Carlos Alcaraz mit 19 Jahren auf dem Weg zur Legende: Warum der Shootingstar jetzt noch besser ist

Carlos Alcaraz ist nach seiner Verletzung furios zurückgekehrt. Von Anlaufschwierigkeiten keine Spur, beim Comeback fuhr der 19-Jährige in Buenos Aires den Turniersieg ein. Die Jahresbilanz weist 17:1 Siege aus, hinter der Eins im Ranking steht wieder der Name Alcaraz. Der Teenager will aber mehr als "nur" Grand-Slam-Titel und die Spitzenposition - und selbst kritische Geister trauen ihm das zu.

Wilander backs Alcaraz to be 'one of the best players of all time'

Quelle: Eurosport

"Carlos wird einer der besten Spieler der Geschichte, und das war mir noch nicht klar, als er im vergangenen Jahr die US Open gewann." Der Satz stammt vom siebenmaligen Grand-Slam-Champion Mats Wilander, einem der besten Kenner der Szene.
Alcaraz hat es geschafft, nach seiner überragenden Saison 2022 direkt den nächsten Schritt in Richtung Tennis-Ikone zu gehen.
Man kann es als vermessen bezeichnen, einen 19-Jährigen mit solchen Prädikaten in Verbindung zu bringen, aber genau das ist Alcaraz' Ziel.
"Es mag verrückt klingen, aber ich möchte wie die 'Big 3' sein. Für mich besteht die große Herausforderung darin, zu den Besten der Geschichte zu gehören", machte Alcaraz in Miami keinen Hehl aus seinen Träumen.

Alcaraz begeistert Spanien: Klare Ziele, klasse Image

Das Bemerkenswerte: Niemand käme auf die Idee, das Toptalent deshalb für einen Schwätzer zu halten oder ihm Größenwahn zu unterstellen. Alcaraz' Auftreten außerhalb des Platzes ist bescheiden, seine Ziele aber formuliert er messerscharf.
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Highlights: Alcaraz downs Fritz in straight sets at Miami Open

Quelle: SNTV

Mit seiner Art kommt der Tennisprofi in seiner Heimat an. "Das öffentliche Bild könnte nicht besser sein. Er ist jung, wagemutig und gleichzeitig respektvoll, immer mit einem Lächeln im Gesicht. Er nennt sich selbst gerne Carlitos statt Carlos, weil er sagt, dass Carlos für einen jungen Mann wie ihn doch sehr ernst ist - was ihn sehr sympathisch macht", erklärte Tennis-Experte Enrique Sánchez von Eurosport in Madrid.
Darüber hinaus sei Alcaraz das "Aushängeschild" seiner Geburtsregion Murcia im Südosten Spaniens. Das Spiel mit den sozialen Medien beherrsche er ebenfalls.

Vergleich mit Nadal? Mag Alcaraz nicht

Nur eines stört den jungen Sportler ein wenig: der Vergleich mit Rafael Nadal. "Beide haben gesagt, dass sie das nicht wollen und mögen. Aber sie wissen auch, dass der Vergleich unvermeidlich ist", betont Sánchez.
In Sachen "Energie und Kraft" sei es gerechtfertigt, beide in einem Atemzug zu nennen. "Für den Spielstil gilt das nur bedingt, denn man muss sagen, dass Carlos manchmal mehr wie Djokovic oder Federer agiert", führt der Tennis-Experte aus. Generell verbinde Alcaraz und Nadal natürlich der enorme Erfolg in sehr jungen Jahren.
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Highlights: Alcaraz feiert achten Sieg in Folge

Quelle: Perform

Kurioserweise war es ein Rückschlag, der auch dem letzten Kritiker vor Augen führte, wie gut dieser Alcaraz ist. Während der Vorbereitung auf die Spielzeit 2023 zog sich der Teenager eine Muskelverletzung am rechten Bein zu, die Australian Open musste er absagen. Der Saisonbeginn verschob sich auf Mitte Februar.

Wilander exklusiv: "Alcaraz viel mehr als eine Nummer eins"

Alcaraz kam zurück und spielte so, als sei er nie weggewesen. Turniersieg beim Comeback in Buenos Aires, Finale in Rio de Janeiro, Titel beim Masters in Indian Wells. Erfolge, die man ob der Umstände ebenso hoch bewerten muss wie den US-Open-Triumph.
Da sei ihm klar geworden, dass der Tennissport wieder einen Ausnahmekönner vom Format eines Nadal, Federer oder Djokovic habe, sagt Wilander im Eurosport-Interview.
"Nachdem er Daniil Medvedev im Finale von Indian Wells 'zerstört' hat, bin ich mir zu 100 Prozent sicher, dass Carlos viel mehr ist, als 'nur' die Nummer eins", so der Schwede. "Mit 90 Prozent der Konkurrenten hat er keine Probleme. Das ist eine Situation, wie sie für die 'Big 3' über 20 Jahre lang bestanden hat."
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'We're seeing a new, higher level of tennis' - Evert on Alcaraz brilliance

Quelle: Eurosport

Tatsächlich zeigte Alcaraz im Endspiel gegen Medvedev eine der beeindruckendsten Leistungen des Jahres. Ganze 70 Minuten benötigte der Shootingstar, um den Weltranglistenfünften mit 6:3 und 6:2 zu bezwingen. Da konnte sich auch Medvedev nur noch in eine Art Galgenhumor retten. "Ich habe versucht, mich zu wehren, aber es war zu einfach für dich", sagte der Russe in Richtung des Champions.
Auffällig war, wie clever Alcaraz sich spielstrategisch verhält. Die "Auswahl seiner Schläge" sei bemerkenswert, lobt Wilander und geht noch einen Riesenschritt weiter. "Wenn Carlos eine Rallye diktiert, hat er mehr Möglichkeiten als jeder andere Spiele, den ich bislang gesehen habe - mit Ausnahme von Roger Federer."

Schmerzen in Rio führen zu Alcaraz' einziger Niederlage

Hinzu kommt, dass Alcaraz mental extrem gefestigt wirkt. Wie schwer es sein kann, nach einem Grand-Slam-Titel auf Kurs zu bleiben, zeigen die Beispiele von Dominic Thiem oder Juan Martín del Potro. Beide hatte nach ihren größten Erfolgen Probleme auf verschiedenen Ebenen und kamen nicht mehr an ihr bestes Niveau heran.
Alcaraz ist hingegen fast noch stärker geworden und auch nach dem Comeback in Buenos Aires sehr gut mit Schwierigkeiten umgegangen.
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Highlights: Norrie stoppt Alcaraz-Serie im Rio-Finale

Quelle: Perform

Denn: Eine Woche später meldete sich plötzlich der Muskel wieder, das Endspiel in Rio de Janeiro gegen Cameron Norrie ging prompt verloren. "Ich hatte Schmerzen in demselben Muskel, an dem ich mich vergangenen Monat verletzt hatte", berichtete der Schützling von Coach Juan Carlos Ferrero. Die Partie gegen Norrie bedeutet für Alcaraz die bislang einzige Saisonniederlage in 18 Matches.

Alcaraz will jüngster Sunshine-Double-Champion werden

Doch das nächste große Ziel ist schon wieder greifbar nahe. Alcaraz steht im Viertelfinale von Miami und peilt das sogenannte "Sunshine Double" an, den Gewinn der Masters von Indian Wells und Miami direkt hintereinander. Ein Kunststück, das bislang sieben Spielern auf der ATP Tour gelang. Zuletzt waren es Roger Federer 2017 und Novak Djokovic 2016, die den Doppelschlag schafften.
Zieht Alcaraz nach, wäre er der jüngste Spieler der Geschichte, der sich mit dem Sunshine Double schmücken darf. "Ich möchte Teil dieses geschlossenen Zirkels werden", stellte der Spanier klar. Eine Aussage, die man getrost auf alle anderen elitären Zirkel übertragen darf, die der Tennissport zu bieten hat.
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64-Minuten-Show - die besten Szenen zum Alcaraz-Auftakt

Quelle: Perform

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