Court am Hamburger Rothenbaum verließ, gab es großen Applaus. Der Jungprofi winkte dem Publikum zu, ehe er in die Katakomben verschwand.
Der im Sauerland geborene Wiesbadener verlor in der 1. Runde des ATP-500-Turniers in Hamburg gegen seinen Landsmann Yannick Hanfmann mit 3:6, 7:6 und 4:6. Aber: Er verlangte dem 34-jährigen Routinier alles ab.
"Max hat richtig gut gespielt", lobt Hanfmann. "Es war heute richtig schwierig gegen jemanden, der jung ist und frisch aufspielt."
Karriere-Highlight: Erstmals im Hauptfeld eines ATP-Turniers
Einen Tag zuvor feierte Schönhaus am selben Platz den bislang größten Erfolg seiner Karriere: die erstmalige Qualifikation für das Hauptfeld eines ATP-Turniers. Im Quali-Finale besiegte er als Nummer 472 der Weltrangliste den US-Amerikaner Marcos Giron, die Nummer 77 der Welt, nach knapp drei Stunden mit 6:7, 6:4, 7:6.
Beeindruckend: Trotz eines Break-Rückstands im dritten Satz blieb er ruhig und entschied das Match für sich. Nun steht er auf Weltranglisten-Platz 452.
Auch gegen Hanfmann machte Schönhaus ein richtig starkes Spiel. Besonders wichtig: Er konnte Rückschläge schnell verarbeiten. Nachdem ihm im zweiten Satz der Break zum 6:5 gelang und er zum Satzgewinn servierte, ließ er das Rebreak zu, gewann aber dennoch im Tiebreak mit 7:4.
Womöglich hätte der dritte und entscheidende Satz einen anderen Verlauf genommen, hätte er nicht vier Breakbälle vergeben.
Schönhaus ist "extrem happy"
Der guten Stimmungslage tat die Niederlage keinen Abbruch.
"Ich bin tatsächlich extrem happy und finde, dass ich drei echt gute Matches auf hohem Level hatte", sagte er in Bezug auf die Quali und das Erstrunden-Duell. Als er von Eurosport gefragt wird, welche Komponenten gegen Hanfmann zum Sieg gefehlt haben, analysiert Schönhaus: "Ich finde, dass ich voll da war. Aber am Ende lief es auf ein paar Punkte hinaus, bei denen ich vielleicht den Fokus nicht hatte, oder zu schnell auf den Punkt gegangen bin."
Schönhaus befindet sich eben noch im Entwicklungsprozess, gilt aber bereits als eines der größten Talente Deutschlands. Vor knapp einem Jahr erreichte er das Finale der Junioren bei den French Open, in dem er seinem Landsmann Niels McDonald in drei Sätzen unterlag. Bei den Wimbledon Championships zog er in das Halbfinale ein.
Zum Jahresabschluss folgte der größte Erfolg: Als erster Deutscher gewann er das ITF Junior Finals in Chengdu, also das Saisonfinale der besten Nachwuchsspieler der Welt. Schönhaus schloss das Jahr daraufhin als Nummer zwei der Junioren-Weltrangliste ab.
Ein Spielertyp wie Gasquet
Nun ist er im Profitennis angekommen und muss sich umstellen. "Im Herrenbereich bekommst du nicht viele Möglichkeiten. Und wenn sie da sind, musst du voll da und maximal fokussiert sein", erklärt er.
"Im Juniorenbereich ist das noch etwas anders: Da bleibt oft noch irgendwo eine Tür offen, durch die man zurück ins Match finden kann. Auf diesem Niveau kannst du dir hingegen deutlich weniger einfache Fehler erlauben. Das ist der große Unterschied."
Mit seiner Leistung in Hamburg hat er gezeigt, auf diesem Niveau mitmischen zu können. "Er ist nicht nur ein guter Spieler, sondern auch ein interessanter Spieler. Er spielt ein bisschen wie (Richard) Gasquet", sagt Hanfmann in Anlehnung an die ehemalige Nummer-7 der Weltrangliste. "Er spielt eine einhändige Rückhand, spielt geile Stopps, macht viele Highlight-Schläge. Das ist ein Spieler, der noch richtig kommen wird."
Die Australian Open im Visier
Schönhaus hofft, dass sich seine gute Entwicklung fortsetzt.
"Mein Ziel ist, nächstes Jahr Quali für die Grand-Slam-Turniere zu spielen, sodass ich nächstes Jahr in Australien aufschlagen kann", sagt er.
Bis dahin möchte er sich weiter nach oben arbeiten: "Mein Trainerteam und ich haben das übergeordnete Ziel, dass wir auf unsere Entwicklung achten. Dann kommt das Ergebnis in der Weltrangliste von ganz alleine."
Das könnte Dich auch interessieren: Keine Grenzen für Sinner? Nummer eins widerspricht
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/18/image-a624e4a7-d03d-47af-982f-a45c226870db-85-2560-1440.jpeg)
Vor lauter Frust: Moutet zieht sich die Hose aus!
Quelle: SNTV
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung